Die Zeit als Motto der Bäuerinnentagung in Hemberg

Das Thema Zeit stand bei der Bäuerinnentagung in Hemberg, an der neun Vereinigungen aus Wattwil, dem Neckertal und Ebnat-Kappel dabei waren, im Zentrum. Rund 230 Frauen genossen ihre Auszeit.

Adi Lippuner
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Die Wintersberger Bäuerinnen und Landfrauen applaudieren begeistert. (Bild: Adi Lippuner)

Die Wintersberger Bäuerinnen und Landfrauen applaudieren begeistert. (Bild: Adi Lippuner)

Der Zeit wurde an der Bäuerinnentagung am Mittwoch ein ganzer Nachmittag gewidmet. Für einmal durften die Bäuerinnen und Landfrauen den Blick auf die Uhr vergessen. Bestens organisiert vom Bäuerinnen- und Landfrauenverein Hemberg-Bächli, mit Präsidentin Erika Schlegel, konnten die Frauen ein paar unbeschwerte Stunden verbringen.

Referent Maik Becker sprach unter andrem über Michael Endes «Momo». (Bild: Adi Lippuner)

Referent Maik Becker sprach unter andrem über Michael Endes «Momo». (Bild: Adi Lippuner)

«Hast Du Zeit oder hat sie Dich?», dieser Frage ging Maik Becker, Pfarrer in der evangelisch-reformierten Kirche Oberer Necker, in seinem Referat nach. «Ruhe und sich Zeit nehmen sind biblisch begründet, denn auch Jesus zog sich in die Einsamkeit zurück und hiess auch seine Jünger, sich ausruhen.»

Auch Michael Endes Geschichte rund um Momo und die Zeitdiebe liess die Zuhörerinnen nachdenklich werden. Deshalb die klare Botschaft von Maik Becker: «Schaffen Sie sich kleine Zeitfenster, auch wenn es in Ihrem Umfeld viele Verpflichtungen gibt.»

Die fröhliche Auszeit am Strand

Mit Sketches und Spielen lockerten die Organisatorinnen den Nachmittag auf. Sorgten dafür, dass die Frauen genügend Zeit zum Plaudern hatten. Heidi Meier und Edith Frischknecht führten durchs Programm und brachten mit ihrer erfrischenden Art alle zum Lachen. Dass die beiden dann endlich am Strand in Spanien ihre Auszeit geniessen konnten, sollte eigentlich der Höhepunkt ihres Jahres werden.

Doch so allein, fern der Heimat und ohne Familie wurden rasch klar: «Eigentlich ist es daheim am schönsten. Wir sollten uns vermehrt Zeitinseln im Alltag gönnen und dafür sorgen, dass nicht nur Arbeit und Verpflichtung unser Leben dominiert.»

Sozusagen die Begegnung von analog und digital brachten zwei weitere Akteurinnen auf die Bühne. Eine jugendliche Verkäuferin wurde mit einer Schreibmaschine, bei der das «F» nicht mehr richtig funktioniert, konfrontiert. Dass sie bei diesem ihr unbekannten Gerät den Akku suchte, von Update sprach und damit die ältere Dame, die einfach nur ihre Schreibmaschine reparieren lassen wollte, verunsicherte, sorgte für zahlreiche Lacher im Publikum.

Das Spiel mit den Buchstaben, bei denen je vier Frauen auf der Vor- und der Rückseite einen Buchstaben tragen und möglichst rasch Wörter bilden müssen, sorgte ebenfalls für Heiterkeit.

Ideale Prophylaxe für mögliche Burn-outs

Für Gemeindepräsident Christian Gertsch, er stellte den Tagungsort Hemberg mit Bildern und kleinen Geschichten vor, sind solche Zusammenkünfte eine «ideale Burn-out-Prophylaxe». Ramona Frei, Aktuarin der Bäuerinnen und Landfrauen Hemberg, übernahm die Gastgeberrolle und zeigte sich erfreut, dass so viele den Weg in die Mehrzweckhalle Dreieggli gefunden haben. Agnes Gmünder, Vorstandsfrau im kantonalen Bäuerinnenverband, informierte anschliessend, was auf kantonaler Ebene alles läuft.