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Johanneum: «Ein intensives Jahr mit Hochs und Tiefs»

Bauliche Massnahmen zur Arealentwicklung und stetige Veränderungen bei den sozialen Partnern bescheren dem Vorstand und der Institutionsleitung des Johanneums viel Arbeit. Sie berichteten davon am Donnerstagabend.
Sabine Schmid
Als Massnahme zur Verkehrsberuhigung im Johanneum-Areal wurden im vergangenen Jahr neue Parkplätze gebaut. (Bild: Sabine Schmid)

Als Massnahme zur Verkehrsberuhigung im Johanneum-Areal wurden im vergangenen Jahr neue Parkplätze gebaut. (Bild: Sabine Schmid)

Schulort, Ausbildungsort, Arbeitsort, Wohnort: Das Johanneum in Neu St. Johann ist vieles. Es solle und wolle aber auch ein offener Ort für Begegnungen sein, betonte Präsident Hansjörg Huser zu Beginn der Vereinsversammlung am Donnerstagabend. Immer wieder zeigt die Institution, dass jeder herzlich willkommen ist. Tanzabende, Weihnachts- und Frühlingsmärkte, Theater, Fachreferate und Ausstellungen, für jeden gibt es dort Veranstaltungen. Dazu kommt das Inseli, das am kommenden Samstag nach einer Auffrischung wieder eröffnet wird. «Wertschätzende Kontakte nach aussen gehören zum Johanneum und sind sehr wichtig für unsere Klienten», sagte Hansjörg Huser.

Sparprogramm wirkt sich aus

Doch neben all diesen schönen Farbtupfern gab es für die Leitung auch weniger schöne Erfahrungen. Derzeit müssten die Leistungsvereinbarungen mit dem Kanton ausgearbeitet werden. Für die Bereiche Erwachsene, Auszubildende und Schüler sind jeweils unterschiedliche Ansprechpartner zuständig. Entsprechend verlaufen auch die Verhandlungen nicht bei allen gleich gut und sie sind sehr zeitintensiv. Dass der Kanton spart, wirkt sich direkt auf den Betrieb aus.

Der Erwachsenenbereich mit 119 Klienten im Jahr 2017 ist leicht angewachsen. Bei den Auszubildenden gab es in den vergangenen zehn Jahren aber einen Rückgang von 50 auf 33 Klienten, ebenso bei den Sonderschülern, wo die Zahl von 108 auf 67 sank. Was das für die Institution heisst, wurde bei der Präsentation der Jahresrechnung deutlich. Rolf Rechberger musste ein Defizit von 1,3 Millionen Franken ausweisen.

Er gab zu bedenken, dass in einer Institution wie dem Johanneum nicht schnell Anpassungen vorgenommen werden können, weil die Betreuung der Klienten in den Händen von Fachpersonal liegt. Dieses könne bei Bedarf nicht so einfach gefunden werden. Zudem bleibe der Unterhalt der Liegenschaften gleich hoch, auch wenn einige Zimmer nicht belegt seien.

«Klient nicht als Störfaktor abstempeln»

Franz E. Grandits, der pädagogische Leiter des Johanneums nahm die zunehmende Verbürokratisierung auf. Die zuweisenden Stellen würden vom Johanneum einen Aufbruch fordern, aber gleichzeitig Stolpersteine in den Weg legen. Grandits befürchtet, dass die Klienten zunehmend aus dem Blickfeld verschwinden. «Aber letztlich geht es um das Wohlergehen der uns anvertrauten Menschen mit einer Beeinträchtigung.»

Die Johanneumsleitung sei nun gefordert, die Ausrichtung zu justieren. Dieser Prozess sei eine Chance, das eigene Profil zu schärfen und die Dienstleitung dem Markt anzupassen. Dabei gelte es, den Klienten nicht als Störfaktor abzustempeln. Jeder habe seine Ecken und Kanten und dürfe diese auch haben. Die Mitarbeiter des Johanneums seien darum besorgt, dass sich die Menschen wohl fühlen. «Eine solche Beziehungsarbeit gibt es aber nicht zum Nulltarif und sie passt nicht in ein Raster», machte Franz E. Grandits deutlich. Gerade die Arbeit mit den Jugendlichen sei der Schlüssel zur beruflichen und sozialen Integration.

Während des «intensiven Jahrs mit Hochs und Tiefs», wie es Hansjörg Huser umschrieb, befasste sich der Vorstand auch mit baulichen Massnahmen der Arealentwicklung. Die angestrebte Verkehrsberuhigung auf dem Areal sei umgesetzt worden, berichtete der Präsident. Die neu erstellen Parkplätze seien sehr gut ausgenutzt. Der gewünschte Fussweg vom Johanneum entlang der Gleise zum Bahnhof habe sich zu einem leidigen Thema entwickelt. Die Gemeinde wollte diesen erstellen, doch nun hat die SOB die zugesagte Wegführung widerrufen. Wie die Gemeinde weiterfahre, ist gemäss Hansjörg Huser noch offen. Die Projekte für das Zentralgebäude, die in einem Wettbewerb ausgearbeitet wurden, sind nach den Sommerferien zu sehen.

Unter dem Traktandum Wahlen sprachen die Vereinsmitglieder dem Präsidenten Hansjörg Huser und den Vorstandsmitgliedern Urs Cavelti, Beat Ernst, Susanne Hartmann, Claudia Oesch, Rita Roos-Niedermann, Götz Rübsaamen und Imelda Stadler für weitere vier Jahre ihr Vertrauen aus.

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