Doppelkonzert in der Kirchberger «Eintracht»: Americana im Untertoggenburg

Bluesiger Rock und Country brachten USA-Feeling in die «Eintracht».

Sascha Erni
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Cowboy-Hüte und Flanell-Hemden bestimmten letzten Samstag das Erscheinungsbild in der «Eintracht» Kirchberg. Zum ersten Mal traten am 31. August die zwei befreundeten Bands «Crycaptains» aus Rapperswil und die Gähwiler «Desert Rats» gemeinsam auf, was fast einhundert Musikbegeisterte nach Kirchberg lockte. «Wir stellen mit der Eintracht gerne das Gefäss für solche Veranstaltungen zur Verfügung», erklärte Bruno Metzger, Geschäftsführer des Lokals.

«Crycaptains» überzeugten in der Eintracht Kirchberg mit viel Groove. (Bild: Sascha Erni)

«Crycaptains» überzeugten in der Eintracht Kirchberg mit viel Groove. (Bild: Sascha Erni)

Die «Crycaptains» spurten den Abend mit ihrem schweisstreibenden Blues-Rock vor, später würden die «Desert Rats» bis tief in die Nacht die Country-Muskeln zucken lassen – fast zweieinhalb Stunden beste Musikunterhaltung also. Die Kombination war aus verschiedenen Gründen interessant: Während «Desert Rats» als eine der ältesten noch existierenden Bands des Toggenburgs seit Jahrzehnten überregional und gar international bekannt sind, stehen «Crycaptains» noch am Anfang. Zwar sind alle vier Mitglieder erfahrene Musiker, aber die Rapperswiler Band selbst existiert erst seit 2018. «Wir sind alle ursprünglich auch Toggenburger», eröffnete Bandleader Michael Gassler das Konzert. «Ausser Massi (Bassist Massimiliano Spennato, d.Red), der war mal Südglarner», ergänzte er lachend.

Und humorvoll sollte dann auch das gut einstündige Set der vier Musiker ausfallen. Die Songs stellten eine Mischung aus Coverversionen und Eigenproduktionen dar und bestachen mit rockigen, aber gleichzeitig swingenden Rhythmen. Die Soli des Gitarristen Mauro Barbi drückten voller Energie und Spielfreude, verkamen aber nie zum Selbstzweck. Überhaupt war das Zusammenspiel bemerkenswert gut, besonders zwischen Massimiliano Spennato und dem Drummer Vico Gortana.

Keine Starallüren bei den Wüstenratten

Die «Desert Rats» liessen die Eintracht Kirchberg mit Countrymusik in die USA auswandern. (Bild: Sascha Erni)

Die «Desert Rats» liessen die Eintracht Kirchberg mit Countrymusik in die USA auswandern. (Bild: Sascha Erni)

Gortana war das Bindeglied bei diesem Doppelkonzert: Auch für «Desert Rats» sitzt er am Schlagzeug und bot an diesem Samstagabend zusammen mit der Bassistin Fran Meroz alles, was man sich von einer Rhythm-Section nur wünschen konnte. Die beiden brachten das Kunststück fertig, den Rest der Band mit einer Lässigkeit anzutreiben, die begeisterte. Mit dem Gitarristen Albi Specker, Renato Liera an der Pedal Steel Guitar und der Violinistin Simone Keller stand eine schlagkräftige, erfahrene und trotzdem nicht abgehobene Truppe auf der kleinen «Eintracht»-Bühne. Nicolo Paganini zeigte sich gut gelaunt am Mikrofon, sein Spiel auf der Gitarre wechselte überzeugend zwischen den Funktionen als Rhythmus- und als Melodieinstrument.