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Ein Netz, das Ängste schürt: 5G stösst auch in Kirchberg auf Widerstand

Die mögliche Inbetriebnahme eines 5G-Netzes sorgt für Diskussionen. Das Komitee «Besorgte Bürger» lancierte eine Petition, in welcher der Wunsch an den Gemeinderat geäussert wird, «einen Antennen-Wildwuchs» zu verhindern.
Beat Lanzendorfer
Gemeindepräsident Roman Habrik (Zweiter von links) nimmt die Unterschriftenbögen von Barbara Meyer, Roger Lüthi und Giuseppina Oberhänsli am Mittwochnachmittag im Gemeindehaus in Empfang (von links). (Bild: Beat Lanzendorfer)

Gemeindepräsident Roman Habrik (Zweiter von links) nimmt die Unterschriftenbögen von Barbara Meyer, Roger Lüthi und Giuseppina Oberhänsli am Mittwochnachmittag im Gemeindehaus in Empfang (von links). (Bild: Beat Lanzendorfer)

Mobilfunkanbieter, die ihr bestehendes Netz auf 5G umstellen möchten, haben in der Bevölkerung einen schweren Stand. Ängste schüren die Strahlenwerte, die nach dem Aufrüsten bestehender Antennen oder der Inbetriebnahme neuer Standorte trotz anderslautender Beteuerungen zu hoch seien.

Das Komitee «Besorgte Bürger» bildet sich

Solche Bedenken wurden auch in der Gemeinde Kirchberg offenkundig, nachdem der Gemeinderat im September im Auftrag der Swisscom der Dörfligmeinschaft Schalkhusen sowie dem Verein Müselbach und Umgebung die Bitte unterbreitete, mögliche Standorte für eine Mobilfunkantenne mitzuteilen.

Anfang Juli bildete sich das Komitee «Besorgte Bürger», das es sich zur Aufgabe machte, an einer am 26. September durchgeführten Informationsveranstaltung mit Fachreferenten die Bürger über den aktuellen wissenschaftlichen Wissensstand und die aus ihrer Sicht bestehenden Gefahren des 5G-Netzes hinzuweisen. Dem Komitee gehören Herta Jöhl, Silvia Weiss-Henke, Giuseppina Oberhänsli, Monika Kuhn, Barbara Meyer und Roger Lüthi an.

Antennen-Wildwuchs soll verhindert werden

Das Komitee lancierte im Anschluss an die Informationsveranstaltung eine Petition, in welcher der Wunsch an den Gemeinderat geäussert wird, «einen Antennen-Wildwuchs in der Gemeinde Kirchberg zu verhindern, indem die Gemeindeverwaltung die nötigen Rechtsmittel in einem neu auszuarbeitenden Baureglement festhält». Gemäss Informationen des Komitees existiert im Kirchberger Baureglement keine Reglementierung, wo und in welchen Zonen Mobilfunkantennen stehen dürften.

Die Gemeinde weist in ihrem Schreiben an die Dorfvereine vom September darauf hin, dass ein möglicher Standort in der Bauzone liegen müsse. Diese Aussage widerlegt Roger Lüthi als nicht zutreffend: «Nach Auskunft des Kantons kann eine Mobilfunkantenne auch in der Landwirtschaftszone stehen. Die Realisierung ist zwar mit Auflagen verbunden, jedoch möglich.»

375 Personen unterstützen eine Petition

Bis zum Ablauf der Frist haben 375 Einwohnerinnen und Einwohner die Petition unterschrieben. Roger Lüthi, Barbara Meyer und Giuseppina Oberhänsli überreichten die Unterschriftenbögen am Mittwochnachmittag Roman Habrik. Der Gemeindepräsident hat zugesagt, das Anliegen im Gemeinderat zeitnah zu behandeln.

Die Dorfvereine blieben ebenfalls nicht untätig und holten die Meinung der Einwohnerinnen und Einwohner ein. Das Anliegen der Gemeinde respektive der Swisscom stiess insbesondere im Kreis der Dörfligmeinschaft Schalkhusen auf breite Ablehnung. Die Gemeinschaft hat der Gemeinde deshalb gar keinen Antennenstandort vorgeschlagen. Weiter wird den Gemeindebehörden mitgeteilt, dass ein Antennenstandort in Hof/Schalkhusen nicht erwünscht sei.

Die Vertreter des Dorfvereins sind zudem der Auffassung, dass Kirchberg bei Neuerungen nicht an vorderster Front dabei sein müsse und ein Anschluss zu einem späteren Zeitpunkt genauso Sinn mache. Weiter werde es begrüsst, wenn seitens der Gemeinde die Möglichkeiten bezüglich Antennenstandorten in erhöhten Lagen ausserhalb der Bauzone ausgelotet werden.

Müselbacher sind weniger kritisch

Mit der nötigen Vorsicht, aber weniger kritisch betrachten die Einwohner Müselbachs die Anfrage der Gemeinde. Ihnen ist es ein Anliegen, dass mögliche Standorte auch in der Landwirtschaftszone geprüft werden. Durch den Bau von Antennen in erhöhten Lagen könnten mehrere Weiler und Dörfer profitieren.

Weiter wird angeregt, dass durch einen Ausbau der bestehenden Funkantenne der Feuerwehr beim Weiler Hüsligs sowohl Tüfrüti als auch Hof, Schalkhusen und Kirchberg profitieren würden. Zu guter Letzt regt der Verein Müselbach und Umgebung einen möglichen Standort auf dem Chogelhuet zur Prüfung an. Die vorgeschlagenen Standorte liegen alle in der Landwirtschaftszone.

Eine deckungsgleiche Meinung vertreten die Dörfer beim Stichwort Glasfaser. Sowohl der Verein Müselbach und Umgebung als auch die Dörfligmeinschaft Schalkhusen unterstützen die Bemühungen der Gemeinde, den Ausbau der Glasfaserabdeckung weiter voranzutreiben.

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