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Ein Bürger kritisiert den Lohn des Gemeindepräsidenten von Wildhaus-
Alt St.Johann

Das Budget 2019 der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann gab an der Bürgerversammlung keinen Anlass zu Diskussionen. Ein Antrag, Rolf Zülligs Gehalt zu kürzen, wurde aus formalen Gründen abgewiesen. Der Lohn soll trotzdem nicht überprüft werden.
Sabine Camedda
Ein Diplom zum Abschied: Gemeindepräsident Rolf Züllig (rechts) bedankt sich beim langjährigen Gemeinderat Hermann Alpiger. (Bild: Sabine Camedda)

Ein Diplom zum Abschied: Gemeindepräsident Rolf Züllig (rechts) bedankt sich beim langjährigen Gemeinderat Hermann Alpiger. (Bild: Sabine Camedda)

Die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann steht finanziell auf gesunden Beinen. 2018 wird sie mit einem Ertragsüberschuss von voraussichtlich 700'000 Franken abschliessen, sagte Gemeindepräsident Rolf Züllig an der Bürgerversammlung vom Montagabend. Das Budget für 2019 sieht einen Haushalt vor, der um 2,5 Prozent über den Zahlen des laufenden Jahres liegt. Unter dem Strich bleibt gemäss Budget ein Ausgabenüberschuss von 32'400 Franken. «Unser Eigenkapital hält uns den Rücken frei», sagte Rolf Züllig.

Der Gemeinderat investiere vorsichtig, Wichtiges und Dringendes werde aber nicht ausgelassen. Der Gemeindepräsident nannte vier Beispiele von grösseren Beiträgen, die im kommenden Jahr ausgegeben werden sollen: 100'000 Franken sind für eine Studie vorgesehen, die Ideen für die Entwicklung des Dorfzentrums Wildhaus geben soll. Jeweils 150'000 Franken kosten die Ausweitung der LED-Strassenbeleuchtung auf die Gemeindestrassen, die Überarbeitung der Schutzverordnung und ein Investitionsbeitrag an die Ortsgemeinde Alt St.Johann für den Zusammenschluss der Wärmeverbunde Alt St.Johann und Unterwasser.

Volk hat zum Lohn nichts zu sagen

Vor der Abstimmung über das Budget erwähnte Gemeindepräsident Rolf Züllig einen Antrag zuhanden der Bürgerversammlung. Der Antragssteller verlangt, dass der Lohn des Gemeindepräsidenten auf maximal 143'000 Franken festzulegen sei. Er begründete den Antrag, dass der jetzige Lohn nicht gerechtfertigt sei. Der Gemeindepräsident wies diesen Antrag aus formalen Gründen ab. Der Lohn des Gemeindepräsidenten sei im Rahmen des Budgets als gebundene Ausgabe festgelegt und darüber könne das Volk nicht befinden.

Rolf Züllig, der seinen Lohn auf 190'000 Franken bezifferte, hielt entgegen, dass sein Gehalt im Durchschnitt der Lohnspanne aller St.Galler Gemeindepräsidenten liege. Ein Vergleich mit anderen Gemeinden sei schwierig, weil es in Wildhaus-Alt St.Johann nebst den Einwohnern auch viele Zweitwohnungsbesitzer gebe und die Gemeinde eine Infrastruktur für eine weit grössere Anzahl Einwohner benötige.

«Die Gemeinde profitiert zudem von einem motivierten und kompetenten Gemeindepräsidenten».

Sein Lohn für das Jahr 2019 sei festgelegt worden und könne im Rahmen der Bürgerversammlung zum Budget nicht mehr angepasst werden. Ein weiterer Bürger stellte in der Folge den Antrag, dass sich der Gemeinderat mit den Löhnen der Behördenmitglieder, insbesondere des Gemeindepräsidenten, auseinandersetze und darüber berichte. Dieser Antrag wurde mit 33 Ja- zu 62 Nein-Stimmen abgelehnt. Nach dieser Abstimmung wurden das Budget und der Steuerfuss von 138 Prozent angenommen. Ebenfalls Ja sagten die Stimmbürger zum Neubau des Werkhofs Weier in Alt St.Johann.

Abschied nach 15 Jahren im Gemeinderat

Rolf Züllig bat den zurückgetretenen Gemeinderat Hermann Alpiger auf die Bühne. Er bedankte sich bei ihm für die 15-jährige Mitarbeit im Gemeinderat, zuerst in Alt St.Johann und dann in Wildhaus-Alt St.Johann. Gerade zur Zeit der Vereinigung habe er wertvolle Dienste geleistet, sagte Rolf Züllig und überreichte Hermann Alpiger ein Diplom für seine Zeit als Gemeinderat. Mit einem herzlichen Applaus begrüssten die Bürger den neuen Gemeinderat Walter Hofstetter.

Drei Projekte zur Abstimmung bringen

Gemeindepräsident Rolf Züllig stellte an der Bürgerversammlung mehrere Projekte vor, welche die Gemeinde demnächst realisieren will. Über das Naturgefahrenprojekt Hochwasserschutz Wildhauser Thur und Nasenbach wurde vor einem Monat informiert. Das Projekt werde derzeit detailliert ausgearbeitet. Rolf Züllig hofft, dass es Anfang 2020 aufgelegt und zur Urnenabstimmung gebracht werden kann.

Bereits früher, nämlich im kommenden Jahr, will der Gemeinderat ein Projekt für den Ausbau des Gemeindehauses vors Volk bringen. Das Gebäude in Alt St.Johann sei zu klein dimensioniert und ein Ausbau zwingend, sagte Rolf Züllig. Ein Planungskredit ist bereits erteilt worden, in dessen Rahmen wird nun ein Projekt ausgearbeitet.

Ebenfalls mitreden kann das Stimmvolk bei der Neugestaltung des Dorfplatzes in Wildhaus. Der Kanton wolle die Hauptstrasse sanieren und dies nimmt die Gemeinde zum Anlass, die Verkehrssituation zu überdenken. Ziel solle eine gefahrlose Begegnung von Individualverkehr, vom öffentlichen Verkehr und vom Langsamverkehr sein, sagte Rolf Züllig.

«Trefferei» in Unterwasser nimmt Fahrt auf

Der Gemeindepräsident nahm an der Bürgerversammlung die Gelegenheit wahr, das neue Gemeinschaftszentrum vorzustellen. Unter dem Namen «Trefferei» soll im alten Schulhaus in Unterwasser ein Ort der Begegnung mit Angeboten für Menschen jeden Alters entstehen. Eine Gruppe innovativer Frauen baut diese «Trefferei» auf, in der Beratungen wie die Mütter- und Väterberatung ebenso Platz finden wie die Ludothek oder Angebote der Pro Senectute. Es ist auch geplant, dass ein Kinderhütedienst angeboten wird, der von Einheimischen und auch von Touristen genutzt werden kann. In der «Trefferei» soll es zudem ein Café geben. Der Start ist im Spätsommer 2019 geplant. Die Gemeinde unterstützt die «Trefferei» mit 20'000 Franken. (sas)

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