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Die Thursanierung wird mindestens ein Jahr später beginnen

Der Kanton St.Gallen will die Planung für die Thursanierung in Wattwil vertiefen. Die öffentliche Auflage ist nun für das Jahr 2021 geplant. Da die heutige Verbauung an zwei Stellen beschädigt ist, sind Sofortmassnahmen geplant.
Martin Knoepfel
An zwei Stellen in Wattwil ist die heutige Verbauung der Thur desolat, zum Beispiel im Bereich des Busdepots. (Bild: Martin Knoepfel)

An zwei Stellen in Wattwil ist die heutige Verbauung der Thur desolat, zum Beispiel im Bereich des Busdepots. (Bild: Martin Knoepfel)

In der Frage, wie die Thursanierung in Wattwil im Detail umgesetzt werden solle, sehe sich der Kanton mit unterschiedlichen Forderungen konfrontiert. Die Notwendigkeit der Thursanierung sei aber unbestritten. In Absprache mit der Gemeinde habe man deshalb entschieden, das Projekt weiter zu vertiefen. Damit verlängerten sich die Planungen um rund ein Jahr. Das schreibt das kantonale Baudepartement in einer Mitteilung vom Freitagmorgen. Damit ist der bisherige Zeitplan ebenfalls Makulatur.

Das Baudepartement will laut Medienmitteilung ein genaueres Bild erhalten, wie die angestrebte Lösung dereinst aussehen wird. So bestünden mit den vorliegenden Plänen keine präzisen Aussagen zur Ausgestaltung der Grenzen zwischen dem Uferbereich und den angrenzenden Privatliegenschaften oder zur zukünftigen Nutzung des Flussraumes, heisst es.

Konflikt mit Interessen von Anwohnern und Bauern

Die Thursanierung soll die Flussverbauungen langfristig stabilisieren. Zudem ist geplant, die Abflusskapazität auf ein Hochwasser, wie es statistisch gesehen alle 300 Jahre passieren könnte, auszurichten. Schliesslich sollen die ökologischen Defizite behoben und das Zentrum von Wattwil aufgewertet werden. Das schreibt das Baudepartement im Internet-Auftritt der Thursanierung.

Die nötige Verbreiterung des Flussraumes stehe im Konflikt mit den Interessen der Grundeigentümer und Landwirte an der Thur. Zusätzlich seien weitere Anforderungen und Vorgaben der Gemeinde und verschiedener Amtsstellen von Bund und Kanton zu berücksichtigen, heisst es in der Medienmitteilung von gestern. Die umstrittenen Aspekte des Projektes sollten erst nach weiteren Gesprächen mit der Gemeinde, den am stärksten betroffenen Anstössern und den Naturschutzorganisationen festgelegt werden, schreibt der Kanton.

Breite der Wege nochmals prüfen

Was bedeutet das in der Praxis? «Es geht um Details, die man mit der Gemeinde anschauen muss, etwa um die Schomattenbrücke sowie um die Gestaltung der Poststrasse und des Bräkerplatzes». Das sagt der Projektleiter der Thursanierung im Amt für Wasser und Energie, Philipp Gyr.

Philipp Gyr, Projektleiter Thursanierung Wattwil. (Bild: Martin Knoepfel)

Philipp Gyr, Projektleiter Thursanierung Wattwil. (Bild: Martin Knoepfel)

«Man wird die Breite der Thurwege nochmals prüfen. Ob diese gegenüber den Plänen vom Herbst 2017 verbreitert oder nochmals verschmälert werden, kann ich noch nicht sagen. Schmälere Wege hätten Konsequenzen für die Grundbesitzer an der Thur», antwortet Philipp Gyr. «Es ist auch noch nicht festgelegt, ob beispielsweise eine Bepflanzung oder senkrechte Mauern statt der Böschungen angelegt werden. Wir wollen nochmals auf die Anwohner der Thur zugehen. Das ist aber aufwendig, da rund 140 Partien betroffen sind», sagt Philipp Gyr.

«Bis jetzt gibt es noch keinen Konsens»

Ausserhalb des Siedlungsgebiets soll die Thur auf 45 Meter verbreitert werden. Im Zentrum von Wattwil sollen es 30 Meter sein. Philipp Gyr bestätigt, dass die Bauern keine Freude haben an den geplanten Ausweitungen des Flusslaufes. Die Ausweitung geht auf Kosten des Landwirtschaftslandes. Philipp Gyr sagt:

«Bis jetzt gibt es noch keinen Konsens mit den Bauern und mit den Naturschutzverbänden. Ich glaube, der Kanton liegt mit seiner Mittellösung nicht schlecht. Man muss von Gesetzes wegen gewisse Verbesserungen anbringen.»

Wie steht es mit Vertiefungen des Flussbettes, um die nötigen Abflussmengen bei kleinerem Landverbrauch zu erreichen? «Bei der Sohlenbreite und bei der Neigung der Böschungen sind aus wasserbautechnischen Gründen wahrscheinlich keine Änderungen möglich, sagt Philipp Gyr. Es seien aber noch nicht alle technischen Abklärungen vorgenommen worden.

Die Kapazität des Durchlasses bei der Postbrücke sollte gross genug sein. Allerdings stehe die Nachkontrolle noch aus, sagt der Projektleiter. Sicher sei, dass man oberhalb von Wattwil keine Rückhaltebecken bauen könne, die genügend Kapazität hätten, um auf die Verbreiterung der Thur in Wattwil verzichten zu können. Abgesehen davon würden diese ebenfalls Landwirtschaftsland beanspruchen, unterstreicht Philipp Gyr.

Der Kanton will nächstes Jahr zwei Musterstrecken der Thursanierung erstellen. Die eine befindet sich auf der Höhe der geplanten Sportanlage Rietwis. Die andere liegt beim Sportgeschäft Metzger auf dem linken Ufer, also in der Aussenkurve der Thur-Biegung.

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