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Interview

Ein emotionaler Abschied für den Trainer des FC Bazenheid

Fünfeinhalb Jahre war der 38-jährige Heris Stefanachi Trainer der Toggenburger. Das verlorene Cupspiel am Samstag gegen Widnau (2:4) war sein letztes. Er übernimmt ab sofort den SC Brühl in der Promotion League.
Interview: Beat Lanzendorfer
Sportchef Hans «Hasä» Stadler (links) und Präsident Danny Lüthi bedanken sich bei Heris Stefanachi für fünf tolle Jahre. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Sportchef Hans «Hasä» Stadler (links) und Präsident Danny Lüthi bedanken sich bei Heris Stefanachi für fünf tolle Jahre. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Bazenheid kassierte am Samstag beim 2:4 gegen Widnau die dritte Pflichtspielniederlage in Folge. Das Sportliche stand beim letzten Spiel von Trainer Heris Stefanachi für einmal aber nicht im Vordergrund. Nachdem sich Mannschaft, Fans und Vorstand von ihm verabschiedet hatten, nahm er sich Zeit für ein Gespräch.

Heris Stefanachi, Sie verlassen den FC Bazenheid mit einer Niederlage. Traurig?

Traurig bin ich in erster Linie, weil es mein Abschiedsspiel mit dem FC Bazenheid war. Wahnsinn, dass nach dem Abpfiff derart viele Menschen geblieben sind, um sich persönlich von mir zu verabschieden. Und ja, ich bin traurig, dass wir verloren haben, denn jeder hat gesehen, dass wir wie in den verlorenen Spielen gegen Frauenfeld und Wil 2 die bessere Mannschaft waren.

Haben Sie eine Erklärung für diese Niederlagenserie?

Ich finde keine Erklärung dafür. Wir hatten davor zwei gute Trainingswochen hinter uns. Vor dem Anpfiff habe ich jeweils eine konzentrierte Mannschaft gesehen. In den Partien gegen Frauenfeld und Wil 2 konnten wir die erste Halbzeit mehr oder weniger dominieren und lagen sogar in Führung. Was dann passierte, ist für mich noch heute ein Rätsel.

Sie sehen keinen Zusammenhang zwischen Ihrem Wechsel zu Brühl und den Niederlagen? Immerhin wurde bereits in dieser Zeit gemunkelt, dass Sie den Ifang eventuell verlassen. Vielleicht hat dieser Umstand die Mannschaft verunsichert?

Meines Wissens sind die Gerüchte erst nach dem Spiel in Wil am Samstag vor einer Woche aufgekommen. Aus unserer Sicht wäre es nicht sinnvoll gewesen, vorher etwas zu kommunizieren. Ich denke, wir haben richtig gehandelt.

Nun überwintert Bazenheid statt als Leader auf Platz 4. Sie hätten Ihrem Nachfolger die Mannschaft sicher gerne als Spitzenreiter übergeben?

Das war mein Wunsch. Schade, dass es nicht geklappt hat.

Nun gehen Sie zum SC Brühl. Wie lange läuft Ihr Vertrag?

Das ist nicht wichtig, ich beabsichtige, die nächsten Jahre beim SC Brühl zu bleiben.

Haben Sie vor, Spieler zum SC Brühl mitzunehmen?

Auf die Rückrunde wird kein Spieler zum SC Brühl wechseln. Die Zukunft des Vereins, der an mich geglaubt und mir so viel gegeben hat, ist mir sehr wichtig. Ich stehe auch zur Verfügung, wenn er meine Erfahrung für die Zukunftspläne nutzen will. Das ist das Mindeste, das ich für meine FCB-Familie tun kann. Ich werde im Herzen immer ein Bazenheider bleiben. Mein Wunsch ist, dass Bazenheid das Ziel Aufstieg in voller Stärke verfolgen kann.

Was sind mit Ihnen für Ziele seitens des SC Brühl vereinbart worden?

Wie vom Verein bereits publiziert, ist ein primäres Ziel der Einbau junger Spieler, die das Potenzial für die Promotion League haben. Darüber hinaus möchte ich der Mannschaft eine Spielstruktur geben und an der Mentalität arbeiten. Gleichzeitig müssen wir Spiele gewinnen und begeistern.

Ihr Vorgänger Uwe Wegmann hat den Job im Vollamt ausgeführt. Eine Option für Sie?

Nein, ich werde ganz normal weiterarbeiten.

Haben Sie auch einen Trainer zum Vorbild?

Der offensive Fussball von Zdenek Zeman hat mich schon immer begeistert. Das ist meine Mentalität. Die Persönlichkeit von Antonio Conte gefällt mir auch. Aber ein eigentliches Vorbild habe ich nicht. Ich will so bleiben, wie ich bin und Spieler, Fans und mich selber begeistern. Ich bin ein Trainer, der versucht, der Mannschaft eine bestimmte Spielidee zu geben. Ich will Spass haben, wenn ich meine Mannschaft sehe und Spass kannst du nur haben, wenn du mutig bist.

Nun endet die Zeit beim FC Bazenheid. Welche Erinnerungen nehmen Sie mit?

Es war für mich eine sehr schwierige Woche. Die Erinnerungen der vergangenen Jahre waren täglich in meinem Kopf. Besonders emotional war der Abschied am Samstag. Auf der einen Seite freue ich mich riesig auf die Aufgabe beim SC Brühl, auf der anderen Seite fällt mir der Abschied sehr schwer. Ich bin in Bazenheid zum Trainer gewachsen und erst hier zum Mann geworden. Der Ifang war für mich fünfeinhalb Jahre lang alles, jetzt geht diese schöne Geschichte zu Ende. Bei dieser Gelegenheit möchte ich drei Menschen speziell danken. Zum einen sind es Sportchef Hans «Hasä» Stadler und der damalige Präsident Markus Böni. Sie haben mir im Sommer 2013 die Chance gegeben, als Trainer beim FC Bazenheid einzusteigen, nachdem ich lediglich Erfahrungen bei den Junioren von Frauenfeld vorzuweisen hatte. Zum anderen danke ich dem neuen Präsidenten Danny Lüthi, der ab Februar dieses Jahres nahtlos an die Arbeit von Markus Böni angeknüpft hat.

Was waren Ihre sportlichen Höhepunkte?

Die Aufstiegssaison, in der wir alle 22 Spiele gewonnen haben. Das Erreichen des Sechzehntelfinals im Cup aus der 2. Liga Regional mit dem Spiel gegen die Berner Young Boys vor 3500 Zuschauern. Praktisch jedes Jahr haben wir etwas Einmaliges geschafft. Der letzte Höhepunkt war in dieser Saison, als wir neun Spiele in Serie ungeschlagen blieben. Hinzu kommen die gelungenen Trainingslager und die Zeit im Clubhaus nach den Siegen, die häufig erst spät nach Mitternacht endete.

Gab es ein Ereignis, das Sie in dieser Zeit speziell geprägt hat?

Ja. Die ersten drei Jahre, in denen wir dreimal punktgleich mit dem Aufsteiger waren, wegen der höheren Anzahl an Strafpunkten aber trotzdem nicht aufgestiegen sind. Dreimal standen wir nach einer erfolgreichen Saison mit leeren Händen da.

Haben Sie daraus Ihre Lehren gezogen?

Es brauchte eine gewisse Zeit, um festzustellen, dass diese Ereignisse eine Lebensschule waren – für uns alle. Später wurden wir für die Leiden dann ja auch belohnt. Es kam die Aufstiegssaison, in der wir bereits fünf Runden vor Schluss aufgestiegen waren. Alles was wir bisher erlebt hatten, musste einen grösseren Sinn haben. Der Sinn war nicht nur aufzusteigen, sondern etwas Einzigartiges zu erreichen und zwar alle Spiele zu gewinnen und Geschichte zu schreiben. Ich habe meine Spieler teilweise physisch und mental extrem belastet, sie haben aber voll mitgezogen und für das gebührt ihnen noch heute meine Bewunderung. Ich bin stolz auf jeden einzelnen.

Unbelohnte Aufholjagd

Kaum war das Cupspiel am Samstag zwischen Bazenheid und Widnau angepfiffen, lagen die Gastgeber nach 135 Sekunden im Hintertreffen. Die Defensive des Heimteams war noch nicht bereit, was Nüesch knallhart zum 0:1 nutzte. Zwei Minuten später hatte Lamorte das 0:2 auf dem Fuss – Bernet reagierte stark und konnte weiteres Unheil vorerst verhindern.

Danach erwachten die Einheimischen, waren spielerisch überlegen und scheiterten mindestens dreimal allein vor Torhüter Wetter. Vor allem Torjäger Anic zeigte sich für einmal wenig Durchschlagskraft. Widnau seinerseits war gnadenlos effizient und schlug vor der Pause noch zweimal zu.

Das 0:3 entsprach nicht unbedingt dem Gesehenen. Nach dem Wechsel startete Bazenheid zu einer fulminanten Aufholjagd und kam durch Treffer von Titaro und Peters auf 2:3 heran. Weitere Chancen und zwei Aluminiumtreffer zeigen auf, dass der Ausgleich verdient gewesen wäre.

Ein umstrittener Foulelfmeter, den Abdoski sicher verwandelte, führte letztlich zum 2:4. Weil der Treffer in der Nachspielzeit fiel, war er nicht mehr entscheidend.

Bazenheid hatte schon davor die Möglichkeit verpasst, das Spiel in andere Bahnen zu lenken und dadurch in die nächste Cuprunde, die im April 2019 gespielt wird, vorzustossen. (bl)

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