Die SP Toggenburg verteidigt ihre zwei Sitze im Kantonsrat – ein Wermutstropfen ist das mässige Abschneiden der Frauen

Mit Christoph Thurnherr und Martin Seiler stellen die Sozialdemokraten weiterhin zwei Kantonsräte. Jungpolitiker Joel Müller gehört zu den Überraschungen und ist erster Ersatz.

Beat Lanzendorfer
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Christoph Thurnherr und Martin Sailer (rechts). Die bisherigen und neuen Toggenburger SP-Kantonsräte.

Christoph Thurnherr und Martin Sailer (rechts). Die bisherigen und neuen Toggenburger SP-Kantonsräte.

Bild: Beat Lanzendorfer

Freude über die Wiederwahl von Christoph Thurnherr und Martin Sailer, keine stichhaltige Erklärung zum enttäuschenden Abschneiden der Frauen.

Hansheiri Keller, Präsident SP Toggenburg.

Hansheiri Keller, Präsident SP Toggenburg.

Bild: Beat Lanzendorfer

So fällt das Fazit von SP-Toggenburg-Präsident Hansheiri Keller aus. Die Partei traf sich am Sonntagnachmittag zur Wahlfeier im Rathaus für Kultur in Lichtensteig.

Vier Gemeindepräsidenten hinter sich gelassen

Mit Martin Sailer war der glücklichste Mensch im Raum kaum zu übersehen. «Ich freue mich wahnsinnig über die Wiederwahl und bin über das Ergebnis noch immer sprachlos», sagte Sailer.

«So richtig kann ich mir das Resultat nicht erklären.»

Immerhin hätte er mit Karl Brändle, Christian Spoerlé, Imelda Stadler und Kilian Looser vier Gemeindepräsidenten hinter sich gelassen. «Ich glaube, die Menschen spüren, dass ich mich tagtäglich für das Toggenburg einsetze.»

Vorteil durch die Nationalratswahlen

Als Beispiele nannte Sailer sein Engagement für das Klanghaus und das Kleintheater Zeltainer. Kantonsratswahlen seien auch Kopfwahlen, deshalb sei es sicher ein Vorteil gewesen, dass er nach den Nationalratswahlen im letzten Jahr bereits bekannt gewesen sei.

Ob er Genugtuung empfinde, Parteikollege Christoph Thunherr hinter sich gelassen zu haben? Klar seien interne Wetten gelaufen, in erster Linie sei es aber wichtig gewesen, dass die SP ihre zwei Sitze verteidigen konnte.

«Und es war keinesfalls eine Zitterpartie, sondern ziemlich eindeutig», bemerkte Christoph Thurnherr. «Ich mag Martin den internen Sieg gönnen, weil wir als Team funktionieren und uns gegenseitig vertrauen.»

Joel Müller gehört auch zu den Gewinnern

Auf das mässige Abschneiden der Frauen angesprochen hatte Thurnherr durchaus eine Erklärung. «Es sitzen praktisch keine SP-Frauen in den Toggenburger Gemeinderäten. Dies muss sich ändern. Es muss die Aufgabe der SP sein, Frauen auf kommunaler Ebene aufzubauen.»

Joel Müller, SP Toggenburg.

Joel Müller, SP Toggenburg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Nicht zu den Gewählten gehörte Joel Müller, gleichwohl durfte er sich als Sieger fühlen. Mit 1688 Stimmen reihte er sich unmittelbar hinter den beiden Gewählten ein und ist erster Ersatz. «Ich bin zum ersten Mal angetreten und deshalb sehr zufrieden mit meinem Abschneiden.»

Erstaunlich findet er, dass er in Wattwil und Kirchberg verhältnismässig wenige Stimmen holte, dafür auf dem Land viele seinen Namen ankreuzten. Als Organisator der Klimademonstration in Wattwil wollte er ein starkes Zeichen setzen, das sei ihm gelungen und habe ihm Stimmen gebracht. «Ich möchte mich weiterhin politisch engagieren und werde mich in vier Jahren erneut zur Verfügung stellen.»

Bruno Facci, SP Toggenburg.

Bruno Facci, SP Toggenburg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Bruno Facci, Wahlkampfleiter und Gründungsmitglied der SP Toggenburg attestierte dem Nachwuchspolitiker einen hervorragenden Wahlkampf: «Er hat uns aufgezeigt, was in den sozialen Medien alles möglich ist und mit seinem Enthusiasmus sogar mich mitgerissen.»

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