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Die Big Band der Wattwiler Kanti auf grosser Reise – Zum Cueca nach Bolivien

Die Big Band Kanti Wattwil hat sich mit dem südamerikanischen Musikstil Cueca befasst und reist nun für vier Konzerte nach Bolivien.
Michael Hug
Gespannt auf den Bolivien-Trip: Musiklehrer und Leiter der Big Band Kanti Wattwil Martin Winiger. (Bild: Michael Hug)

Gespannt auf den Bolivien-Trip: Musiklehrer und Leiter der Big Band Kanti Wattwil Martin Winiger. (Bild: Michael Hug)

Im Gegensatz zum Kanti-Orchester «il mosaico» geht die Kanti Big Band eher selten auf Reisen. Stattdessen widmet sie sich jedes Jahr einem Projekt mit einem Gastmusiker, meistens ist es eine Berühmtheit des Big Band- oder Jazz-Genres. «In diesem Jahr machen wir beides: Wir machen ein Projekt und gehen dann auf eine Konzertreise ins Ausland», sagt Martin Winiger, Leiter der Big Band. Das Projekt heisst: «Cueca Boliviana». Cueca ist ein Musikstil, oder vielmehr ein Tanz aus Bolivien (siehe Kasten). Hierzulande, ja in ganz Europa ist die Cueca völlig unbekannt, so Winiger:

«Ich selbst habe bis vor einem Jahr noch nie etwas davon gehört.»

Die Cueca ist auch vielmehr ein Volkstanz mit entsprechender Musik von einer eher kleinen Band.

Nicht von einer Big Band

«Aber nicht von einer Big Band», lacht Winiger. «Wir haben die Arrangements erst mal umschreiben müssen», meint der Musiklehrer und Musiker, der die Big Band seit ihrer Gründung 1995 betreut. Doch wie kam die Big Band zur Cueca? «Es war die Idee meines Kollegen und Musikers Willy Claure, er ist Bolivien-Schweizer und kennt natürlich die Cueca. Er meinte, wir sollten doch mal Cueca spielen mit der Band.» Winiger stimmte zu, ohne aber zu wissen, auf was er sich da einliess: «Es ist eine Herausforderung.»

Die Cueca lebe von komplexen Rhythmuswechseln, das sei die Big Band nicht gewohnt und das ist die Herausforderung. Nichtsdestotrotz nahmen sich Winiger und die Band in den vergangenen Monaten die Cueca vor. Demian Coco, ein junger Schweizer Komponist mit bolivianischen Wurzeln, steuerte den traditionellen Kompositionen eigene bei. Maurus Twerenbold, Posaunenlehrperson an der Kanti, schrieb die Arrangements. Und Daniela Martinez, eine in der Schweiz lebende Bolivianerin sang die Soloparts.

Die zweite Phase des Projekts

Mit dieser Besetzung war die Big Band konzertbereit. Bis hierhin war das Projekt ein «sesshaftes», so wie man jedes Jahr vorging: man suchte sich ein Thema, möglichst ein aussergewöhnliches, zugleich anspruchsvolles, engagierte Gastmusiker und arbeite hin auf ein Konzert. Deren drei gab die Band Ende August, eines in Wattwil, eines in Rapperswil-Jona und eines in St.Gallen. Wie immer, wenn die Big Band Kanti Wattwil auftritt, sind die Säle voll, und auch diesmal war das so. Doch jetzt beginnt Phase 2 des Projekts, Winiger: «Jetzt geht’s nach Bolivien. Da geben wir vier Konzerte.» Ein Konzert in Santa Cruz de la Sierra, eines in Cochabamba, eines in La Paz – quer durchs südamerikanische Hochland. «Und dann haben wir noch einen vierten, Open-Air-Auftritt in La Paz am ‹Dia de la Cueca›, das ist am ersten Sonntag im Oktober.»

Herbstferien in Südamerika

Noch eine Probe, dann fliegt die ganze Band und Begleittross, insgesamt um die 30 Personen, in den Herbstferien nach Südamerika. Die Spannung bei allen Beteiligten ist gross, die Belastung für Martin Winiger, der die ganze Aktion organisiert, ebenso:

«Man unterschätzt anfangs immer ein wenig, was das alles zu tun gibt.»

Doch für ihn sei es ja auch eine grosse Erfahrung, ob als Musiker, als Leiter oder als Musiklehrer.

Nun sei fast alles organisiert, meint Winiger: «Die Finanzierung ist noch nicht ganz gesichert.» Dieses Projekt erfordere mehr Geld als sonst, man müsse mehr als sonst Unterstützung suchen. Und auch für die Beteiligten ist die Reise nicht kostenlos: «1800 Franken bezahlen die Schüler oder deren Eltern selbst.» Doch es reicht noch nicht, sagt Winiger: «Gut 5000 Franken fehlen noch. Wir haben dazu ein Crowd­funding bei lokalhelden.ch gestartet.» Bis heute morgen sind dabei gut 3000 Franken zugesagt worden, freut sich der Cueca-Projektleiter: «Das kommt gut!» Nach Südamerika geht’s am 24. September.

Hinweis

Für das Projekt «Cueca Boliviana» fehlen der Big Band Kanti Wattwil noch rund 2000 Franken. Spenden kann man unter: www.lokalhelden.ch/big-band-kanti-wattwil-auf-dem-weg-nach-bolivien/pinnwand.

Die Cueca – Bolivianischer Nationaltanz

Die Cueca ist ein Paartanz, bei dem sich die beiden Tanzpartner aufeinander zu und im Halbkreis umeinander herum bewegen. Der Tänzer und die Tänzerin tragen jeweils ein Taschentuch in ihrer rechten Hand, mit dem sie ihre Bewegungen und den Balzcharakter des Tanzes unterstreichen. Die Cueca wird in Bolivien als Nationaltanz bezeichnet und ist entsprechend stark verbreitet. Die Cueca Chapaca gehört ebenso wie die Chacarera zur Gaucho-Folklore des Gran Chaco, der sich über Bolivien, Argentinien, Paraguay und Brasilien erstreckt. In der bolivianischen Hochebene wird die Cueca «Viva mi patria Bolivia» als inoffizielle Landeshymne gehandelt. Der Dreier-Rhythmus (6/8-Takt) variiert stark in Tempo und Stil. (pd)

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