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Ein Kreisel erhitzt die Gemüter in Bütschwil

Am Donnerstagabend informierte das kantonale Bauamt über geplante flankierenden Massnahmen auf der Strecke Engi-Wilerstrasse-Landstrasse-Ottilienstrasse. Über 100 Interessenten diskutierten das Vorhaben.
Sascha Erni
Die Besucher des Informationsabends zeigten grosses Interesse an den Details der geplanten flankierenden Massnahmen. (Bild: Sascha Erni)

Die Besucher des Informationsabends zeigten grosses Interesse an den Details der geplanten flankierenden Massnahmen. (Bild: Sascha Erni)

«Es ist noch nichts in Stein gemeisselt», eröffnete Manfred Huber vom Tiefbauamt St.Gallen sein Referat in der Turnhalle der Primarschule Dorf. Während der anschliessenden Diskussion mit den gut 110 Anwesenden wiederholte er: Bei den an diesem Donnerstagabend präsentierten flankierenden Massnahmen zur Umfahrung Bütschwil handelt es sich erst um Projektskizzen.

Wegen des geänderten Verkehrsflusses wechselten die Kirchgasse / Mosnangerstrasse und ein Teil der Wilerstrasse vom Kanton zur Gemeinde. Umgekehrt wird die Ottilienstrasse neu zur Kantonsstrasse. Die Aufgaben der Strassen und deren bauliche Ausführung wandeln sich, und das bei engen Platzverhältnissen. Der Leiter Strassen- und Kunstbauten zeigte sich aber überzeugt: «Wir haben die technisch beste Kompromisslösung gefunden».

Angst vor Ausweichverkehr durch die Quartiere

Heute fahren auf der Land- und Wilerstrasse täglich rund 17'000 Fahrzeuge, nach der Eröffnung der Umfahrung wird sich gemäss Projektion des Kantons der Verkehr auf zirka 6000 Fahrzeuge reduzieren. Das Verkehrsaufkommen auf der Ottilienstrasse soll mit rund 1500 Fahrzeugen pro Tag stabil bleiben.

Damit die Strassen ihre neuen Funktionen erfüllen können, plant der Kanton vielfältige flankierende Massnahmen. Auf der Land- beziehungsweise Wilerstrasse sollen etwa Radstreifen gebaut werden und die Ottilienstrasse soll nordseitig durchgehend neue Trottoirs erhalten. «Wir müssen versuchen, jedem Verkehrsteilnehmer Platz zu geben», erklärte Manfred Huber. Der vorhandene Platz und die Sicherheit seien dabei zentral. Aus diesen Gründen plant der Kanton auch die an diesem Abend umstrittenste Massnahme: Die Ottilienstrasse soll mit einem Kreisel in die Landstrasse münden.

Zahlreiche Voten kritisierten das Ansinnen, befürchteten Ausweichverkehr durch die Quartiere und schlugen alternative Verkehrswege vor. Manfred Huber führte aus, dass der Kanton die Strasse sowieso anbinden müsse. Die Kreisel-Alternativen, ein T-Knoten mit Ampel oder Rechtsvortritt, seien aus Sicherheits- und Komfortgründen schlechtere Lösungen. Mehrere Stimmen aus dem Plenum gaben zu bedenken, dass der Kreisel bei einem fakultativen Referendum einen schweren Stand haben könnte.

Bauauflage ab Sommer oder Herbst 2019

Die Gesamtkosten belaufen sich laut Planung auf 5 Millionen Franken, die Gemeinde Bütschwil müsste davon 1,6 Millionen tragen. Hier setzte der nächste Kritikpunkt an: Weshalb wird so teuer und aufwendig gebaut? In Ebnat-Kappel und Lichtensteig habe es keine solchen Massnahmen geben, hiess es von Zuhörerseite.

Manfred Huber erklärte, dass für den Bau einer Umfahrung die Zweckmässigkeit zähle. Ob diese gegeben ist, entscheiden auch flankierende Massnahmen. Dies gelte besonders für Bütschwil, denn nur mit den Massnahmen könne sicher gestellt werden, dass die Umlagerungswirkung der Umfahrungsstrasse und damit der Grund, dass man sie überhaupt baut, gegeben ist. «Es gibt hier kein Entweder-Oder, die beiden Dinge gehören zusammen», wie er sagte. Auch in Sachen Kosten kündigten verschiedene Bürger an, dass es mit einem fakultativen Referendum schwierig werden würde.

Die Erarbeitung des Bauprojekts ist noch nicht abgeschlossen, so Manfred Huber. Sobald der Projektplan steht, geht er in die Vernehmlassung beim Gemeinderat. Dies soll im Frühjahr 2019 geschehen.

Rund 110 Personen kamen zur Information über die flankierenden Massnahmen in Bütschwil. (Bild: Sascha Erni)

Rund 110 Personen kamen zur Information über die flankierenden Massnahmen in Bütschwil. (Bild: Sascha Erni)

Mit über einer Million Franken unterstehe das Projekt dem fakultativen Referendum, versicherte Gemeindepräsident Karl Brändle. Falls das Bütschwiler Stimmvolk die flankierenden Massnahmen gutheisst und die St.Galler Regierung das Projekt genehmigt, folgt im Sommer oder im Herbst 2019 die dreissigtägige Auflage mit Einsprachemöglichkeit.
Gebaut werden kann nach der Eröffnung der Umfahrungsstrasse ab September 2020 – selbst wenn weder Referendum noch Einsprachen den Ablauf verzögern, werden also die flankierenden Massnahmen in Bütschwil noch lange zu reden geben.

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