Ebnat-Kappler Luftgewehrschützen dürfen vom Final träumen

Die Luftgewehrschützen Ebnat-Kappel schiessen am Samstag im luzernerischen Reiden um den Aufstieg in die NLA.

Sabine Camedda
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Die 23-jährige Mirjam Künzli ist eine der Stützen der Ebnat-Kappler Luftgewehrmannschaft.

Die 23-jährige Mirjam Künzli ist eine der Stützen der Ebnat-Kappler Luftgewehrmannschaft.

Bild: Sabine Camedda

Ein Schütze kann fokussieren. Bei jedem Schuss konzentriert er sich auf die Mitte der Scheibe, drückt ab und bleibt noch einige Millisekunden unbewegt in der Schiessposition. Tausendfach wird dieses gleiche Vorgehen wiederholt. Ob zu Hause im eigenen Schiessstand oder an einem Wettkampf.

In dieser Woche fokussieren zehn Schützinnen und Schützen der Luftgewehrsektion nicht nur die Zielscheibe, die zehn Meter vor ihnen entfernt hängt. Sie trainieren für den Aufstiegswettkampf in die oberste Liga der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft, der am Samstag in Reiden ausgetragen wird.

Bis in die Saison 2011/2012 waren die Ebnat-Kappler in der NLA vertreten und haben in den Jahren 2006 und 2007 die nationalen Titel- und Auf-/Abstiegswettkämpfe im Toggenburg organisiert. Dank der erfolgreichen Vorrunde, welche die Mannschaft auf dem ersten Platz der NLB-Ostgruppe abgeschlossen hat, nimmt sie wieder einmal an einem nationalen Auf-/Abstiegswettkampf teil.

«Wir nehmen alles, was wir bekommen»

Wird es für den Aufstieg reichen? Im Training am Dienstagabend in der Luftgewehranlage in Ebnat-Kappel will sich niemand auf die Äste wagen. «Es ist realistisch, dass wir die Vorrunde überstehen», sagt schliesslich die Vereinspräsidentin Brigitte Baumann. In dieser treten die Ebnat-Kappler gegen Altstätten und gegen Glarnerland II an.

Acht Schützen schiessen in einer limitierten Zeit jeweils 20 Schuss, das Resultat wird addiert. Wer mehr Punkte hat, gewinnt die Begegnung. Von dieser Dreiergruppe kommen zwei in den Final und schiessen dort um einen Platz in der NLA. In dieser Runde schiesst jeder Schütze nur zehn Schuss, jedoch einzeln abgegeben. «Dabei wird nach jedem Schuss das Resultat verkündet. Das unterbricht den Rhythmus des Schiessens», erklärt Brigitte Baumann.

Natürlich freut es die Präsidentin, wenn ihre Mannschaft den Aufstieg schafft. «Wir nehmen am Samstag alles, was wir bekommen», sagt sie. Druck seitens des Vereins für die Schützen bestehe aber keiner. Es sei immer etwas anderes, wenn man nicht in der gewohnten Umgebung schiessen könne, erklärt Brigitte Baumann. Dazu kommt: Von den acht Schützen in der Mannschaft – davon sind sechs Frauen – sind die meisten noch so jung, dass sie noch keine Erfahrung an nationalen Mannschaftswettkämpfen der Elite sammeln konnten.

Erfolge in der Ostschweiz geben positive Energie

Wenn es allen gut läuft, traut Brigitte Baumann den Schützinnen und Schützen den Aufstieg zu. Gerade die Erfolge an den Ostschweizer Finalwettkämpfen hätten für positive Energie gesorgt. «Mit je drei Gold- und drei Silber- sowie zwei Bronzemedaillen waren wir so erfolgreich wie schon lange nicht mehr», freut sich Brigitte Baumann. Besonders streicht sie heraus, dass die Schützen in allen Kategorien vorne mitgeschossen haben. Die Vereinspräsidentin und der Trainer Erhard Hüppi werten das als Zeichen dafür, wie breit der Verein aufgestellt sei.

Besonders hebt Erhard Hüppi die Goldmedaille von Nina Suter hervor. «Sie gewann den Ostschweizer Titel zum zweiten Mal in Folge und konnte dabei vier Schützinnen der Nationalmannschaft hinter sich lassen.» Dabei zeichnete sich der Erfolg nicht sofort ab. Nach dem Vorprogramm lag Nina Suter auf dem vierten Zwischenrang. «Erst mit den letzten sechs Schüssen im Final hat sie alles klar gemacht», erzählt Erhard Hüppi.

Doch nicht nur Nina Suter sollte im Final die Nerven behalten. Dies wird auch von den anderen Schützinnen und Schützen erwartet, die in Reiden im Schiessstand stehen. In der Luftgewehranlage in Ebnat- Kappel werden immer wieder Finals trainiert. Bis zum Samstag noch ein wenig intensiver.