Ebnat-Kappler Fahrlehrerin: «Als Frau wird man in diesem Beruf gelegentlich mit Vorurteilen konfrontiert»

Fahrlehrerin Elke Schreiber erzählt in der Rubrik «Goldener Boden» des «Toggenburger Tagblatts» über ihren Traumberuf und die Vorurteile gegenüber Frauen, die diesen Beruf ausüben.

Aufgezeichnet von Julia Engel
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Elke Schreiber in ihrem Fahrlehrerinnen-Auto. Bild: Julia Engel

Elke Schreiber in ihrem Fahrlehrerinnen-Auto. Bild: Julia Engel

Schon seit ich selbst Auto fahren darf, wollte ich Fahrlehrerin werden. Das Autofahren fällt mir leicht und ich liebe es. Ich mag die verschiedenen Charaktere und Persönlichkeiten meiner Fahrschüler. Bei der Zusammenarbeit sind manche impulsiv, manche eher ruhig und ängstlich. Diesen «Spagat» zu meistern, zum Wohle der Lernenden, finde ich sehr spannend und macht mir Spass.

Fahrlehrerin ist mein Traumberuf

An meinem Job mag ich eigentlich alles. Selbstverständlich gibt es auch Tage, an denen ich mich anstelle meiner Arbeit nachzugehen, lieber aufs Bike schwingen oder Joggen gehen würde. Aber in welchem Beruf gibt es das nicht? Fahrlehrerin ist mein Traumberuf.

Ich habe nicht direkt begonnen, als Fahrlehrerin zu arbeiten (siehe Box). Als ich eine Infoveranstaltung des Fahrlehrer-Verbandes besuchte, entschloss ich mich dazu, diese Ausbildung anzugehen. Ich sagte mir damals: «Wenn du es jetzt nicht anpackst, machst du es nie mehr.»

Neben Fahrstunden biete ich auch Verkehrsunterricht und Theorielektionen an. Die Theorie wird heutzutage meist selbstständig erlernt. Teilweise gibt es jedoch Schülerinnen und Schüler, die unsicher sind und durch einen solchen Kurs an Sicherheit gewinnen können.

«Männlein und Weiblein» haben dieselbe Ausbildung

Als Frau im Beruf der Fahrlehrerin werde ich gelegentlich mit dem Vorurteil konfrontiert, dass Frauen schlechtere Autofahrerinnen sind, als dies Männer sein sollen. Dies erachte ich jedoch als «alter Zopf», zumal viele Statistiken von Autoversicherungen das Gegenteil beweisen.

Einige Eltern vermitteln ihrem Kind, dass sie besser zu einem Mann in die Fahrschule gehen sollen. Dafür habe ich wenig Verständnis, denn «Männlein und Weiblein» absolvieren dieselbe Fahrlehrer-Ausbildung und haben ebenso dieselben Prüfungen durchzuführen und zu bestehen.

Vom Rahmenvergolden ins Auto

Elke Schreiber ist gelernte Rahmenvergolderin, hat diesen Beruf nach der erfolgreich abgeschlossen Lehre jedoch nicht mehr ausgeübt. Nach dieser Grundausbildung war sie für einige Monate in Schottland in einem Sprachaufenthalt. Später folgten eine Anstellung beim Fotostudio «Belcolor» und nach der Familiengründung (2 Kinder) weitere Teilzeitjobs. Nun ist sie seit fünf Jahren Fahrlehrerin.

Mein erstes Geld verdiente ich...
als Gartengehilfin bei der Gärtnerei Schneeberger in Ebnat-Kappel. Der Ferienjob bestand hauptsächlich aus Jäten.

Während der Fahrstunden muss ich…
öfter eingreifen, als man denkt. Wenn ich mir vorstelle, dass viele Lernfahrer auch privat üben, wird mir teilweise mulmig zumute. Zum Glück ist meinen Fahrschülern noch nie etwas passiert. (jue)