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Interview

Ein halbes Leben bei der Feuerwehr

Nach zehn Jahren als Vizekommandant der Feuerwehr Bütschwil-Ganterschwil gibt Stefan Nagel Ende Jahr sein Amt weiter. Er schaut auf eine lange Zeit voller ereignisreicher Einsätze und Übungen zurück.
Anina Rütsche
Stefan Nagel (links) war in der Feuerwehr, um sich sinnvoll für die Gesellschaft zu engagieren. (Bild: PD)

Stefan Nagel (links) war in der Feuerwehr, um sich sinnvoll für die Gesellschaft zu engagieren. (Bild: PD)

Eigentlich hat er seine Dienstpflicht längst erfüllt, denn statt der üblichen 20 Jahre war Stefan Nagel 22 Jahre Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Bütschwil-Ganterschwil. Nun ist für den Lastwagenchauffeur die Zeit gekommen, das Amt des Vizekommandanten seinem Nachfolger Roman Hollenstein anzuvertrauen. Die offizielle Übergabe ist auf den Jahreswechsel datiert, verdankt und gefeiert wird aber bereits am Schlussabend vom 30. November.

Stefan Nagel, wie schauen Sie auf Ihre Zeit bei der Feuerwehr zurück?

Mit grosser Dankbarkeit, denn bei der Feuerwehr habe ich viele spannende Stunden erlebt und einiges fürs Leben gelernt. Eingetreten bin ich mit 22, nun bin ich Mitte 40. Ein halbes Leben bei der Feuerwehr, das prägt. Nun überlasse ich meinen jüngeren Kollegen das Feld. Ich bin extra ein bisschen länger dabei geblieben als üblich, denn mir war wichtig, dass die Nachfolge definitiv geregelt ist, wenn ich abtrete.

Warum haben Sie sich damals entschieden, sich in der Feuerwehr zu engagieren?

Wie alle Einwohner der Gemeinde wurde ich dafür angefragt. Ich fand, dass dies eine ideale Möglichkeit sei, um etwas Nützliches für die Bevölkerung zu tun. Für mich stand daher schnell fest, dass ich diese Chance packen möchte. Anfang 1997 trat ich in die damalige Feuerwehr Bütschwil ein. Zur Fusion mit Ganterschwil kam es erst ein paar Jahre später. Den Beitritt zur freiwiligen Feuerwehr habe ich nie bereut.

Welche verschiedenen Aufgaben hatten Sie während Ihrer Zeit bei der Feuerwehr inne?

Dass ich aus beruflichen Gründen früh die Lastwagenprüfung gemacht habe, kam mir in der Feuerwehr zugute. So konnte ich von Anfang an das Tanklöschfahrzeug lenken. Im Laufe der Zeit habe ich verschiedene feuerwehrspezifische Weiterbildungen absolviert. Ich wurde zum Unteroffizier, später zum Offizier ernannt. Als Vizekommandant habe ich nun den Grad des Hauptmanns. Innerhalb unserer Feuerwehr habe ich verschiedene Übungen mitorganisiert und durchgeführt. So konnte ich mein Wissen im Laufe der Zeit an den Nachwuchs weitergeben. Als Vizekommandant war ich seit Anfang 2009 tätig, somit komme ich nun auf exakt zehn Jahre in dieser Funktion.

Welche Veränderungen haben Sie bei der Feuerwehr miterlebt?

Im Laufe der Zeit hatten immer weniger Einsätze direkt mit der Bekämpfung von Feuer zu tun, dafür haben unsere Aufgaben in Zusammenhang mit Verkehrsunfällen zugenommen. Mittlerweile hilft die Feuerwehr auch oft beim Bergen von Verletzten, und wir leisten erste Hilfe. «First Responder Einheit» heisst unsere zehn Mann starke Gruppe, die in solchen Fällen aufgeboten wird . Sie besteht seit 2009, und ich habe damals dazu beigetragen, sie aufzubauen. Wir «First Responder» rücken gleichzeitig aus wie der Rettungsdienst. Seit einigen Jahren ist unser Wagen auch mit einem Defibrillator ausgestattet.

Welches war das erfreulichste Erlebnis?

Einsätze, bei denen die Feuerwehr aufgeboten werden, sind im Grunde genommen nie erfreulich. Schön ist aber, wenn eine tragische Situation glimpflich ausgeht. Was mir auch gefallen hat, sind die gemütlichen Stunden nach dem Rapport, in denen die Kameradschaft bei einem Feierabendbier gepflegt wurde.

Welche traurigen Ereignisse haben sich in dieser Zeit ereignet?

Als vor zehn Jahren das Restaurant Rössli in Bütschwil abgebrannt ist, fand ich das sehr schade. Zum Glück wurde damals niemand verletzt. Übrigens habe ich in meiner ganzen Zeit bei der Feuerwehr keinen einzigen sogenannten Personenschaden mit Todesfolge erlebt. Ich wüsste nicht, wie ich reagiert hätte, wäre das der Fall gewesen. Wir Feuerwehrleute hätten jedenfalls stets die Möglichkeit, psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Welche Pläne haben Sie für die Zeit, da Sie nicht mehr in der Feuerwehr aktiv sind?

Ich habe eine Familie mit drei Kindern, und bei uns ist immer etwas los. Ausserdem bin ich Präsident der Musig Bütschwil, und dieses Amt wird mir weiterhin einen willkommenen Ausgleich zur Arbeit als Lastwagenchauffeur bieten.

Inwiefern werden Sie mit der Feuerwehr verbunden bleiben?

Allenfalls als Figurant bei Übungen, aber auf jeden Fall als Mitglied des Feuerwehrvereins Ganterschwil- Bütschwil. Das ist ein Verein, den wir damals von der Feuerwehr Ganterschwil übernommen haben. In diesem Verein sind einige ehemalige Feuerwehrmänner dabei. Bei zwei bis drei Anlässen im Jahr treffen wir uns und pflegen die Gemütlichkeit.

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