Porträt
Dietschwiler Sieger am Eidgenössischen Schützenfest: «Innere Zufriedenheit ist das Wichtigste beim Schiesssport»

Ausser einem Cupschiessen in Bütschwil hat Hanspeter Riedweg aus Dietschwil in seiner Karriere nie etwas gewonnen. Im Juli entschied er am Eidgenössischen Schützenfest den Veteranenstich Kategorie E für sich – und liess dabei 3700 Konkurrenten hinter sich. Porträt eines unerwarteten Gewinners.

Peter Jenni
Drucken
Teilen
Delegation des SV Dietschwil am Absenden in Luzern: Kevin Breitenmoser, Kurt Gmür, Stefan Graf, Gabi Riedweg, Hanspeter Riedweg (mit Gabe) sowie Werner Künzli und Rolf Brändli (von links).

Delegation des SV Dietschwil am Absenden in Luzern: Kevin Breitenmoser, Kurt Gmür, Stefan Graf, Gabi Riedweg, Hanspeter Riedweg (mit Gabe) sowie Werner Künzli und Rolf Brändli (von links).

Bild: PD

Am 3. Juli gelang dem Dietschwiler Schützen Hanspeter Riedweg ein Husarenstück. Er gewann den Veteranenstich am Eidgenössischen Schützenfest und liess dabei 3691 Mitbewerber hinter sich. Der 67-Jährige schoss mit dem Sturmgewehr 90 und erzielte mit 483 Punkten (95/93/96/99/100) das beste Resultat des Tages.

Sein direkter Verfolger erreichte mit dem Karabiner zwar ebenfalls 483 Punkte. Bei Gleichstand entscheidet, wer die Serie mit dem höheren Wert abschliesst. Und hier obsiegte Riedweg mit 100 gegenüber 98 Punkten. Dank seines Glanzresultats durfte sich Riedweg über eine besondere Gabe freuen: ein Sturmgewehr 90 im Wert von 4900 Franken.

Mehr als 32'000 Schützinnen und Schützen nahmen am Eidgenössischen Schützenfest in Luzern teil. Dieses hätte eigentlich bereits im vergangenen Jahr stattfinden sollen, wurde jedoch pandemiebedingt verschoben. Noch etwas war pandemiebedingt speziell am grössten Sportanlass der Schweiz.

Geschossen wurde nicht in Luzern, sondern in den Heimständen der Sportlerinnen und Sportler. Einzige Ausnahme bildete der Schützenkönigsausstich vom 11. Juli, der zentral im Kanton Luzern ausgetragen wurde.

Grosser Jubel in der Schützenstube

Hanspeter Riedweg, Sportschütze aus Dietschwil.

Hanspeter Riedweg, Sportschütze aus Dietschwil.

Bild: PD

Am vergangenen Samstag fand das Absenden statt. Hanspeter Riedweg reiste mit seiner Frau Gabi und fünf Schützenkollegen nach Luzern. Bei der Rückkehr am Abend bereiteten ihm die Kolleginnen und Kollegen des SV Dietschwil einen begeisterten Empfang. Nach dem ersten Freudentaumel in der Schützenstube hiess Präsident Werner Künzli das siegreiche Klubmitglied willkommen und gratulierte ihm zu seinem Erfolg.

Hanspeter Riedweg, den alle Hampi nennen, bedankte sich für den herzlichen Empfang und erzählte von seinem erfolgreichen Fest. Sein Resultat nannte er einen Glücksfall. Da musste Werner Künzli widersprechen:

«Der grösste Teil war Können, ein Quäntchen Glück gehört immer dazu.»

Im weiteren Gespräch sagte Hanspeter Riedweg, für ihn sei es «eine riesige Freude, zumal das Resultat wegen der Pandemie fast ohne Training zu Stande gekommen ist». Zum Glanzresultat beigetragen habe sicher auch, dass er statt im Rummel eines Schützenfests in Ruhe im Heimstand schiessen konnte. Dem SV Dietschwil dankte er «für die Loyalität ihm und seiner Familie gegenüber und die sprichwörtliche Kameradschaft».

Im Haus mit lauter Schützinnen

Mit dem Schiessen angefangen hat Hampi Riedweg im Jahr 1995. Zuvor war er vom SV Dietschwil als Kassiers angefragt worden. Er sagte zu und begann zu schiessen. Er habe nie viel trainiert und nie regelmässig trainiert, sagt er, es sei immer ein Hobby gewesen. Etwas Grosses habe er in seiner Laufbahn als Schütze bis zum diesjährigen Eidgenössischen nie erreicht. Das stimmt aber nicht ganz, denn:

«Vor Jahren habe ich in Bütschwil einmal das Cupschiessen des damaligen Bezirks Alttoggenburg gewonnen.»

Die ganze Familie Riedweg ist oder war beim Schützenverein aktiv. Neben Hampi einst auch seine drei Töchter Sandra, Sabrina und Shannon, während seine Frau Gabi den Verein als Passivmitglied unterstützte. Heute ist noch ein Trio dabei, Hampi als Aktivmitglied, seine Frau Gabi als Passivmitglied und Tochter Shannon irgendwo dazwischen.

Doch nicht nur seine Familie, auch das Dorf Dietschwil liegt Hampi Riedweg am Herzen. Nebst dem, dass er den SV Dietschwil während zehn Jahren als Präsident führte, war er 20 Jahre lang in der Geschäftsprüfungskommission der Dorf- und Wasserkorporation tätig.

Was er dem Nachwuchs rät

Auf die Frage, was er jungen Schützinnen und Schützen raten würde, sagt Hampi Riedweg: «Man muss auch nach Tiefschlägen an sich glauben. Die innere Zufriedenheit ist das Wichtigste beim Schiesssport.» Für erfolgreiche Feste benötige man aber auch Glück und eine gute Tagesform. Bei ihm habe am 3. Juli einfach alles gestimmt.

Aktuelle Nachrichten