Die Spannung steigt in den Leitungen auf dem Ricken

Anders als die SAK haben die Axpo und die Swissgrid momentan nicht vor, ihre Freileitungen, die über den Ricken führen, in die Erde zu verlegen.

Martin Knoepfel
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Auch im Toggenburg stehen Freileitungen wie hier im Raum zwischen Ebnat-Kappel und Hemberg. (Bild: Urs Jaudas)

Auch im Toggenburg stehen Freileitungen wie hier im Raum zwischen Ebnat-Kappel und Hemberg. (Bild: Urs Jaudas)

Die St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) verlegten und verlegen ihre Freileitung auf dem Ricken unter die Erde. Auf dem Ricken verlaufen allerdings drei Freileitungen: eine gehört den SAK, eine der Axpo und eine der Swissgrid.

«Die Freileitung der Axpo auf der Strecke Ernetschwil-Wattwil wird bestehen bleiben und von 50 auf 110 Kilovolt umisoliert», antwortete Antonio Sommavilla, Er ist einer der Mediensprecher der Axpo-Holding. Axpo baue sukzessive das 50-Kilovolt-Verteilnetz auf 110 Kikovolt um. Das erhöhe die Übertragungskapazität des Netzes und die Netzverluste würden um 75 Prozent reduziert, heisst es weiter. Mit der Spannungsumstellung profitierten die Regionen von einer zuverlässigen und nachhaltigen Energieversorgung.

Um die Spannung von 50 auf 110 Kilovolt zu erhöhen, sind auf dieser Leitung gemäss Antonio Sommavilla nur geringe Massnahmen notwendig. Durch die Umisolierung würden die Landschaft und Moore nur wenig beeinträchtigt. Der Abbruch der bestehenden Fundamente würde eine grössere Beeinträchtigung verursachen, heisst es.

Axpo besitze weitere Freileitungen im Toggenburg, etwa in Nesslau und Wildhaus, antwortete Antonio Sommavilla. Die Freileitung Ernetschwil–Uznach werde ebenfalls umisoliert. Das Eidgenössische Starkstrominspektorat habe die Bewilligung dafür erteilt. Zu weiteren Projekten könne er noch nichts sagen, antwortete Antonio Sommavilla zum Schluss.

Keine Pläne für Verkabelung von Winkeln und Grynau

«Diese Freileitung auf Höchstspannungsebene ist die einzige im Toggenburg. Es gibt zur Zeit keine Pläne für eine Erdverkabelung der 220-Kilovolt-Leitung zwischen den Unterwerken Winkeln und Grynau.» Das antwortete Christian Schwarz, Communications Manager bei der Swissgrid. Ob und wo ein Erdkabel verlegt werde, werde bei jeder Modernisierung, Verstärkung oder Neukonstruktion einer Leitung im Übertragungsnetz neu beurteilt.

Swissgrid prüfe bei jedem Netzprojekt sowohl Kabel- als auch Freileitungsvarianten, hiess es weiter. Dabei würden technische Aspekte, aber auch die Raumentwicklung, die Umwelt und die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt, antwortete Christian Schwarz.

Er weist zugleich darauf hin, dass die Behörden entscheiden, ob ein Erdkabel oder eine Freileitung gebaut wird. Swissgrid setze die Projekte so um, wie sie bewilligt worden seien.

«Für Höchstspannung anspruchsvoll»

Erdkabel seien für die Energieübertragung in regionalen Verteilnetzen weit verbreitet und würden im überregionalen Verteilnetz mit Spannungen bis 150 Kilovolt immer mehr eingesetzt. Hier seien Erdkabel technisch und betrieblich erprobt.

Im Übertragungsnetz mit 380 und 220 Kilovolt kämen Erdkabel, die länger als einen Kilometer seien, noch wenig zur Anwendung und seien vergleichsweise neu. Die Erdverkabelung auf Höchstspannungsebene sei bautechnisch und betrieblich anspruchsvoll. Der Anteil der Erdkabel im Übertragungsnetz von Swissgrid liegt gemäss Christian Schwarz bei weniger als einem Prozent.

Nationale Netzgesellschaft

Die Axpo – früher Nordostschweizerische Kraftwerke – ist ein international in der Energieproduktion, im Energiehandel und in der Energieverteilung tätiger Konzern mit Hauptsitz in Baden. Besitzer der Axpo-Holding sind verschiedene Deutschschweizer Kantone oder Elektrizitätswerke. Die SAK besitzen etwas mehr als einen Achtel des Aktienkapitals der Axpo.

Die Swissgrid mit Hauptsitz in Aarau ist die nationale Netzgesellschaft. Sie existiert seit Dezember 2004. Sie betreibt und überwacht seit 2009 das Schweizer Höchstspannungsnetz und besitzt dieses seit 2013. Die Aktien der Swissgrid befinden sich fast alle im Besitz von rund 30 Schweizer Elektrizitätswerken.

Volt ist das Mass für die Spannung des elektrischen Stroms. In den Haushalten werden Spannungen von 230 und 400 Volt verwendet. «Kilo» bedeutet «tausend». 220 Kilovolt entsprechen also 220'000 Volt. (mkn)