Dietschwil
Jetzt geht es den Mäusen an den Kragen: 50 Interessierte informieren sich über Massnahmen gegen die Mäuseplage

Mit der Förderung des Waldkauzes, der Greifvögel, Turmfalken, des Hermelins und dem Mauswiesel nimmt die Gemeinde Kirchberg den Kampf gegen die Feldmausplage auf. Das Interesse an den Massnahmen ist gross, erfolgreich sind sie bisweilen nur, wenn möglichst viele am gleichen Strang ziehen. Erste Erfolge lassen nicht lange auf sich warten.

Christoph Heer
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Auf den Feldern werden Sitzstangen für Greifvögel montiert.

Auf den Feldern werden Sitzstangen für Greifvögel montiert.

Bild: Christoph Heer (10. April)

Zur Bekämpfung der Mäuseplage hat die Ökokommission Kirchberg einen Informationsanlass mit praktischen Übungen organisiert. Knapp 50 Teilnehmer, hauptsächlich Landwirte, Landbesitzer und Interessierte, folgten dem Aufruf und lernten am Samstag auf dem Gebiet Ischnitt, auf Dietschwiler Boden, wie die Förderung der natürlichen Feinde der Mäuse (FönaFeMä) funktioniert.

«Wir sind uns bewusst, dass wir auf unserem Gemeindegebiet ein Mäuseproblem haben, dies auch, weil die natürlichen Feinde fehlen. So hat der Gemeinderat beschlossen, 25'000 Franken für ein ganzheitliches Umdenken und zur Förderung der Biodiversität, zu sprechen», sagte Gemeindepräsident Roman Habrik. Er selber nahm einen Augenschein und begleitete einen Einsatz der Mäusefänger. Es sollen sich, laut Habrik, aber vor allem die Landwirte zusammenschliessen, damit sich ein flächendeckender Erfolg einstellen kann.

Genauso sieht es Silvan Holenstein. Der Präsident der Ökokommission Kirchberg erklärte, dass die Gemeinde viel Grasland besitzt und dementsprechend ein grosses Potenzial der Biodiversität vorliegt. «Wir unterstützen die Landwirte. Nur zusammen erreichen wir ein erfolgsbringendes Resultat gegen die herrschende Mäuseplage», sagte Holenstein.

Die Tierwelt soll es regeln

Wie genau nun gegen die Mäuse vorgegangen wird, erklärte Bruno Schättin. «Grosse Hoffnung setzen wir in die Förderung von Hermelin und Mauswiesel. Diese beiden Wieselarten sind effiziente Mäusejäger, wobei sich das Hermelin eher auf Schermäuse konzentriert, während das Mauswiesel unterirdisch den Feldmäusen hinterherjagt.» Schättin sagte:

«Eine Hermelinfamilie vertilgt jede Woche 50 bis 100 Mäuse. So wollen wir den fleissigen Mäusejägern mit geeigneten Ast- und Steinhaufen zur sicheren Aufzucht ihrer Jungtiere und ungestörtem Lebensraum verhelfen.»

Die «Behausungen» können aus Ästen oder Steinen aufgebaut werden. «Unter dem Asthaufen verborgen wird die Aufzuchtkammer mit mindestens zwei Zugängen eingebaut. Darüber wird grobes und feines Astmaterial geschichtet, damit sich Hermelin und Mauswiesel möglichst sicher fühlen können.» Schättin weist zudem darauf hin, dass die Asthaufen eine gewisse Grösse erlangen müssen, da sie sonst von den Wieselarten nicht angenommen werden.

Sitzstangen für den besten Überblick

Nebst den Wieselarten gehören auch Greifvögel zu den arrivierten Mäusejägern. Das sind etwa Milane, Mäusebussarde, Turmfalken, Waldkäuze oder Waldohreulen. Für diese werden nun in der ganzen Gemeinde Sitzstangen montiert. Von den bis zu fünf Meter hohen «Aussichtstürmen» können die Greifvögel den Boden unter ihnen bestens beobachten – insbesondere, wenn das Gras schon etwas höher gewachsen ist. Bruno Schättin hat hierfür extra eine zweiteilige Verankerungsmöglichkeit entwickelt, dessen Metallbauteile beim Jugendheim Platanenhof in Oberuzwil bezogen werden können.

In der Gemeinde Kirchberg zählt man aktuell rund 150 Landwirtschaftsbetriebe. Das Ziel wird sein, möglichst viele in den Kampf gegen die Mäuseplage miteinzubeziehen. Zusätzlich sind noch weitere Projekte wie etwa eine Wildtierunterführung oder Biotope geplant.

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