Die Testspiele im Toggenburg sind lanciert – die Ebnater Frauen schlagen die Bütschwiler Frauen unerwartet hoch mit 4:1

Ebnat-Kappel ohne Selin Roth ist kaum vorstellbar – mit drei Toren war sie die überragende Spielerin auf der Bütschwiler Breite.

Beat Lanzendorfer
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Selin Roth (rechts), hier im Kampf um den Ball mit Michelle Brändle, schoss Bütschwil mit drei Toren fast im Alleingang ab.

Selin Roth (rechts), hier im Kampf um den Ball mit Michelle Brändle, schoss Bütschwil mit drei Toren fast im Alleingang ab.

Bild: Beat Lanzendorfer

Der Appetit auf Fussball ist gross. Bestes Beispiel war das Testspiel der Frauen am Dienstagabend zwischen Bütschwil und Ebnat-Kappel, das vor einer ansehnlichen Zuschauerkulisse mit einem ungewöhnlichen Resultat endete. Der Underdog aus dem Obertoggenburg setzte sich trotz frühem Rückstand mit 4:1 durch.

Wie fast immer war bei Ebnat-Kappel Selin Roth für die Differenz besorgt – sie schoss drei Tore, wobei jedem ihrer persönlichen Erfolgserlebnisse eine herrliche Einzelleistung vorausging.

Einheimische reiben sich die Augen

Nach zehn Minuten schien allerdings alles noch seinen gewohnten Weg zu gehen: Fabienne Brändle fasste sich auf Höhe der Sechzehnerlinie ein Herz und hämmerte das Leder via Lattenunterkante ins Netz. Von diesem Gegentor liessen sich die Gäste aber nicht beeindrucken und hielten das Spiel erstaunlich offen.

Nach einer halben Stunde pfiff Schiedsrichter Vuko Ratkovic erstmals zur Pause, weil sich die Mannschaften darauf verständigt hatten, dreimal dreissig Minuten zu spielen. Im Mitteldrittel sollte sich dann offenbaren, dass die Gäste in diesem Duell der Zweitligisten läuferisch mindestens ebenbürtig waren. Als Selin Roth nach 56 Minuten den Ausgleich erzielte, schien eine Überraschung möglich.

Es bleibt noch Zeit zur Verbesserung

Die Ereignisse im dritten Drittel führten schliesslich zur kurz vor dem Abpfiff getätigten Bemerkung von Martin Raschle, Bütschwiler Spikopräsident: «Ich mag mich nicht an ein solches Resultat in jüngster Vergangenheit erinnern.» Damit traf er den Nagel auf den Kopf, kassierte in den letzten Jahren Ebnat-Kappel doch regelmässig hohe Niederlagen im Vergleich mit Bütschwil.

Am Dienstag war es anders: Zuerst brachte Tschumper mit einem Bogenball das Gastteam in Front, dann legte Roth mit dem 3:1 und dem 4:1 noch zweimal nach.

Den Einheimischen bleibt der Trost, dass bis zum Meisterschaftsstart noch genügend Zeit bleibt, an der Technik sowie am läuferischen Manko zu arbeiten.

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