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Spitaldebatte lässt HV des Fördervereins Toggenburg zur Nebensache werden

Der Förderverein Regionalspital Toggenburg hatte kaum Zeit für die eigentliche Hauptversammlung im Spital Wattwil. Dringender war, passend zur Lokalität, die Spitaldiskussion. Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner äusserte sich deutlich.
Sascha Erni
Die Grafik zeigt, wie schnell die einzelnen Spitäler der Region von wo aus erreichbar sind.

Die Grafik zeigt, wie schnell die einzelnen Spitäler der Region von wo aus erreichbar sind.

Der Förderverein Regionalspital Toggenburg Wattwil hatte für den 25. Juni eine ordentliche Hauptversammlung geplant. Die aktuelle Entwicklungen in der St. Galler Spitallandschaft hätten aber nach einer Programmanpassung verlangt, erklärte Alois Gunzenreiner, Präsident des Fördervereins und Gemeindepräsident von Wattwil. So folgte auf den Vortrag von Bernard Kistler zum Thema «moderne Altersmedizin» die Hauptversammlung in geraffter Form. Wichtiger war an diesem Montagabend die Diskussion, die der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen mit seinem Grobkonzept Ende Mai ausgelöst hatte. Die angekündigte Präsentation konnte über 100 Personen in die Versammlung locken.

Frustrierter Gemeindepräsident

Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident Wattwil. (Bild: Sascha Erni)

Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident Wattwil. (Bild: Sascha Erni)

Alois Gunzenreiner stellte die Ausgangslage vor. Er betonte die hohe Zustimmung des Stimmvolks 2014 für die Netzwerkstrategie des Kantons sowie die bereits verbauten 50 Millionen Franken am Standort Wattwil. Dann erklärte er das Grobkonzept des Verwaltungsrats und fragte rhetorisch, was von einem Plan bis 2028 zu halten sei, wenn der letzte keine vier Jahre Bestand hatte. Es sollte nicht die einzige Spitze in seinen Erörterungen bleiben. Gunzenreiner trug die Kritik des Fördervereins sachlich vor, konnte seinen Ärger aber nur schwer verbergen.

Besonders zu denken gab ihm die öffentliche Wahrnehmung: Was sollen Zuzüger von einer Region halten, in der nach dem Kantonsschulstandort nun das einzige Krankenhaus zur Disposition stehe? In allen Raumkonzepten, von Bund bis Kanton und Region, sei Wattwil als Zentrum mit öffentlichen Versorgungseinrichtungen gesetzt, was aber immer wieder in Frage gestellt werde. «Glaubt man noch an dieses Tal oder nicht? Irgendwann verstehe ich die Diskussionen nicht mehr», fasste Gunzenreiner seine Frustration zusammen.

Unter diesen Gesichtspunkten war Bernard Kistlers Vortrag geschickt gewählt. Er zeigte als Leitender Arzt Akutgeriatrie der Spitalregion die besondere Situation des Toggenburgs auf. Als ländliches Gebiet ist das Toggenburg vom demografischen Wandel stärker als der Schweizer Durchschnitt betroffen, wie Kistler belegte. Das Spital Wattwil sei mit seinem neuen Geriatrie-Konzept nicht nur für die Versorgung der Region vorbereitet, sondern auch als überregionaler Ausbildungsstandort geeignet.

Über 100 Interessenten fanden sich im neuen Trakt des Regionalspitals ein. (Bild: Sascha Erni)

Über 100 Interessenten fanden sich im neuen Trakt des Regionalspitals ein. (Bild: Sascha Erni)

Alois Gunzenreiner nahm diesen Punkt in seinem Vortrag auf. «Die demografische Entwicklung im Toggenburg spricht ja geradezu dafür, hier ein Spital zu betreiben», sagte er. Weshalb wolle man nun ausgerechnet im Toggenburg ein Krankenhaus einsparen, während im gut versorgten Norden des Kantons sogar ein Ausbau geplant sei?

René Fiechter, CEO Spitalregion Fürstenland Toggenburg. (Bild: Sascha Erni)

René Fiechter, CEO Spitalregion Fürstenland Toggenburg. (Bild: Sascha Erni)

René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg und beratender Einsitzender des Verwaltungsrats der Spitalverbunde, bestätigte Alois Gunzenreiners Ausführungen. Der Verwaltungsrat habe aber eine betriebswirtschaftliche Aufgabe zu erfüllen, keine politische. Insbesondere die Spitalregion Fürstenland Toggenburg habe schwierige finanzielle Voraussetzungen, denn hier sei die Dichte an Zusatzversicherten sehr gering. Und diese zahlten heute schlussendlich den Betrieb der Spitäler. Es sei also für die Spitalregion wichtig, dass diskutiert werde, welche Versorgung Bevölkerung und Politik wünschen – und wie diese bezahlt werde. «Der Status quo ist keine Option», so Fiechter. Denn so, wie es jetzt sei, liesse sich der Betrieb unmöglich aufrechterhalten.

Hinweis

Kritik und Petition auf der Website www.pro-spital.ch

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