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Hauswart der Jost-Bürgi-Schule in Lichtensteig: ein Mann für alles und alle

Während mehr als einem Vierteljahrhundert kümmerte sich Guido Bischof um die Schulanlagen in Lichtensteig. Diesen Sommer wird der Hauswart der Jost-Bürgi-Schule pensioniert – und kann seine alten Hobbies endlich wieder aufleben lassen.
Corinne Bischof
Hauswart Guido Bischof will bald mit seinem Kleintransporter nach Italien fahren. (Bild: Corinne Bischof)

Hauswart Guido Bischof will bald mit seinem Kleintransporter nach Italien fahren. (Bild: Corinne Bischof)

Die Jost-Bürgi-Schule erinnert im ersten Moment an ein Schloss, das auf dem Hügel über dem Städtchen Lichtensteig thront. Eine lange, steinige Treppe führt auf den Schulhof, den Guido Bischof während der letzten 27 Jahren instand hielt. Der heutige Rundgang ist einer der letzten, die Guido Bischof in seiner Funktion als Hauswart über den Schulhofplatz macht. Diesen Sommer will der 64-jährige seinen Ruhestand antreten.

Hausabwart aus Familientradition

Es ist kein Zufall, das Guido Bischof am 1. Mai 1991 ausgerechnet in Lichtensteig die Stelle als Hauswart antrat. Als Kind von einem Hausabwarts-Ehepaar wuchs er praktisch auf dem Schulgelände auf. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Guido Bischof in die Fussstapfen seines Vaters treten würde.

Bereits in jungen Jahren kannte er das Schulgebäude in- und auswendig und er half seinem Vater stets tatkräftig mit. «Mein Vater hat mir alles beigebracht, was ich wissen muss. Ich war ein Allround-Kind», erinnert sich Bischof.

Nachdem er in seiner Jugend die Lehre als Sanitärinstallateur absolviert hatte und einige Jahre auf diesem Beruf arbeitete, entschied er sich gemeinsam mit seiner Frau dazu, das Freibad in Lichtensteig zu übernehmen. Für ihn der perfekte Job – im Sommer im Schwimmbad, im Winter auf dem Bau. Die handwerkliche Arbeit kam niemals zu kurz. Rund 14 Jahre lang war er für das Schwimmbad zuständig, bis sein Vater die Hausabwartstätigkeit niederlegte. «Das war meine Chance», sagt Guido Bischof.

Ein möglichst geregelter Alltag

Dass Guido Bischof als Hauswart und als Vater von drei Kindern nicht direkt im Schulhaus wohnte, half ihm dabei, Arbeit und Privates klar zu trennen. «Ich habe einen geregelten Arbeitstag, und wenn ich abends nach Hause komme, habe ich Feierabend wie jeder andere auch.»

Ganz normal sieht sein Alltag aber doch nicht aus. Bischof steht oft schon um halb sechs Uhr im Schulhaus, um die noch leeren Zimmer reinigen zu können. Er ist dafür zuständig, dass zehn Klassenzimmer und Gruppenräume plus die beiden Kindergärten auf der anderen Seite des Schulhofes stets sauber gehalten werden.

Lausbuben sind in Lichtensteig selten

Dass die rund 150 Kinder, die täglich die Jost-Bürgi-Schule betreten, auch Probleme machen können, hat Guido Bischof kaum erfahren. «Einige grüssen dich auf dem Gang, andere nicht. Einige bedanken sich für deine Arbeit, andere halten sie für selbstverständlich», sagt er mit einem Schulterzucken.

So wie er erzählt, haben die Kinder der Jost-Bürgi-Schule Glück, einen so gelassenen Abwart im Hause zu haben. «Wenn mal ein Kind seinen Znüni im Gang gegessen hat, sind die Krümel halt bis am Nachmittag liegengeblieben. Dann musste ich so oder so putzen.» Guido Bischof bereut es nicht, damals die Stelle als Hauswart angetreten zu haben. «Ich habe eigentlich immer alles gerne gemacht», sagt er. Er mag es, dass man als Hauswart unabhängig und selbständig arbeiten kann. «Man muss die Arbeit aber sehen. Man hat niemanden, der einem am Morgen sagt, was für Aufgaben anstehen.» Guido Bischof war nie heikel, hat immer angepackt und war sich nie zu schade, die Hände schmutzig zu machen.

Mit dem Kleintransporter nach Italien

Was ihn nach der Pension erwartet, weiss Guido Bischof genau. «Mir wird bestimmt nicht langweilig», sagt er und beginnt, seine alten Hobbies aufzuzählen. Fahrradfahren sei in letzter Zeit zu kurz gekommen, und früher habe er immer mit Holz gewerkelt. In Mosnang besitze er ein Grundstück mit Wald, den er in Zukunft besser pflegen möchte. Ausserdem haben ihm die Lehrerinnen und Lehrer der Jost-Bürgi-Schule einen Gutschein für einen Ausflug mit einem Töff geschenkt – ein altes Hobby, das er nun wiederaufleben lassen kann. Und ganz nebenbei erzählt er von seinem Traum, einmal mit seinem Kleintransporter nach Italien zu fahren.

Die farbigen Dekorationen und Glückwünsche, die den Tisch des Lehrerzimmers schmücken, verraten, dass Guido Bischof nicht einfach irgendein Hauswart war – Guido Bischof war ein Mann für alles und alle.

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