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Konzert in der «Eintracht»: Ein rauer Bear aus Appenzell

Man nennt ihn den Schweizer Joe Cocker – Marius Bear, der Appenzeller, der in London seine Karriere vorwärtstreibt, trat am Samstag in der «Eintracht» auf.
Michael Hug
Scheu und selbstvergessen: Marius Bear am Samstagabend in Kirchberg. (Bild: Michael Hug)

Scheu und selbstvergessen: Marius Bear am Samstagabend in Kirchberg. (Bild: Michael Hug)

Mal schauen, was an dem Schweizer Joe Cocker dran ist. Viele wollten das am Samstagabend wissen und reisten darum nach Kirchberg. Und noch nie dürfte die Fraktion der Innerrhoder im Alttoggenburg so gross gewesen sein. Rund 200 Menschen wollten den Appenzeller mit der rauen Stimme sehen und hören. Ein Newcomer sei er, einer der es noch ganz weit bringen wird, und dabei kein Schaumschläger, sondern ein eher Scheuer, aber mit viel Charisma. Und eben, diese Stimme!

Marius Bear tauchte in der Tat sozusagen aus dem Nichts auf – und ward sogleich fast wieder verschwunden. Im Dezember 2015 gewann er das BandXost-Finale in St.Gallen. Er schlug dabei Hardrocker, Hip-Hopper und Singer-Songwriter mit viel mehr musikalischem Können aus dem Rennen. Er trat als Erster auf die Bühne, sang und ging und kam dann als Letzter wieder – zur Siegerehrung. Er hatte die Jury und das Publikum mit seiner Präsenz und seiner Performance, schwer einzuordnen in einen Stil, mit seiner Stimme, die tönt, als hätte sie gerade erst in schottischem Whisky gebadet, überzeugt.

Singen statt schreien

«Mir hat jemand im Militär gesagt, mit so einer Stimme sollte ich gescheiter singen, statt auf dem HV-Platz herumzuschreien», sagt Marius Bear zur Initiation seiner Sängerkarriere. Das war erst vor vier Jahren, als er, der bis anhin als Strassenmusiker unterwegs war, dann beschloss, Sänger zu werden. Und er beschloss das Richtige: alles statt nichts, Profi statt Hobby, London statt Appenzell.

Nun lebt er also in Grossbritannien, wechselte seinen Namen zum zweiten Mal – von Hügli zu Bär und jetzt Bear, weil es in der Pop-Welt keine «ä» gibt –, treibt dort seine Karriere voran und nahm ein Album auf. «Sanity» heisst es, es ist gerade herausgekommen und soll darum auch in der Schweiz, seiner Heimat, vorgestellt werden.

Auch in der Kirchberger «Eintracht», «ein geiler Club», wie Bear am Samstagabend meinte, «und ich dachte, das sei ein Restaurant!» Da staunte er grad noch einmal: «160 Vorbestellungen, das ist einfach krass», meinte der 25-Jährige, der begnadete Sänger/Songschreiber mit den zwei Seiten: scheu und um Worte ringend, wenn er spricht, ausdrucksstark, emotionell und selbstvergessen, wenn er singt. Und wie er singt! Roh, rau, krud und kratzig, düster, lamentierend. «Raw-Pop», also rauer Pop, nennt er seinen Stil.

Manche prophezeien ihm eine grosse Karriere

Rau ist die Sache und populär wird Bear bestimmt auch noch. Da gab es doch diesen einen, diesen Cocker, der die (Woodstock-)Welt alleine mit seiner Stimme begeisterte und dann ein ganz Grosser wurde. Manche prophezeien auch diesem Bear eine grosse Karriere. Mancher wird dann sagen: «Ich habe ihn gesehen, da war er noch total unbekannt, in der ‹Eintracht› war das, im Toggenburg!»

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