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Ein Bilderbuch am Wegrand

Die Stiftung Willy Fries hat im Rahmen der Freilichtspiele im Dreyschlatt oberhalb von Wattwil einen Bräker-Lebenskreis geschaffen. Gezeigt werden Skizzen und Zeichnungen des Künstlers Willy Fries.
Anina Rütsche
Die Skizze links zum Thema «Handeln» hat Willy Fries 1934 als Vorarbeit für «Der Arme Mann» angefertigt. Im Buch ist 1935 schliesslich die Tuschzeichnung rechts zum Thema «Handeln» erschienen. (Bilder: PD)

Die Skizze links zum Thema «Handeln» hat Willy Fries 1934 als Vorarbeit für «Der Arme Mann» angefertigt. Im Buch ist 1935 schliesslich die Tuschzeichnung rechts zum Thema «Handeln» erschienen. (Bilder: PD)

Als er vom Freilichtspiel «Ueli Bräker – der Arme Mann im Tockenburg» erfuhr, war Silvan Altermatt von der Stiftung Willy Fries begeistert. Nicht, weil in derselben Meldung stand, dass für die Aufführungen Statisten gesucht werden. Sondern, weil der engagierte Berner sogleich eine Idee hatte, wie sich das Leben von Ueli Bräker (1735 – 1798) mit den Werken des Wattwiler Künstlers Willy Fries (1907 – 1980) verbinden liesse, und zwar vor Ort im Dreyschlatt, nahe der Bühne unter freiem Himmel. Den Verantwortlichen der Bühne Thurtal, unter anderem Willy Hollenstein und Willy Schönenberger, habe das Projekt gefallen, und so sei im Juni – erstaunlich kurzfristig – die Zusammenarbeit beschlossen worden.

Wilde Skizzen, brave Ausführung

Innerhalb weniger Wochen ist schliesslich der sogenannte Bräker-Lebenskreis entstanden. Er besteht aus insgesamt 19 Holzstelen, auf denen Werke von Willy Fries zu sehen sind, die vom Leben Bräkers erzählen. Sie säumen einen Weg am Aufführungsort des Freilichtspiels im Dreyschlatt oberhalb von Wattwil. Entstanden sind die Skizzen und Tuschzeichnungen gemäss Silvan Altermatt im Jahr 1934. Veröffentlicht wurden sie schliesslich 1935 im Buch «Der Arme Mann» als Bildfolge, ergänzt mit Ausschnitten aus Bräkers Texten. «Lange galt diese Ausgabe als vergriffen», erzählt Silvan Altermatt. Doch die Stiftung habe einen Bestand an mehreren hundert Exemplaren in die heutige Zeit retten können. «Wer eines kaufen möchte, kann sich bei der Stiftung melden», hebt er hervor.

Silvan Altermatt von der Stiftung Willy Fries ist regelmässig im Drey-schlatt, um über die Ausstellung Auskunft zu geben. (Bild: Anina Rütsche)

Silvan Altermatt von der Stiftung Willy Fries ist regelmässig im Drey-schlatt, um über die Ausstellung Auskunft zu geben. (Bild: Anina Rütsche)

Wer in «Der Arme Mann» blättert, bemerkt sogleich, dass Willy Fries offenbar einen starken Bezug zur Geschichte Bräkers hatte. «Ja, dem ist so», bestätigt Experte Altermatt. Er verweist darauf, dass Willy Fries in der Studentenverbindung Rhetorika sogar «Ueli» getauft worden war, dies höchstwahrscheinlich basierend auf Bräkers Vornamen. Noch lieber als die detailliert ausgearbeiteten Tuschbilder mag Silvan Altermatt die Skizzen, die Willy Fries zuvor angefertigt hat. «Diese sind wilder, bewegter, lebendiger», begründet er. «Die definitive Ausführung ist für meinen Geschmack zu brav.» Dies sei der Grund gewesen, warum er die Skizzen im Lebenskreis den fertig ausgearbeiteten Zeichnungen gegenübergestellt habe.

Wenn immer möglich, begibt sich Silvan Altermatt zu den Bräker-Vorführungen im Dreyschlatt, um den Besucherinnen und Besuchern die Freiluft-Ausstellung am Wegrand zu erklären. An den Tagen, an denen er verhindert ist, wird er vom Kantischüler Samuel Gossweiler vertreten. Dieser befasst sich derzeit im Rahmen seiner Maturaarbeit mit dem Schaffen von Willy Fries.

Stelen stammen vom grössten Adventskranz

Die 19 Stelen, aus denen der Lebenskreis besteht, haben übrigens eine spannende, auf die Region bezogene Vorgeschichte. Wie Silvan Altermatt verrät, wurden sie ursprünglich für Mosnangs Weltrekordversuch mit dem grössten Adventskranz der Welt hergestellt. «Dort wurden sie genutzt, um eine Zwergengeschichte mit passenden Bildern auszustellen», weiss Silvan Altermatt. Bereits hat er die Stelen, die von innen her beleuchtet werden können und sich daher auch für die Nutzung im Dunkeln eignen, für ein weiteres Projekt reserviert, das ihm im Namen der Stiftung Willy Fries vorschwebt. Die Gedanken zu dessen Umsetzung allerdings möchte der Berner noch einige Wochen reifen lassen.

Hinweis

Das Buch «Der Arme Mann» kann auf Anfrage bei der Stiftung Willy Fries Wattwil bezogen werden, dies per E-Mail an info@willy-fries.ch, unter der Telefonnummer 079 340 46 42 oder an der Abendkasse im Dreyschlatt. Weitere Informationen über die Stiftung Willy Fries Wattwil sind unter www.willy-fries.ch zu finden.

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