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Kraftwerk Club: Die Zukunft des Nachtlebens ist Urban

Wo feiert man als junger Toggenburger die schönsten Ereignisse im Leben? Eine Anlaufstelle dafür ist der Kraftwerk Club in Krummenau. Doch wie sieht es mit der Zukunft des Nightlife im Toggenburg aus?
Emilie Jörgensen
Wer sich als freiwilliger Helfer im Kraftwerk Club engagiert, darf sich auch gerne Mal an der roten Spraydose bedienen, denn neue Helfer werden immer gesucht. (Bild: Emilie Jörgensen)

Wer sich als freiwilliger Helfer im Kraftwerk Club engagiert, darf sich auch gerne Mal an der roten Spraydose bedienen, denn neue Helfer werden immer gesucht. (Bild: Emilie Jörgensen)

Ein 19-jähriger Vizepräsident eines Toggenburger Clubs, kann das gut gehen? Ja, denn seit rund zwei Jahren ist Urban Krapf im Organisationskomitee des Krummenauer Kraftwerk Club mit dabei. Der Fachmittelschüler, der sehr gerne in die Schule geht, kam per Zufall zu einem Hobby, dem er leidenschaftlich nachgeht.

Um wieder frisches Blut in den Toggenburger Club zu pumpen, werden neue Ideen ausprobiert. Vor anderthalb Jahren startete das Kantiwerk. Eine Party, die nicht nur für Kantischüler offen ist, und die sich mit fünf Franken Eintritt auch jeder leisten kann. Die Musik macht er, obwohl er eigentlich kein DJ sei. Die Partys seien jedoch trotzdem immer «voll fett» und «gönd richtig ab», meint der 19-Jährige. «Ich weiss noch genau, als ich in die Kanti Wattwil kam, da wusste ich gar nicht, dass der Kraftwerk Club existiert. Man erzählte sich, dass da der Kantiball stattfand, doch mehr wusste man nicht», sagt Urban Krapf. Auch er wurde durch den jährlichen Kantiball auf den Club aufmerksam. Damals hatte er sich als freiwilliger Helfer gemeldet und seine Aufgabe tadellos erfüllt, weswegen man ihn gerne behalten wollte.

«Als Schüler habe ich vom ganzen Team, welches mittlerweile aus neun Köpfen besteht, am meisten Freizeit zur Verfügung, um mich im Club zu engagieren», meint er. Diese Zeit braucht er auch, denn der 19-Jährige ist für das Booking der Acts, die verschiedenen Social-Media-Kanäle wie Facebook und Instagram und einen Teil der Technik zuständig.

Nicht gerade ein typisches Hobby

Vor allem das Booking sei für ihn eine sehr bereichernde Aufgabe. Urban Krapf kann ständig neue Bekanntschaften machen, betreut die Künstler im Backstagebereich, wo auch viel Lebenserfahrung ausgetauscht wird. Er hat einen Einblick in das Musikgeschäft, teilweise kann er sogar selber mitbestimmen, wer überhaupt auftreten wird. Es sei vielleicht nicht unbedingt ein typisches Hobby, aber schön sei, dass als freiwilliger Helfer im Kraftwerk Club gratis konsumiert werden drüfe. Doch es ist ein Hobby, das dem jungen Vizepräsidenten besonders ans Herz gewachsen ist. Andere Hobbys hat er nicht wirklich, er habe mal Fussball gespielt, dies aber schnell wieder aufgegeben. Der Kraftwerk Club in Krummenau ist als Hip-Hop- und Funk-Club zu früheren Zeiten gross geworden. Dieses Musikgenre ist heute in der Gegend nicht mehr unbedingt gefragt.

«Einen Eminem können wir uns halt nicht leisten»

Ob der Club seine Wurzeln beibehalten will, oder sich lieber der Nachfrage anpasst, stellt für die Organisatoren eine grosse Herausforderung und eine gewisse Unsicherheit für die Zukunft dar. «Ich merke nicht unbedingt das ich viel jünger als die anderen im Team bin. Aber der Altersunterschied zwischen uns ist sicher von Vorteil. Ich kann gut nachvollziehen was die jungen Leute wollen, die anderen haben mehr geschäftliche Erfahrung. Das ergänzt sich ganz gut und ist für die Zukunft des Clubs ein guter Ausgangpunkt», sagt Urban Krapf.

Doch was ist heute eigentlich bei den jungen Leuten nachgefragt? Urban Krapf meint: «Wir merken, dass vor allem Partys auf denen zum Beispiel Bravohits oder Charts zu hören sind, immer sehr gut besucht sind. Die Leute können zu den Liedern mitsingen, denn jeder kennt den Text und es ist meistens auch eine Art Gute-Laune-Musik.» Eine Tatsache, die er selber ein wenig bedauert. Ihm gefällt das ländliche Leben, selber wohnt er in Mogelsberg, doch was Mode und Musik angeht, zieht es ihn in die Stadt. Selber beschreibt er sich, passend zu seinem Namen, als urbaner Typ. «Gerade als Booker fände ich es spannend, mal einem unbekannten Newcomer eine Chance auf der Bühne zu geben. Es würde die Kultur fördern, doch die Nachfrage ist nicht da, und einen Eminem können wir uns halt nicht leisten.»

Der Standort des Kraftwerk Clubs ist etwas abgelegen, trotzdem wird er nicht gewechselt. «Die vollgekritzelten Wände im Backstagebereich, die Räumlichkeiten, die teilweise schon von alleine reden, und die schöne Umgebung um den Club herum, das wären alles Sachen, die ich mitnehmen wollen würde, und das geht nicht», meint der 19-jährige Vizepräsident. Dass der Club besser laufen würde, wenn er beispielsweise in Wattwil wäre, ist den Organisatoren dahinter bewusst, doch der Club gehört in die idyllische Umgebung in Krummenau, und irgendwie kommt man ja immer dahin.

Gabirano eröffnet neues Kulturwerk

Und wie gewinnt man neue Kunden? Man startet einfach zusätzlich noch ein «Kulturwerk», welches im Herbst mit dem Instagram-Comedian Gabirano grosse Premiere feiert. Weiter soll der Club und die Bühne auch für Kantibands, Theater und noch viele andere Kulturereignisse zur Verfügung stehen.

Hinweis

Nächste Termine im Kraftwerk Club: Freitag, 7. September: Hip-Hop Kantiwerk, Samstag, 15. September: ReOpening mit Doobious, Samstag, 29. September: Hip-Hop Konzert mit Sons Of Time.
www.kraftwerk-club.ch

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