Ebnat-Kappel
Stimmvolk sagt klar Ja zum Budget 2021

Die Urnenabstimmung zum Voranschlag der Gemeinde Ebnat-Kappel brachte keine Überraschung. Das Budget wurde mit 534 Ja zu 57 Nein klar angenommen. Gemeindepräsident Jon Fadri Huder freut sich, dass er jetzt die geplanten Geschäfte umsetzen kann.

Sabine Camedda
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Seit Sonntag hat Ebnat-Kappel ein genehmigtes Budget für das Jahr 2021.

Seit Sonntag hat Ebnat-Kappel ein genehmigtes Budget für das Jahr 2021.

Bild: PD

Es ist ungewohnt, dass im Toggenburg der Voranschlag einer Gemeinde an die Urne kommt. In Ebnat-Kappel war dies der Fall, denn der Gemeinderat sagte aufgrund der Coronapandemie die Bürgerversammlung von Mitte November ab.

Am Sonntag befanden nun die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über das Budget. Es war eine klare Sache: 534 Stimmende sagten Ja zum Voranschlag, 57 wiesen ihn zurück. Die Stimmbeteiligung lag bei 17,2 Prozent.

Jon Fadri Huder, Gemeindepräsident Ebnat-Kappel

Jon Fadri Huder, Gemeindepräsident Ebnat-Kappel

Bild: PD

Gemeindepräsident Jon Fadri Huder erklärte das relativ tiefe Interesse damit, dass beim Urnengang nur gerade über diese Vorlage abgestimmt wurde. Möglich sei auch, dass aufgrund der Witterung einige Kurzentschlossene den Gang an die Urne am Sonntag ausgelassen haben.

«Verspätung» führte zu keinen Konsequenzen

Für die Ebnat-Kappler war es seit der Bildung der Einheitsgemeinde 2009 das erste Mal, dass das Budget nach Jahresbeginn genehmigt worden ist. Denn die Gemeindeordnung sieht eine Bürgerversammlung für die Genehmigung des Budgets jeweils im Herbst vor.

Zwei Wochen ohne genehmigtes Budget zu arbeiten, habe keine Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit gehabt, sagt Jon Fadri Huder. Für ihn war dies ebenfalls eine Neuheit, an seiner früheren Wirkungsstätte in Samedan wurde das Budget ebenfalls vor Jahresende der Bevölkerung vorgelegt.

Die Deutlichkeit, mit der das Budget angenommen worden ist, freute den Gemeindepräsidenten.

«Nun können die anstehenden Geschäfte und Aufgaben gemäss dem Voranschlag umgesetzt werden.»

5,88 Millionen Franken an Nettoinvestitionen, Steuerfuss bleibt bei 139 Prozent

Im Voranschlag für das laufende Jahr steht unter dem Strich ein Ausgabenüberschuss von 220'000 Franken. Gerechnet wird mit einem unveränderten Steuerfuss von 139 Prozent und einer Grundsteuer von 0,8 Promille von Grundstückswert.

Geplant sind Nettoinvestitionen von 5,88 Millionen Franken. Wie aus den Abstimmungsunterlagen hervorgeht, sind 85 Prozent davon für die letzten Kosten der Erweiterung und Instandsetzung der Schulanlage Wier sowie den Gemeindebeitrag an den Neubau Pflegeheim Wier aufgewendet.

Der Aufwand für die Bildung beträgt rund 11,6 Millionen Franken. Darin eingeschlossen sind einige Ausgaben für den baulichen Unterhalt der Schulanlagen. Dazu ist eine Neuanschaffung von Mobiliar im Schulhaus Gill vorgesehen.

Auf der Einnahmenseite rechnet die Gemeinde mit Steuererträgen von rund 15 Millionen Franken. Der Finanzausgleich bringt weitere 6,2 Millionen Franken. Die Gemeinde geht bei den Einkommens- und Vermögenssteuern von denselben Steuererträgen aus wie im vergangenen Jahr. Als der Voranschlag aufgestellt wurde, war noch nicht abschätzbar, wie sich die Covid-19-Krise auswirken werde, steht in den Unterlagen.

Unterkunft für Asylsuchende wird verbessert

Den Strassenunterhalt lässt sich die Gemeinde Ebnat-Kappel im Jahr 2021 insgesamt 665'000 Franken kosten. Der grösste Anteil mit 350'000 Franken ist für die Sanierung der Schwandstrasse reserviert. Mit 80'000 Franken machen auch die Arbeiten am Mühlauweg einen grösseren Ausgabeposten aus.

Die Gemeinde führt das Betriebs- und Gestaltungskonzepts der Sonnegg-, Rosenbüel- und Hofstrasse weiter. 25'000 Franken werden so für die Verkehrssicherheit investiert. In Ebnat-Kappel stehen ebenfalls grosse Aufgaben in der Raumplanung an. Im kommenden Jahr sollen dafür 150'000 Franken ausgegeben werden.

Das ehemalige Schulhaus Speer (Mitte) in Ebnat-Kappel wird nicht mehr benutzt, darum sollen darin Asylsuchende untergebracht werden. Die beiden Gebäude daneben sollen abgerissen werden.

Das ehemalige Schulhaus Speer (Mitte) in Ebnat-Kappel wird nicht mehr benutzt, darum sollen darin Asylsuchende untergebracht werden. Die beiden Gebäude daneben sollen abgerissen werden.

Bild: Sabine Camedda

Eine Verbesserung soll es für die Unterbringung der Asylsuchenden geben. Dafür soll das ehemalige Speerschulhaus, in welchem bis im vergangenen Jahr die Bibliothek und die Ludothek untergebracht waren, umgebaut werden. Die Kosten sind auf 150'000 Franken geschätzt. Davon ist eine Hälfte in der Erfolgsrechnung als wertvermehrende Kosten und eine Hälfte als werterhaltende Kosten in der Bilanz (Finanzvermögen) vorgesehen.