Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Interview

«Die NLA wäre für uns eine denkbare Alternative»

Marcel Erni, Trainer von Volley Toggenburg, steckt mitten in den Planungen für die Mitte Oktober beginnende NLB-Saison. Im Interview spricht er über die Chancen und Ziele der kommenden Spielzeit.
Beat Lanzendorfer
Trainer Marcel Erni gönnt sich und den Spielerinnen noch ein paar Tage Pause. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Trainer Marcel Erni gönnt sich und den Spielerinnen noch ein paar Tage Pause. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Marcel Erni, die abgelaufene Saison ist seit geraumer Zeit beendet. Mit etwas Abstand betrachtet, sind Sie mit dem Abschneiden zufrieden?

Mit dem vierten Platz in der Finalrunde sind wir sehr zufrieden. Die Mannschaft hat sehr gut harmoniert und ist zusammengewachsen. Pech war, dass sich Ingrid Volpi verletzt hat und uns erst in den letzten zwei Spielen wieder zur Verfügung stand. Mit ihr wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen. Aber trotz allem, wir haben eine gute Saison hingelegt.

Hat die Vorbereitung für die kommende Saison schon begonnen?

Wir sind seit Mai wieder im Training. Die Vorbereitung verläuft fliessend. Viele Spielerinnen sind noch bei nationalen und regionalen Beachvolleyballturnieren engagiert. Jetzt machen wir vier Wochen Pause, bevor das Training offiziell am 6. August beginnt.

Gibt es Veränderungen im Kader?

Ingrid Volpi, die im Wallis wohnt und jeweils eine lange Anfahrt zu den Spielen und Trainings auf sich nahm, hat eine Arbeitsstelle in Lausanne gefunden und steht uns daher nicht mehr zur Verfügung. Zudem war sie mit ihren 43 Jahren der Meinung, es wäre an der Zeit, das Feld Jüngeren zu überlassen. Hinzu kommt, dass wir die 18-jährige Diandra Vögtlin vermehrt in der 1. Liga forcieren möchten. Sie gehört nach wie vor zum NLB-Trainingskader, steht auch weiterhin beiden Mannschaften zur Verfügung, mit Priorität bei unserem Reserveteam. Ansonsten wird es nach heutigem Stand zu keinen Änderungen im Kader kommen.

Der Verein hatte in der Vergangenheit öfters mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Wie sieht es aktuell aus?

Die Finanzen bleiben das Sorgenkind. Dadurch, dass wir viel mehr Juniorenmannschaften haben als vor ein paar Jahren, ist auch der Aufwand im Nachwuchsbereich grösser geworden. Er beläuft sich mittlerweile fast auf ein Viertel des Gesamtbudgets. Vereine, die in etwa unsere Grösse aufweisen, haben längst einen Trainer angestellt, der hauptsächlich für die Arbeit in der Halle verantwortlich ist – das können wir uns nicht leisten. Damit wir das Budget im Lot halten können, sind Kraftakte nötig. Hinzu kommt, dass wir für die letzte Saison einen kleinen Verlust im tiefen vierstelligen Bereich ausweisen. Unsere ohnehin kleinen Reserven sind weiter geschrumpft, der Handlungsspielraum ist stark eingeschränkt.

Was wird sich auf die neue Saison hin verändern? Hat die Abwanderung von Voléro Zürich nach Frankreich Auswirkungen auf die Nationalliga B?

Auf die NLB momentan nicht. Es hätte aber noch eine zusätzliche Mannschaft aufsteigen können, die Voléro Zürich in der höchsten Liga ersetzt. Jetzt geht die NLA halt mit neun Teams in die Meisterschaft. Es wird auch keinen Absteiger in die NLB geben.

Wo sehen Sie Ihre Mannschaft in den kommenden Monaten? Kann sie an der Spitze mithalten?

Die Ostgruppe der NLB war letzte Saison extrem ausgeglichen. Bei uns wird entscheidend sein, ob wir einen adäquaten Ersatz für Ingrid Volpi als Zuspielerin verpflichten können.

Würde es Sinn machen, die Rückkehr in die NLA anzustreben?

Die Situation hat sich durch den Weggang von Voléro Zürich, das neu an der französischen Meisterschaft teilnimmt, und den Rückzug von Köniz in die NLB komplett verändert. Das Niveau ist ausgeglichener, auch die Budgets sind kleiner geworden. Weil viele NLA-Vereine auf der Suche nach guten Schweizerinnen sind, halten sie auch Ausschau im Toggenburg. Unsere Spielerinnen sind begehrt. Um dieser Situation entgegenwirken zu können, wäre die NLA für uns eine denkbare Alternative. Der organisatorische Aufwand ist nämlich in etwa derselbe. Bei den Finanzen müssten wir aber unser Budget klar erhöhen können, um mit den etablierten Teams einigermassen mithalten zu können.

Wann beginnt die Saison und was ist neu?

Die Saison startet Mitte Oktober. Eine einschneidende Veränderung plant der Verband erst in zwei Jahren. Die West- und Ostgruppe sollen dann zusammengelegt werden. Dies bedeutet, dass die NLB von 16 auf 14 Teams verkleinert wird. Das wird übernächste Saison zu einem ziemlichen Gerangel, um die begehrten Plätze kommen.

Beim Beachvolleyball sorgt Volley Toggenburg aktuell ebenfalls für Furore?

Dem ist so. Jasmin Kuch und Annouk Erni sind bei den überregionalen Turnieren der Coop Junior Beachtour sehr gut unterwegs und belegen aktuell einen Platz, der zur Teilnahme an der Schweizer Meisterschaft in der Kategorie U17 Ende August in Rorschach/Goldach berechtigt.

Was würden Sie sich abschliessend für die Zukunft für Volley Toggenburg wünschen?

Es muss uns gelingen, die Verantwortung auf viel mehr Schultern zu verteilen. Vor allem im administrativen Bereich und im Sponsoring haben wir viel Nachholbedarf und Luft nach oben. Noch immer sind wir auf der Suche nach Personen, die uns im Vorstand unterstützen. Ich spüre viel Goodwill im ganzen Umfeld und eine grosse Wertschätzung unseres Engagements. Wenn wir unsere Arbeit mittel- bis langfristig sichern wollen, müssen wir unbedingt wichtige Schritte im organisatorischen Betrieb machen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.