Ein Retro-Plakat, das nicht retro ist, wirbt fürs Toggenburg

Toggenburg Tourismus präsentiert mit dem «Toggenburg-Plakat» einen auf 200 Exemplare limitierten Kunstdruck. Er lehnt sich mit dem vom Werdenberger Grafiker und Künstler Adrian Scherrer eigens entworfenen Sujet an traditionelle Werbeplakate an – aber es bleibt in der Gegenwart verankert.

Sascha Erni
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Roland Lichtensteiger von Toggenburg Tourismus (links) und Künstler Adrian Scherrer zeigen das Plakat nicht nur im Internet, sondern auch an vier Standorten vor Ort.

Roland Lichtensteiger von Toggenburg Tourismus (links) und Künstler Adrian Scherrer zeigen das Plakat nicht nur im Internet, sondern auch an vier Standorten vor Ort.

Bild: Sascha Erni

Roland Lichtensteiger und Adrian Scherrer betrachten die Wand im Rathaus für Kultur in Lichtensteig. «Der Haken müsste höher», sagt Scherrer. Die beiden justieren weiter.

Die Hälfte der Auflage ist schon verkauft

Im Rathaus soll ein Exemplar des neuen Lithografie-Plakats von Toggenburg Tourismus hängen. Seit dem 11. November sind die aufwendigen Kunstdrucke für die Vorbestellung freigegeben, bereits nach 48 Stunden sei die Hälfte der auf 200 Exemplare limitierten Drucke verkauft gewesen, erzählt Roland Lichtensteiger.

Der Druck kann an verschiedenen Orten besichtigt werden.

Der Druck kann an verschiedenen Orten besichtigt werden.

Bild: Sascha Erni

Interessierte können das Werk ab sofort bei Toggenburg Tourismus in Wildhaus, in der Werdenberger Galerie L-33, bis zum 22. November im Atelier Zellweger Schönengrund sowie ab dem 25. November im Rathaus für Kultur begutachten. Im Atelier Zellweger und der Galerie L-33 lässt sich auch gleich ein passender Rahmen bestellen. Ab dem 25. November soll der Versand beginnen.

Inspiriert von Gleitschirmflügen und Google Earth

Der Werdenberger Künstler und Grafiker Adrian Scherrer erzählt, er habe sich von eigenen Gleitschirmflügen, aber auch von Fotografien auf Instagram und Google Earth inspirieren lassen. Als Motiv wählte er die Kombination aus Schafberg, Schwendisee und natürlich den Churfirsten. «Die Churfirsten müssen einfach sein», sind sich Adrian Scherrer und Roland Lichtensteiger einig.

Vorgaben habe Toggenburg Tourismus nur wenige gehabt, erklärt der Kommunikationsleiter Roland Lichtensteiger: klassisches Hochformat mit 64 mal 102 Zentimetern, Landschaftssujet sowie das Logo der Ferienregion Toggenburg – das sei es dann auch schon gewesen. «Wir kennen Adrian Scherrer schon länger und wussten, wir können ihm vertrauen», sagt Roland Lichtensteiger.

Aufwendige Produktion

Der fertige Kunstdruck sähe anders aus als der Entwurf, denn er sei in einem Prozess entstanden, sagt Adrian Scherrer. Fast 200 Stunden habe er am Plakat gearbeitet. Angefangen von Bleistiftskizzen über die Ausarbeitung in verschiedenen Farb- und Stimmungsvarianten am Computer bis hin zur Produktion in der schweizweit einzigartigen Steindruckerei Wolfensberger legte der Künstler bei allen Arbeitsschritten Hand an.

Gedruckt wurde im Steindruck-Verfahren mit jeweils zehn Durchgängen pro Exemplar. «Das Bild hat sich in der Druckerei langsam entwickelt», erläutert Adrian Scherrer. Als Grafiker sei er eigentlich mehr im Digitalen daheim. «Ohne die Expertise von Thomi Wolfensberger hätte ich keine Chance gehabt.»

Im Heute verortet

Der fertige Kunstdruck erinnert an die klassischen Touristik-Werbeplakate des frühen 20. Jahrhunderts. Das sei so gewollt, aber mit einem wichtigen Unterschied zu Plakaten, wie man sie in anderen Tourismusregionen kaufen kann, betont Roland Lichtensteiger: «Diese Destinationen produzieren oft alte Motive mit neuen Druckverfahren. Wir haben den Spiess umgedreht.»

Statt 80-jährige Plakate zu Tausenden aus modernen Druckmaschinen zu ziehen, setzt Toggenburg Tourismus auf ein neues Sujet, produziert mit alten Mitteln. «Wir wollten nicht einfach nur retro sein», sagt Roland Lichtensteiger, «sondern im Heute verortet bleiben.» Einen Dokumentationsfilm und weitere Informationen findet man unter www.toggenburg.swiss/plakat, wo man auch Plakate bestellen kann.