Ein Ensemble des Theatervereins Toggenburg führt im September im Dömli das Stück «Der Bettelmann» auf

Die Fäden beim «Der Bettelmann» hält der Wattwiler Christian Heeb als Initiant, Produzent, Regisseur, Darsteller und Direktor fest in Händen.

Michael Hug
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Einige der Theaterschauspielerinnen und - schauspieler für das Stück «Der Bettelmann» sind aus dem Theaterverein Toggenburg rekrutiert worden.

Einige der Theaterschauspielerinnen und - schauspieler für das Stück «Der Bettelmann» sind aus dem Theaterverein Toggenburg rekrutiert worden.

Bild: PD

Das Jahr 2020, eben erst hat es angefangen, wird im Leben des Wattwiler Christian Heeb eine tiefe Spur hinterlassen. Als Präsident des Theatervereins Toggenburg «Theato» probt er zurzeit mit seinem Ensemble den Schwank «Wie wär’s mit Tee?». Das Stück kommt Ende März zur Aufführung, mit der Premiere am 28. März im Kongresszentrum Thurpark in Wattwil. «Bei diesem Stück habe ich eine Nebenrolle», sagt Heeb, «Regie führt unser Mitglied Beat Thalmann.»

Auch beim Stück «Der Bettelmann» besetzt Heeb eine Nebenrolle – doch bei dieser Produktion ist er der Chef. Er ist Initiant, Produzent, Regisseur, Darsteller, Direktor: alle Fäden laufen bei ihm zusammen. «‹Der Bettelmann› ist die grössere Produktion von beiden, dafür ist der Schwank schon bald aufführungsbereit. In den nächsten drei Monaten läuft beides nebeneinander.»

Von einem armen Bettler voller Selbstmitleid

Wenn die fünf Vorstellungen von «Wie wär’s mit Tee?» im Thurpark vorbei sind, beginnen bei «Der Bettelmann» die Szeneproben. Christian Heeb ist für den Bettelmann aber schon seit Wochen unterwegs. Er suchte mehrere Darstellende, einen Aufführungsort, ein Probenlokal, stellte den Probekalender zusammen, organisierte erste Leseproben, suchte Freiwillige für Kostüm, Maske, Technik, Bühne und nicht zuletzt auch Sponsoren.

«‹Der Bettelmann› ist eine Herzensangelegenheit, eine Produktion, die ich unbedingt machen will», sagt Heeb. «Der Bettelmann» ist eine Adaption des weltberühmten Stücks «Jedermann» von Hugo von Hofmannsthal. Das Manuskript von Josef Ausserdorfer sei lange Zeit verschollen gewesen und wieder aufgetaucht, erklärt Heeb: «Sämtliche Texte sind in Hochdeutsch und als Reime geschrieben worden, eine Herausforderung für unsere Laiendarstellenden.»

Ensemble aus dem Theaterverein rekrutiert

Ein Teil des Ensembles hat Heeb aus dem Theaterverein rekrutiert. Die meisten aber hat er im vergangenen Jahr gecastet. Es sind Komplettlaien und Laienschauspielende, die jedoch schon Theatererfahrung haben. Insgesamt sind es rund 30 Personen zwischen 6 und 70 Jahren, die auf der Bühne stehen werden. Einige haben bei einer Chössi-Produktion mitgemacht, andere bei der «Krabat»-Aufführung in Krinau vor rund zwei Jahren.

Das Stück «Der Bettelmann» sei kein lustiges, verrät Heeb: «Es geht um einen armen Mann, einen Bettler voller Selbstmitleid, der lieber gehen möchte als bleiben. Er begegnet dem Tod und der nimmt ihn vielleicht mit oder auch nicht.» Die Produktion, am 5. September kommt sie im Dömli in Ebnat-Kappel zur Premiere, passt gut zum Jubiläum des Theatervereins, meint Heeb, «wir werden dieses Jahr zehn Jahre alt». Das Stück wird nach der Premiere mit sechs bis acht Vorstellungen aufgeführt.

Ehemaliger Musikschüler ist musikalischer Leiter

Und noch ein Jubiläum gibt es: 50 Jahre alt wird die Musikschule Toggenburg. Sie übernimmt bei der Produktion einen wichtigen Part, als musikalischer Leiter wirkt ein ehemaliger Musikschüler, Christoph Mauerhofer, der zum «Bettelmann» auch einige Stücke komponiert hat. Mauerhofer, Organist, wird die Orgel im Dömli in die Aufführung integrieren.

Im Probenkalender ist Christoph Mauerhofer erst nach den Sommerferien gefragt. Christian Heeb und seine Mitschauspielenden sind dann aber längst dabei, ihre umfangreichen Texte für «Der Bettelmann» auswendig zu lernen.