Dorfkorporation Wildhaus
Die Quellen im Flürentobel sind gefasst – jetzt wird das Reservoir Oberboden neu gebaut

Fünf Quellen wurden neu gefasst und das Reservoir Oberboden wird neu gebaut anstatt saniert. Am Freitagabend informierte Präsident Andy Hug über die laufenden Projekte der Dorfkorporation Wildhaus. Die Stimmberechtigten genehmigten gewichtige Kredite.

Adi Lippuner
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Die Bauarbeiten zur Fassung der Quellen fanden im Flürentobel in unwegsamem Gelände statt.

Die Bauarbeiten zur Fassung der Quellen fanden im Flürentobel in unwegsamem Gelände statt.

Bild: PD

Andy Hug, Präsident der Dorfkorporation Wildhaus, hatte einiges zu berichten. Fünf Quellen, davon eine neue, wurden im Flürentobel im vergangenen Jahr neu gefasst. Als Nächstes soll das Reservoir Oberboden ersetzt werden. «Anstelle einer Sanierung ist ein Neubau geplant», erfuhren die Stimmberechtigten am Freitagabend an der ordentlichen Bürgerversammlung. Wie es sich in der aktuellen Situation gehört, trugen in der Mehrzweckhalle Chuchitobel alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer Masken und hielten Abstand.

Ob auch ein Trinkwasserwerk gebaut wird, bleibt offen

Die Dorfkorporation Wildhaus ist für die Trinkwasserversorgung der Bewohnerinnen und Bewohner zuständig. Erneuerungen, aber auch der Unterhalt bestehender Leitungen gehören zu ihren Aufgaben. Hygienegründe hatten die neue Fassung der Quellen im Flürentobel nötig gemacht. Es war nur die erste Etappe in einem grösseren Bauprojekt. Nun steht der Ersatz der Sammelstube an.

Dafür genehmigten die Stimmberechtigten einen Kredit von 300’000 Franken, ohne Gegenstimmen. Finanziert wird das Projekt durch den Bezug von Reserven und aus der laufenden Betriebsrechnung. Offen bleibt, ob im kommenden Jahr oder später auch ein Trinkwasserwerk gebaut wird. «Wir bauen so, dass die Voraussetzungen dafür geschaffen werden», sagte Andy Hug.

Maximale Wasserspiegelhöhe auf 1205 Meter

Das Reservoir Oberboden wurde 1927 gebaut. Zu den Randbedingungen für den Neubau gehören eine Brauchreserve von 100 Kubikmetern und eine Löschwasserreserve von 50 Kubikmetern. Die Maximale Wasserspiegelhöhe soll auf 1205 Meter über Meer liegen. Erstellt wird ein Behälter, weil das Gegenreservoir Fausler auf 1201 Meter über Meer vorhanden ist. Auch der Abgabeschacht Obgass wird erneuert.

Das neue Reservoir kommt unmittelbar neben das bestehende Gebäude zu liegen. Dazu sagte Andy Hug:

«Die Versorgung der Zone erfolgt während der gesamten Bauzeit durch das bestehende Reservoir Oberboden.»

Weitere Informationen ermöglichten es den Stimmberechtigten, sich ein Bild vom Ablauf der Bauarbeiten zu machen. So könne das Netz nach der Fertigstellung des Neubaus inklusive Ableitungen an das neue Reservoir angeschlossen werden. Dies wäre dann die nächste Etappe in dem Gesamtprojekt, für das 915'450 Franken veranschlagt sind.

An die beitragsberechtigten Anlagekosten werden Subventionen von der Gebäudeversicherung, der Gemeinde und dem Bund in Aussicht gestellt. Die Restkosten zu Lasten der Dorfkorporation betragen 468'850 Franken. Auch sie wurden ohne Gegenstimme genehmigt. Baubeginn ist 2022, die Fertigstellung soll 2023 erfolgen.

71'000 Franken Gewinn in die Reserve

700'000 Franken Wasserzinsen nimmt die Dorfkorporation Wildhaus jährlich ein. Davon sind die alle Aufwendungen und Investitionen zu tätigen. Für 2020 verbuchte die Dorfkorporation einen Gewinn von 71'000 Franken. Dieser wird als Reserve für künftige Investitionen angelegt.

Andy Hug verwies an der Versammlung auch auf die verschiedenen Rohrbrüche, die jedes Jahr zu bewältigen sind. Er zog das Fazit:

«Trinkwasser ist nicht selbstverständlich. Aber wir setzen alles daran, dass sich unsere Bezüger auf die Versorgung verlassen können.»