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Die SP Toggenburg hat vor den Kantonsratswahlen die Werbung auf den sozialen Medien intensiviert

Für die SP braucht es eine zusätzliche Toggenburgerin im Kantonsrat. Diese soll für sie einen dritten Sitz gewinnen.

Beat Lanzendorfer
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Drei Sitze will die SP Toggenburg bei den Kantonsratswahlen am 8. März erobern. Einer davon soll von einer Frau besetzt sein. Und weil die beiden Bisherigen beides Männer sind – Christoph Thurnherr aus Wattwil und Martin Sailer aus Unterwasser – liegt der Fokus auf den vier Frauen unter den insgesamt neun Kandidierenden der Liste. Diese Liste hat die SP wie schon vor vier Jahren zusammen mit den Grünen und den Gewerkschaften gebildet.

Die finanziellen Möglichkeiten sind eingeschränkt

Um die Ziele zu erreichen, sind die Parteimitglieder bei Pendleraktionen oder Veranstaltungen anzutreffen oder würden sich am Telefon mit den Menschen unterhalten, sagt Stefan Diener, Vizepräsident der SP Toggenburg und selbst Kantonsratskandidat.

Stefan Diener, Vize SP Toggenburg.

Stefan Diener, Vize SP Toggenburg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Weil die finanziellen Möglichkeiten eingeschränkt seien und um zusätzliche Mittel für die Wahlkampagne zu erhalten, lancierte die SP Toggenburg erfolgreich ein Crowdfunding. Intensiv werden auch die Social-Media-Kanäle genutzt. Verschiedene Zielgruppen möchte man dort mit gezielten Botschaften erreichen.

Für den Erhalt der Regionalspitäler

«Die SP betreibt eine Politik, welche die ganze Bevölkerung vertritt statt wenige Privilegierte», erklärt Diener die Ausrichtung seiner Partei. Die SP sei die einzige Partei, die sich geschlossen für den Erhalt aller Regionalspitäler einsetze.

«Auch die Landbevölkerung hat das Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung.»

Die SP denke dabei an Mehrspartenspitäler mit auf die einzelnen Standorte zugeschnittenen Spezialangebote. Dabei würden sich Bereiche wie Akut-Geriatrie, Sportmedizin, Psychiatrie, Schmerztherapie, Komplementärmedizin oder andere anbieten.

Wenig begeistert zeigt sich die Partei vom Stand beim öffentlichen Verkehr. Die Verbindungen des unteren Toggenburgs in die Kantonshauptstadt seien, gelinde ausgedrückt, ein Skandal. Grundsätzlich brauche es eine bessere Anbindung der Dörfer und Weiler an die Hauptachsen des öffentlichen Verkehrs.

Verbesserungspotenzial sieht die SP auch beim Interkantonalen Finanzausgleich. Es könne nicht sein, dass Gemeinden, welche Ausgleichszahlungen in Anspruch nehmen, laufend Steuersenkungen vornehmen.

Der Bergbahnstreit ist ein Ärgernis

Gute Ansätze seien indes im Toggenburger Tourismus feststellbar. Als Beispiele nennt Stefan Diener den Baumwipfelpfad und die Klangwelt. Letztere soll nach der Fertigstellung des Klanghauses dem Tal zusätzlichen Schub verleihen. Die SP habe sich stark für das Klanghaus engagiert und schliesslich viele Gegner vom Projekt überzeugen können.

Der Bergbahnenstreit hingegen sorge für Ärger weit über die Region hinaus. Hier fordert die SP ein Ende des Konflikts. «Es braucht Überzeugungsarbeit, damit das Geld des Kantons wieder fliesst.» Generell möchte die SP mit der Förderung kleinerer touristischer Projekte zu einem lebenswerten Toggenburg beitragen – dabei soll die intakte Natur und ein innovatives kulturelles Angebot im Vordergrund stehen.

Energieautarkes Toggenburg wird gefordert

Die Natur ist der SP auch im grösseren Zusammenhang wichtig. In der Klimadebatte bezieht die Partei klar Stellung. Mit der Organisation der Klimademonstration in Wattwil durch die Kandidierenden Aline Geisser (Grüne) und Joel Müller (SP) habe sie diesbezüglich schon ein Zeichen im Toggenburg gesetzt. Die SP fordert zudem ein energieautarkes Toggenburg.

In der Legislatur 2020 bis 2024 stehen bei der SP der Erhalt der Regionalspitäler – «die Patienten müssen im Mittelpunkt stehen, nicht die Rendite» –, die familienergänzende Kinderbetreuung sowie die Förderung von erneuerbaren Energien zuoberst auf der Traktandenliste.