Die Thurwerke AG betreibt die Anlage in Wattwil und findet: «Minigolf ist ein Bedürfnis»

Seit Anfang Juli gehört die Minigolf-Anlage in Wattwil der Politischen Gemeinde, betrieben wird sie, wie auch die Badi, von der Thurwerke AG. Diese Kooperation läuft gut.

Sabine Camedda
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Das Bistro wird in diesem Teil der bestehenden Minigolf-Anlage gebaut. Die Bahnen werden deshalb neu angeordnet. (Bild: Sabine Camedda)

Das Bistro wird in diesem Teil der bestehenden Minigolf-Anlage gebaut. Die Bahnen werden deshalb neu angeordnet. (Bild: Sabine Camedda)

Bei sonnigem Wetter stehen sie in Konkurrenz, bei Wolken ist vor allem Minigolf eine beliebte Tätigkeit für Gross und Klein. In diesem Jahr sind die Badi und die Minigolf-Anlage in Wattwil betrieblich gesehen näher zueinander gerückt.

Bis im vergangenen Herbst war die Genossenschaft Minigolf Wattwil für den Betrieb der Anlage im Färch zuständig. Auf den 1. Juli 2019 hat die Gemeinde das Baurecht, das im Jahr 2024 ausgelaufen wäre, zurückgekauft und die Anlage übernommen.

Der Grund hierfür liegt in den Bauprojekten: Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben bereits Baukredite gesprochen für eine neue Minigolf-Anlage und zuletzt Ende Juni für den Neubau eines gemeinsamen Kiosks für Minigolf und Badi.

Weil dieses Gebäude thurseitig auf dem Gelände der heutigen Minigolf-Anlage erstellt wird, müssen die Bahnen neu angelegt werden. Aus diesem Grund wurde die geplante und finanzierte Sanierung, bis es soweit ist, zurückgestellt.

«Ein richtiger und sinnvoller Entscheid»

Die Gemeinde als Eigentümerin hat den Betrieb der Minigolf-Anlage an die Thurwerke übergeben. Dahinter steckt eine Absicht: Die Thurwerke betreiben bereits die Badi und durch die räumliche Nähe der beiden Anlagen können Synergien genutzt werden.

Wenn die Badi offen ist, können Minigolf-Spieler die Schläger und die Bälle in der Badi holen. Diese Zusammenarbeit ist in den Augen von Alex Hollenstein, dem Geschäftsleiter der Thurwerke «richtig und sinnvoll». Bis zum Umbau sei baulich gesehen noch nicht alles bereit und bringe einen höheren Aufwand mit sich. Danach gebe es einen einzigen Zugang für beide Anlagen.

Die Kioske werden in dieser Saison vom selben Pächter bedient. «Diese Idee an sich ist gut, nur funktioniert sie nicht richtig», findet Herbert Schweizer. Er ist passionierter Minigolf-Spieler und sorgt sich sehr um die Anlage. Bis zur Übernahme durch die Gemeinde sprang er als Betreiber des Kiosks ein und er ist dafür besorgt, dass die Bahnen sauber und gut bespielbar sind.

Herbert Schweizer findet es beispielsweise schade, dass der Kiosk in der Übergangsphase nicht durchgehend geöffnet ist und die Gäste bei Badewetter nur im Kiosk der Badi bedient werden. Zwar ist er sich bewusst, dass der Betrieb kaum kostendeckend geführt werden könnte.

«Aber es kamen immer wieder Spaziergänger vom Thurweg auf einen Kaffee und einen Nussgipfel vorbei. Und auch mit guten Mittagsmenus könnte man etwas verdienen.»

Doch wenn die Läden des Kiosks unten sind, gehen die Spaziergänger vorbei. Es sei nicht jedermanns Sache, von draussen in der Badi einzukehren.

Minigolf-Anlage ist bis Ende Oktober geöffnet

Die Idee eines Ganzjahresrestaurants an der Thur zwischen Badi und Minigolf findet Herbert Schweizer gut. Er hofft, dass die Minigolfanlage nach der Bauzeit wieder mehr Beachtung bekommt. Ihn stört es, dass Informationen übers Minigolf bei der Website der Badi zu finden sind.

Alex Hollenstein hält dagegen, dass die Tafeln angepasst wurden und die ganze Anlage einen frischen Eindruck macht. Konkrete Besucherzahlen für die Minigolf-Anlage kann er noch keine nennen. Vergleiche mit anderen Jahren seien schwierig, weil Minigolf sehr wetterabhängig sei. Er kann aber festhalten: Minigolf ist ein Bedürfnis.»

Alex Hollenstein wie auch Herbert Schweizer hoffen, dass die Bahnen noch viele Tage lang bespielbar sind und sich noch viele Besucher mit Ball und Schläger auf den Parcours machen.

Auch die Mitglieder des Minigolfclubs sind ihres Hobbys noch lange nicht überdrüssig und möchten noch zwei grössere Anlässe durchführen. Dem steht nichts im Weg, solange die Witterung trocken bleibt. «Die Anlage ist bis zum letzten Wochenende im Oktober geöffnet», sagt Alex Hollenstein.