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Die Vizepräsidentin des Seilziehclubs Mosnang kämpft als Legionärin bei der Konkurrenz

Mosnangs Seilzieh-Vizepräsidentin zieht nicht für, sondern gegen ihren Stammverein.
Urs Huwyler
Mosnangs Vizepräsidentin Michaela Koch (Mitte) zieht bei Gonten für die Konkurrenz und gehört dem EM-Aufgebot an. (Bild: Urs Huwyler)

Mosnangs Vizepräsidentin Michaela Koch (Mitte) zieht bei Gonten für die Konkurrenz und gehört dem EM-Aufgebot an. (Bild: Urs Huwyler)

Nicht nur auf den ersten Blick mutet es schräg an, wenn ein aktives Vorstandsmitglied, egal in welcher Sportart, auf der höchsten nationalen Stufe nicht für den Stammverein, sondern für die direkte Konkurrenz startet. «Eine solche Konstellation kommt wohl selten vor», ist sich Michaela Koch der aussergewöhnlichen Situation bewusst und stellt klar:

«Mosnang ist mein Klub, in Gonten ziehe ich aus sportlichen Überlegungen.»

2015 wechselte Mosnangs Vizepräsidentin zu den Appenzellerinnen. Zuvor hatte sie mit den Toggenburgerinnen dreimal Bronze an den Schweizer Meisterschaften geholt. In Gonten wurde die Tochter von Seilzieh-Urgestein Hanspeter Koch dreimal Schweizer Meisterin und zweimal Vizemeisterin. 2018 erkämpften sich «Michi und die starken Frauen» den Titel verlustpunktlos, 2019 reichte es wie 2017 zu Silber.

«Ich wollte mich damals sportlich weiterentwickeln», erklärt die Mitinitiantin des Jugi-Seilziehens und frühere Leichtathletin des KTV Bütschwil. Zusammen mit Selina Büchel, Marigna Franck und Isabelle Müller wurde die Sprinterin 2008 U18-Staffel-Schweizer-Meisterin. Die 3:53,81 sind bis heute Bütschwiler Vereinsrekord.

Michaela Koch (vorne) und Sprinterin Salomé Kora hätten wohl auch als Bobfahrerinnen Erfolg. (Bild: Urs Huwyler)

Michaela Koch (vorne) und Sprinterin Salomé Kora hätten wohl auch als Bobfahrerinnen Erfolg. (Bild: Urs Huwyler)

Die Grundschnelligkeit hat sich das OK-Mitglied des St.Galler Olma-Turniers bewahrt. Anlässlich der Goldmedaillen-Übergabe an Beat Hefti durch Swiss Olympic erzielte Michaela Koch mit Sprinterin Salomé Kora zusammen aus dem Nichts heraus mit dem Zweierbob in der Alltagskleidung eine Spitzenzeit. «Beide haben Talent und Potenzial», kommentierte Olympiasieger Hefti den Auftritt von Koch/Kora. Im Winter wird das Frauen-Duo in Innsbruck erstmals hinter dem Schwellbrunner Ex-Internationalen im Schlitten sitzen. Wer weiss, vielleicht wachsen zwei neue Anschieberinnen heran.

EM und WM finden in Irland statt

Swiss Olympic wird auch am 2.November an der Meisterfeier im Oberstufenzentrum Mosnang – neben anderen Vertretern aus Sport und Politik – prominent vertreten sein. Wobei der Ausdruck «Meisterfeier» in Erinnerung an die Dominanz früherer Jahre (bis zu vier Mosliger Meistertitel in einer Saison) falsche Erinnerungen wecken könnte. Es handelt sich um keine Veranstaltung des Seilziehclubs Mosnang (SZCM), sondern um eine nationale Veranstaltung, an der alle Medaillengewinner der verschiedenen Meisterschaftskategorien und die Teilnehmer der kommenden U19- und U23-WM sowie der Elite-EM geehrt werden.

Diese Titelkämpfe finden vom 5. bis 8. September in Castlebar (Irland) statt. Dem Aufgebot gehören aus dem SZCM Marco Bürge (U19), Nina Widmer (U23), Patrick Strassmann (U23/Mixed), Marcel Strassmann (U23/Mixed), die beiden ehemaligen U19-Weltmeister Philpp Roos und Janick Jaggi (beide Elite 560 kg) sowie die Wahl-Innerrhödlerin (520 kg/560 kg) an.

Ein Hauch von Hollywood an der Meisterfeier

Michaela Koch, einstige Initiantin des Mosliger Seilzieh-«Erotik-Kalenders», präsidiert das OK der Meisterfeier, die unter dem Motto «Hollywood» einen Hauch von Glanz in die Turnhalle zaubern soll. Dem Vorurteil, es handle sich um eine «graue Maus»-Randsportart, die für Frauen ungeeignet sei, widerspricht das athletische Leichtgewicht vehement. «Seilziehen ist auch für Frauen eine attraktive, komplexe Sportart, bei der die koordinativen Fähigkeiten, Technik, Kraft und Ausdauer eine entscheidende Rolle spielen.»

Um dies zu zeigen, brauche es besondere Aktionen. «Die alljährlich stattfindende Meisterfeier wollen wir etwas anders gestalten, auch Nicht-Seilzieher ansprechen und für unseren Sport interessieren», sagt die vierfache WM-Teilnehmerin (zwei zweite und zwei dritte Plätze).

Rückkehr nach Mosnang scheint denkbar

Irgendwann dürfte bei der Vizeweltmeisterin die Rückkehr in die sportliche Heimat folgen. Denkbar, dass dies auf die kommende Saison hin der Fall sein könnte. «Ich lasse EM und Meisterfeier vorbei gehen und schaue dann weiter», möchte sich Michaela Koch noch nicht festlegen.

Sollte sich in Mosnang (wieder) ein Frauen-Team mit Podestplatz-Ambitionen formen lassen, stünde dem Wechsel wohl wenig im Wege. Zuletzt spielten die Vereinskolleginnen der Vizepräsidentin in der Nationalliga A eine untergeordnete Rolle, waren unter maximal fünf Teams die Nummer fünf.

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