Die Strompreise steigen im kommenden Jahr

Die Regionalwerk Toggenburg AG und die Technischen Betriebe Wil kündigen für das nächste Jahr Strompreiserhöhungen an. Auch bei den St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken wird es teurer.

Martin Knoepfel
Drucken
Teilen
Im nächsten Jahr müssen Toggenburgerinnen und Toggenburger mehr Geld für die Stromrechnung einplanen. (Symbolbild: Benjamin Manser)

Im nächsten Jahr müssen Toggenburgerinnen und Toggenburger mehr Geld für die Stromrechnung einplanen. (Symbolbild: Benjamin Manser)

Die rwt Regionalwerk Toggenburg AG hat die Stromtarife für das kommende Jahr bekannt gegeben. Bei allen Kunden sorgen die höheren Energiekosten für einen Tarifanstieg, welcher aber unter den Absenkungen der letzten Jahre liegt. Das steht in einer Medienmitteilung. Für 2019 müsse rwt den Strompreis für alle Kundengruppen aufgrund der massiv gestiegenen Energiekosten am Markt anpassen.

Eine weitere Anpassung erfolge durch den Einbezug nicht verrechneter Kosten aus den Vorjahren. Ein typischer Haushalt sehe eine Anpassung von 7,6 Prozent oder fünf Franken pro Monat. Gewerbe- und Industriekunden sehen Änderungen von 7,2 bis 9,7 Prozent. Für Haushalte und kleineres Gewerbe beträgt das Plus laut dem Communiqué durchschnittlich etwa 4,9 bis 11,8%.

Unterschiedliche Veränderungen bei den Preiskomponenten

Die drei Komponenten des Schweizer Strompreises, die Netz- und die Energiekosten sowie die Abgaben, veränderten sich aufs kommende Jahr unterschiedlich, heisst es weiter:

Die Systemdienstleistungen (SDL) für das Schweizer Übertragungsnetz, welche von der Firma Swissgrid erbracht werden, reduzieren sich 2018 von 0,32 auf 0,24 Rappen pro Kilowattstunde (Rp/KWh). Die Kosten an die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) sinken leicht.Wegen des «raketenhaften Preisanstieges» für elektrische Energie an den Märkten (ein Plus von mehr als zwei Rp/KWh in den letzten Monaten) steigen die Energiekosten im kommenden Jahr deutlich an.Die obligatorische Abgabe für die Förderung erneuerbarer Energie bleibe unverändert bei 2,20 Rp/kWh. Die Abgabe zum Schutz der Gewässer und Fische bleibt unverändert bei 0,10 Rp /kWh. Die Abgabe an die Gemeinde Kirchberg beträgt für Kirchberger Kunden weiterhin 0,40 Rp/kWh.

Die Senkung der Grundgebühren für die Messung und Verrechnung wirke sich bei allen Kundengruppen deutlich kostendämpfend aus. Die seit einigen Jahren praktizierte strukturierte Beschaffung von Energie an den Märkten habe sich bewährt und habe den Energiepreisanstieg für die Kunden gemildert, heisst es in der Medienmitteilung. Unter dem Strich werde im 2019, für alle Kundengruppen ein Anstieg der Strompreise resultieren.

Aufschlag auch bei den TB Wil und den SAK

Die Marktpreise für Energie seien in den vergangenen Monaten markant gestiegen, heisst es ebenfalls in einer Mitteilung der Technischen Betriebe Wil (TBW). Diese erhöhen die Strompreise – ebenfalls mit Wirkung ab dem 1. Januar 2019 – um durchschnittlich 4,6 Prozent. Das macht für einen Durchschnittshaushalt rund 2,40 Franken pro Monat aus. Der Strom an den städtischen Elektroladestationen bleibe weiterhin kostenlos, versichern die TBW. Die TBW beschafften ihre Energie zusammen mit mehreren Energieversorgungsunternehmen über die Energieplattform AG.

Dank einer effizienten Beschaffungsstrategie können die anhaltend steigenden Energiepreise am Markt leicht abgeschwächt werden. Dennoch steigt der Gesamtstrompreis etwas an. Das teilen die TBW in ihrem Communiqué mit.

Auch die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) teilen mit, dass der Strom nächstes Jahr teurer werden wird. Die Strompreise würden 2019 um rund 4,8 Prozent steigen, hatten sie schon früher mitgeteilt. Die SAK sind in einigen Toggenburger Gemeinden der Endversorger für Elektrizität.