Die Werkstatt im Rosengarten in Ebnat-Kappel hat neu mehr Raum für Werken und Kreativität

Die Werkstatt im Rosengarten in Ebnat-Kappel hat in der ehemaligen Fabrik der Chemiefaser neue Werkräume eingerichtet. So hat es mehr Platz und man kann ein Verkaufslädeli einrichten.

Adi Lippuner
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Die Musikgruppe, bestehend aus Rosengarten-Mitarbeitern und Leiter Ferdi Rauber, begeistert das Publikum. (Bild: Adi Lippuner)

Die Musikgruppe, bestehend aus Rosengarten-Mitarbeitern und Leiter Ferdi Rauber, begeistert das Publikum. (Bild: Adi Lippuner)

Von Handwerklichem aus Holz über Industrie-Montagearbeiten bis hin zum Säubern und Instandhalten von Wäldern, Wegen und Gärten, um nur einiges zu nennen: Die Mitarbeitenden der Werkstatt Rosengarten in Ebnat-Kappel sind in vielen Bereichen tätig.

Doch die räumlichen Möglichkeiten wurden, insbesondere wegen der grossen Nachfrage nach Arbeitsplätzen, immer eingeschränkter. Oder um es mit den Worten von Rosmarie Altendorfer, Bereichsleiterin Werkstatt, zu sagen:

«Dank neuer Räume können wir inskünftig in kleineren Gruppen und mit mehr Platz arbeiten und dies ist insbesondere für Menschen mit psychischen Einschränkungen wertvoll.»

Gleich gegenüber der bestehenden Werkstatt konnte das dreistöckige Gebäude der ehemaligen Chemiefaser-Fabrik dazu gemietet werden. Mit der offiziellen Einweihung am Samstag wurde der Freude, inskünftig über mehr Raum verfügen zu können, Ausdruck gegeben.

Aktuell teilen sich 70 Personen, ein grosser Teil davon arbeitet Teilzeit, die 44 Arbeitsplätze. «Im neuen Bereich werden 30 Arbeitsplätze geschaffen, in einer zweiten Runde soll dann auch das Untergeschoss ausgebaut werden», so Rosmarie Altenburger.

Verkaufsladen bietet Platz zum Verweilen

Dank eines neu eingerichteten Verkaufsladens sind Passanten eingeladen, im «Rosengarten»-Angebot zu stöbern. «Wir präsentieren nicht nur das, was unsere Mitarbeitenden fertigen, sondern bieten auch die Möglichkeit zum Verweilen und einen Kaffee zu trinken», war am Rande der Einweihungsfeier der neuen Räumlichkeiten von Rosmarie Altenburger zu erfahren.

Wie es sich für ein Fest gehört, erklang zum Auftakt Musik. Gespielt von einer Gruppe «Rosengarten»-Mitarbeitender, die regelmässig am Musik-Workshop von Ferdi Rauber mitmacht und sehr zur Freude des Publikums auftrat.

Nebst der Besichtigung der neuen Räume waren auch Kreativität und Ideen gefragt. «Wir haben für die neuen Räume noch keinen Namen und hoffen auf gute Vorschläge, die heute bei uns eingehen», äusserte die Bereichsleiterin Werkstatt ihre Hoffnung auf gute Ideen.

Feiern im und ums Gebäude

Angehörige der Mitarbeitenden und des Personals, externe Begleitungen und Bezugspersonen der Mitarbeitenden, aber auch Ehemalige, Auftragserteilende sowie Angestellte von Beratungsstellen und Sozialbehörden waren zur Feier eingeladen und liessen es sich nicht entgehen, die neuen Räume zu besichtigen.

Dass Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen oder Menschen, die im freien Arbeitsmarkt keine Chance haben, in der Werkstatt Rosengarten eine Tagesstruktur, eine sinnstiftende Aufgabe aber auch Wertschätzung und die Möglichkeit erhalten, Teil einer Gemeinschaft zu sein, hat sich weit über das Toggenburg hinaus herumgesprochen.

Genau aus diesem Grund sind die Arbeitsplätze auch so begehrt und es werden Mitarbeitende aufgenommen, die den Weg vom Wohnort zur Werkstatt Rosengarten und wieder zurück selbstständig bewältigen können, war vor Ort zu erfahren.

Unter dem Dach des «Chupferhammers»

Die Werkstatt Rosengarten ist eine Einheit des Trägervereins Chupferhammer mit Sitz in Ebnat-Kappel. Zum Chupferhammer gehören zwölf, gewollt unterschiedlich geführte Wohneinheiten in vier Kantonen sowie die Werkstatt Rosengarten.

Alle Einheiten sind von den zuständigen Kantonen und vom Bundesamt für Sozialversicherungen anerkannt und erhalten im Rahmen der abgeschlossenen Leistungsverträge von den Standortkantonen Betriebsbeiträge zur Abgeltung des invaliditätsbedingten Mehraufwandes.

Mit den Arbeitsaufträgen erwirtschaftet die Werkstatt Rosengarten Produktionserträge. Die Spendengelder geben der Institution etwas mehr Freiraum in der Gestaltung des Arbeitsalltags. (adi)