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Kommentar

Hemberg findet keine Nachfolger: Die Zeit der Gemeinde-Alleingänge ist vorbei

Elsbeth Roth wollte eigentlich als Hemberger Schulpräsidentin zurücktreten. Weil keine Nachfolge gefunden werden konnte, macht sie nun doch weiter. Weil Ämter kaum noch besetzt werden können, ist eine Fusion angezeigt.
Urs M. Hemm
Urs M. Hemm, stellvertretender Redaktionsleiter. (Bild: PD)

Urs M. Hemm, stellvertretender Redaktionsleiter. (Bild: PD)

Einerseits ist es blamabel. Andererseits ist es ein klares Zeichen dafür, dass die Zeit kleiner, eigenständiger Gemeinden langsam aber sicher abgelaufen ist: Die Hemberger waren nicht in der Lage, eine Nachfolge für Elsbeth Roth im Amt des Schulpräsidiums zu finden. Stattdessen kommt Roth auf ihren Rücktrittsentscheid zurück und holt für die Gemeinde die Kohlen aus dem Feuer. Sie beendet ihre Legislatur und bleibt bis zu den Neuwahlen im Jahr 2020.

Eigentlich wollte sich Elsbeth Roth auf ihre neue Aufgabe als Wirtin des Gasthauses Löwen in Hemberg konzentrieren und das Schulpräsidium nach zehnjähriger Tätigkeit abgeben. Wer einmal im Gastgewerbe gearbeitet hat, weiss, dass dies lange Arbeitsstunden und als Gastgeberin noch mehr Präsenzzeit erfordert - eigentlich Grund genug, ein öffentliches Amt abzugeben.

Es gibt Lösungen

Doch Elsbeth Roth nimmt sich noch einmal die Zeit. Im Gegensatz zu allen anderen, die für die Nachfolge angefragt worden waren. Diese begründeten ihre Absage unisono mit fehlenden zeitlichen Kapazitäten. Gewiss hat die individuelle Arbeitsbelastung zugenommen. Doch wäre sicherlich eine Lösung gefunden worden. Man hätte zum Beispiel die Aufgaben des Präsidiums auf mehrere Schultern im Schulrat verteilen können. Dass es Lösungen gibt, hat sich im Fall von Elsbeth Roth gezeigt - dank der Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen im Schulrat, welche bei Bedarf Geschäfte von ihr übernehmen.

Einleuchtender für eine Absage ist die mögliche Fusion zu einer Einheitsgemeinde mit Neckertal und Oberhelfenschwil. Dieser Weg müsste ohnehin längst beschritten werden. Der Fall Hemberg zeigt exemplarisch, dass es für kleine Gemeinden immer schwieriger wird, den Verwaltungsapparat am Laufen zu halten.

Es führt kein Weg an einem Zusammenschluss vorbei

Zwar hatte sich die Hemberger Bevölkerung noch 2014 in einer Konsultativabstimmung klar gegen eine Fusion ausgesprochen. Sollen den Bürgern jedoch auch künftig alle Dienstleistungen einer Gemeindebehörde angeboten werden können, führt kein Weg an einem Zusammenschluss vorbei. Ohne Elsbeth Roth würden Schule, Schüler und Lehrer schon jetzt ohne Vertretung dastehen, was den Anfang vom Ende der Schulgemeinde schlechthin bedeuten würde.

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