Die Walthers an der Photo20: Entdeckungsreise endet vorerst in Zürich

Simon und Pascal Walther stellen an der Photo20 aus: Der Vater Bilder seines neuen Projekts, der Sohn Fotos aus der Möbelproduktion.

Sabine Camedda
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Die Berge spiegeln sich im Silsersee, der Vollmond sorgt für das Licht.

Die Berge spiegeln sich im Silsersee, der Vollmond sorgt für das Licht.

Bild: Simon Walther

Am frühen Morgen hatte er die Idee. Simon Walther war von seinem Basecamp in Maloja zu Fuss unterwegs ins Val Fedoz. Der Vollmond warf einen Schatten auf die eben gespurte Langlaufloipe. «Da dachte ich mir: Wenn das Licht zum Wandern reicht, dann kann ich auch fotografieren», erinnert sich Simon Walther. Gedacht, getan, der Wattwiler Fotograf packte seine Ausrüstung aus und lichtete das Bergpanorama ab, beschienen vom Vollmond.

Bilder ohne Schnee sind viel langweiliger

Simon Walther drehte seine Gedanken weiter, bis sein neues Projekt Form angenommen hatte. «MondLichtbilder» hat er es genannt. Es seien eine inspirierende Alternative zur gewöhnlichen Landschaftsfotografie, erklärt der Fotograf. Das Mondlicht macht Strukturen sichtbar und wirft Schatten. Für Simon Walther entstehen ungewohnte Bilder, die den Zuschauer in eine unbekannte Welt eintauchen lassen.

«Wer geht schon mitten in einer Vollmondnacht auf einen Berg und betrachtet das Panorama?»

Eine wichtige Rolle auf den Bildern fällt dem Schnee zu. Er habe versucht, «MondLichtbilder» im Sommer herzustellen. «Die finde ich langweilig, während Schnee, und ist es nur ein kleiner Rest, im Bild eine gewisse Spannung erzeugen kann.»

Fotograf Simon Walther

Fotograf Simon Walther

Bild: Beat Belser

In Simon Walthers Projekt kommt Jeannine Zubler eine nicht unerhebliche Rolle zu. Die junge Texterin ist passionierte Bergsteigerin und absolviert derzeit die Ausbildung zur Bergführerin. «Dadurch ist sie manchmal mit mir in den Bergen unterwegs», erklärt Simon Walther. Er hat sich überlegt, wo er noch weitere «MondLichtbilder» machen will. Was daraus entsteht, ist noch nicht klar. Wird es das vierte Fotobuch? Beschreibt darin Jeannine Zubler die begangenen Routen? Simon Walther ist gespannt, wohin dieses Projekt führen wird. «Als ersten Wegpunkt zeige ich Bilder an der Photo20 in Zürich», sagt Simon Walther. Er hofft, dass er dort nicht nur die Besucher mit seinen Bildern faszinieren kann, sondern auch Sponsoren findet, die sein Projekt unterstützen. Für ihn sei es wichtig, ein Ziel zu haben, damit er sich mit der Kamera auf den Weg macht. Einen Zeithorizont für das Projekt MondLichtbilder kann Simon Walther nicht abstecken. Pro Monat kann er ein maximales Zeitfenster von vier Nächten zum Fotografieren nutzen. «Voraussetzung ist aber, dass das Wetter mitspielt.»

Bilder sollen für sich sprechen

Während Simon Walther bereits zum fünften Mal seine Werke an der Photo20 ausstellt, ist sein Sohn Pascal mit der zweiten Teilnahme noch fast ein Neuling. Er, der im vergangenen Jahr einen eigenen Nachttisch mit dem Namen Selun designt hat (das «Toggenburger Tagblatt» berichtete), lädt die Besucher der Fotoausstellung zu einem Blick in die Werkstatt ein. «Ich zeige quasi das Making-of, also wie der Nachttisch entstanden ist», erklärt Pascal Walther. Er hat die Bilder beim Schindelmacher Emil Näf in Bächli und bei der Metallbaufirma Tobler in Neu St.Johann gemacht. Die Fotos sollen für sich sprechen und verständlich dokumentieren, wie der Nachttisch entstanden ist», sagt Pascal Walther.

Für beide ist die Photo20 eine gute Gelegenheit der Zusammenarbeit. «Pascal ist aufgrund seiner Ausbildung auf der Designer-Schiene, während ich der Fotografen-Schiene folge. Aber wir treffen uns mit unserer Arbeit immer wieder in der Kommunikationsagentur oder eben jetzt bei der Photo20», fasst Simon Walther zusammen.

Hinweis

Photo20, Freitag, 10. Januar, bis Dienstag, 14. Januar, jeweils von 11 bis 20 Uhr, Halle 622 & Stage­One in Zürich-Oerlikon. www.photo-schweiz.ch