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Diese Ausstellung in Wattwil hilft Kindern, sich gegen sexuelle Gewalt zu wehren

Am Regionalen Didaktischen Zentrum in Wattwil wird demnächst die Präventionsausstellung «Mein Körper gehört mir» eröffnet. Sie trägt dazu bei, das Selbstvertrauen von Kindern aus der zweiten bis vierten Klasse zu stärken.
Anina Rütsche
Simela Müller (links) und Beatrice Straub vom Regionalen Didaktischen Zentrum (RDZ) in Wattwil präsentieren eine der Stationen aus dem Lernparcours «Mein Körper gehört mir». (Bild: Anina Rütsche)

Simela Müller (links) und Beatrice Straub vom Regionalen Didaktischen Zentrum (RDZ) in Wattwil präsentieren eine der Stationen aus dem Lernparcours «Mein Körper gehört mir». (Bild: Anina Rütsche)

34 Schulklassen aus der Region haben sich angemeldet, um am Regionalen Didaktischen Zentrum (RDZ) in Wattwil mehr zum Thema «Mein Körper gehört mir» zu erfahren. So heisst die Wanderausstellung, die noch bis 7. März dort gastiert. Konzipiert und ausgearbeitet wurde sie vor über zehn Jahren von Kinderschutz Schweiz. Das Kinderschutzzentrum St.Gallen hat sie anschliessend übernommen.

Der 90 Minuten dauernde Parcours, den die Mädchen und Buben ab nächstem Dienstag gemeinsam mit eigens dafür ausgebildeten Animatorinnen und Animatoren besuchen werden, besteht aus sechs Stationen. Diese sind interaktiv, das heisst, dass den Kindern auf spielerische Weise verschiedene Aufgaben gestellt werden, die es zu lösen gilt. Beispielsweise geht es darum, zwischen guten und schlechten Geheimnissen zu unterscheiden. Zudem wird geübt, angenehme wie auch unangenehme Berührungen und Begegnungen zu definieren und diese einzuschätzen. Das Thema bietet viel Diskussionsstoff für die in Kleingruppen aufgeteilten Klassen, denn die Grenzen zwischen «gut» und «böse» sind nicht immer eindeutig, sondern variieren je nach Situation und Person.

Enttabuisieren und sensibilisieren

«Die Kernbotschaft dieser Ausstellung besteht darin, die Schülerinnen und Schüler in ihrem Selbstbewusstsein und in ihren Abwehrstrategien zu stärken», erklärt Beatrice Straub vom RDZ, die ebenfalls einen Teil der Führungen übernehmen wird. Es sei wichtig, so Straub, sich auf solch anschauliche Weise für die Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder einzusetzen, damit diese lernten, in heiklen Situationen selbstbestimmt nein zu sagen. Auch die Lehrpersonen und die Eltern werden in dieses Lernfeld einbezogen, dies an eigens für sie zusammengestellten Infoveranstaltungen.

Zu «Mein Körper gehört mir» können auch Vor- und Nachbereitungen an den Schulen durchgeführt werden, wie die Fachfrau hervorhebt. Entsprechende Lehrmittel hat «Kinderschutz Schweiz» herausgegeben. «Wirksame Prävention erfordert Kontinuität», heisst es denn auch in einer Mitteilung, welche die Stiftung in Bezug auf die Ausstellung herausgegeben hat. Die breite Einbettung in kantonale, regionale und lokale Strukturen von Hilfsangeboten sei dabei die Grundlage für den Erfolg dieses Projekts von «Kinderschutz Schweiz».

Die Arbeit der Stiftung zielt unter anderem darauf ab, das Thema «Sexuelle Gewalt an Kindern» nicht weiter zu verschweigen, sondern die Bevölkerung für die Problematik zu sensibilisieren. Denn in einer Studie aus dem Jahr 2012 zur Situation in der Schweiz gaben 22 Prozent der befragten Mädchen und acht Prozent der Buben an, schon mindestens einmal einen sexuellen Übergriff erlebt zu haben, bei dem es zu körperlichem Kontakt gekommen ist.

«Die Verantwortung liegt bei den Erwachsenen»

Beatrice Straub vom RDZ Wattwil weist darauf hin, dass wirksame Prävention auch aus aufgezeigten Handlungsmöglichkeiten bestehe. Die Verantwortung für den Schutz vor Übergriffen solle aber keinesfalls bei den Kindern liegen, sondern stets bei den Erwachsenen. «Erziehungspersonen sind hier aufgefordert, aufmerksam zu sein und Kinder in ihren Ressourcen und Rechten zu stärken.»

Bestehe der Verdacht, dass ein Kind missbraucht werde, müsse unverzüglich gehandelt werden. Wenden könne man sich in solchen Fällen an die Schule, an die Schulsozialarbeit, an Elternberatungsstellen oder ans kantonale Kinderschutzzentrum. Letzteres berät Kinder, Jugendliche, ihre Eltern und weitere Bezugspersonen sowie Fachleute. Alle Mitarbeitenden des Kinderschutzzentrums unterstehen der Schweigepflicht. Das Zentrum, das sich in der Stadt St.Gallen befindet, gehört zur Stiftung Ostschweizer Kinderspital. Es umfasst eine Beratungsstelle, eine Notunterkunft und auch die Bereiche Weiterbildung und Prävention.

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