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Interview

Die RWT AG will das Fernwärmenetz bis Kirchberg erweitern: «Interessenten sind vorhanden»

René Rüttimann, Geschäftsführer der Regionalwerk Toggenburg AG, erklärt, wie die Fernwärme nach Kirchberg kommt.
Beat Lanzendorfer
Das Dorf Kirchberg, hier mit Blick auf Husen und Wolfikon (im Hintergrund Wil), soll bis im Jahr 2021 mit Fernwärme versorgt werden. Entscheidend wird sein, wie viele Einwohner sich zum Umstieg auf den neuen Energieträger entschliessen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Das Dorf Kirchberg, hier mit Blick auf Husen und Wolfikon (im Hintergrund Wil), soll bis im Jahr 2021 mit Fernwärme versorgt werden. Entscheidend wird sein, wie viele Einwohner sich zum Umstieg auf den neuen Energieträger entschliessen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Mit Kirchberg möchte das Regionalwerk Toggenburg ein weiteres Dorf der Gemeinde mit Fernwärme erschliessen. Wo liegen die Unterschiede zwischen Kirchberg und Bazenheid?

René Rüttimann: In der längeren Zuleitung ab dem Netz Bazenheid bis zu den ersten Energienutzern. Daher kann Kirchberg nicht wie in Bazenheid etappenweise betrachtet werden.

Sie haben im Frühjahr das Projekt erstmals beworben. Wie ist der Stand heute?

René Rüttimann, Geschäftsleiter RWT (Bild: Beat Lanzendorfer)

René Rüttimann, Geschäftsleiter RWT (Bild: Beat Lanzendorfer)

Wir sind mit allen grösseren Energiebezügern und den interessierten Liegenschaftsbesitzern im persönlichen Gespräch und erarbeiten gemeinsame Anschlussmöglichkeiten an das Fernwärmenetz.

Mit welchen Argumenten möchten Sie die Einwohnenden in Kirchberg überzeugen, auf Fernwärme umzusteigen?

Die Beheizung der Liegenschaft erfolgt CO2-frei. Die Fernwärme ist quasi ein Wohlfühlpaket. Nach der Installation erfordert es keinen Unterhalt und keinen Service. Die Grundgebühren fallen ebenfalls weg. Ein weiterer Vorteil ergibt sich dadurch, dass die Wertschöpfungskette der Fernwärme in der Region ist und auch dort verbleibt.

Ein Thema dürften auch die Kosten sein. Ist Fernwärme teurer als andere Energie­träger?

Nein, im Gegenteil. Wenn wir von den heutigen Energiepreisen ausgehen, haben wir günstigere Wärmegestehungskosten als die anderen Energieträger. Dies berechnen und erklären wir jedem einzelnen interessierten Wärmebezüger individuell.

Welche Bezugsmengen sind nötig, damit das Projekt «Fernwärme Kirchberg» umgesetzt werden kann?

In Kirchberg möchten wir langfristig eine Nutzenergiemenge von jährlich rund 6000 Megawattstunden absetzen. Um das Projekt starten zu können, benötigen wir zwei Drittel dieser Menge.

Gehen Sie davon aus, dass Sie genügend Interessenten finden, welche einen Liefervertrag unterschreiben?

Interessenten sind vorhanden. Wichtig ist, dass wir bis Ende dieses Jahres die notwendigen Zusagen haben.

Sie selber sind vom Projekt überzeugt?

Selbstverständlich. Kirchberg hat die einmalige Chance, dank des Energieparks Bazenheid ein Fernwärmenetz zu erhalten. Diese Möglichkeit haben nur wenige Orte in der Schweiz und dies sollten wir nutzen. Zusätzlich stehen grössere Heizungssanierungen und Neubauten in Kirchberg an. Dies sollte ein weiterer Ansporn sein, den Bau der Fernwärme jetzt gemeinsam anzugehen.

Falls dies gelingt, wann wird Kirchberg mit Fernwärme versorgt?

Gerne würden wir im Jahre 2020 mit den Projektierungs- und Planungsarbeiten beginnen. Im Herbst 2021 könnten wir dann die ersten Liegenschaften mit der nachhaltigen Fernwärme ab dem Energiepark Bazenheid versorgen.

Einen Schritt weiter sind Sie bereits in Bazenheid. Bis zum Beginn der Heizperiode im Oktober wird die dritte Etappe der Bazenheider Fernwärme abgeschlossen sein. Wie würden Sie das zukunftsorientierte Projekt umschreiben?

Das Ziel der Nutzung bestehender bis jetzt nicht genutzter Abwärme des Energieparks Bazenheid ist verstanden worden. Öl und Gas als Energieträger benötigen wir nicht mehr. Ohne Mehrkosten für den Liegenschaftsbesitzer machen wir einen weiteren Schritt, um unsere Umwelt zu schonen. So kann und soll es in Bazenheid weitergehen.

Entsprechen die dortigen Bezugsmengen Ihren Vorstellungen?

Mit dem aktuellen Stand sind wir im Fahrplan. Als Grundversorger haben wir einen sehr weiten Zeithorizont. Wir sind überzeugt, dass wir entlang der Fernwärmeleitungen für alle Heizungsarten bei der nächsten Sanierung die optimalste Lösung anbieten können.

Gemäss Ihren Aussagen findet mit der Fertigstellung der dritten Bauetappe die Fernwärme seinen vorläufigen Abschluss. Kann man in Bazenheid trotzdem noch auf den Fernwärmezug aufspringen?

Natürlich, bei jedem interessierten Liegenschaftsbesitzer wird von uns geprüft ob, wann und wie er an unser Fernwärmenetz angeschlossen werden kann. Wir sind offen und freuen uns über entsprechende Anfragen.

Ist dies auch noch zu einem späteren Zeitpunkt, etwa in fünf Jahren, möglich?

Unser Fernwärmenetz ist für die nächsten 80 Jahre gebaut. Anschlüsse sind immer möglich. Um auch finanziell interessante Angebote machen zu können, ist es wichtig, dass wir quartierweise ausbauen können.

Dann ist die Realisierung der Fernwärme ein Bekenntnis zur erneuerbaren Energie. Immerhin ist die Gemeinde Kirchberg seit 2013 Energiestadt. Was kann der Einzelne dazu beitragen, dass Kirchberg die Auflagen einer Energiestadt weiterhin erfüllt?

Indem sich jeder Einzelne in seinem Tun und Handeln hinterfragt, wie er seinen Teil an effizienter Nutzung von Energie, Klimaschutz, erneuerbaren Energien sowie umweltverträglicher Mobilität beitragen kann.

Der Bundesrat hat kürzlich beschlossen, dass die Schweiz bis 2050 CO2-neutral ist. Können aus Ihrer Sicht die Ziele erreicht werden?

Dieses hochgesteckte Ziel können wir gemeinsam und generationenübergreifend schaffen, wenn wir bei jeder zukünftigen, notwendigen Entscheidung dieses CO2-Ziel vor Augen haben. Sei diese etwa beim nächsten Heizungsersatz, beim Mobilitätsverhalten oder beim wöchentlichen Einkauf.

Dann möchte das Regionalwerk Toggenburg mit der Erschliessung von Kirchberg ein weiteres, wichtiges Zeichen für die Zukunft setzen. Reicht dies?

Das allein reicht natürlich nicht. Wir wollen aber die Möglichkeit schaffen, dass bis 2050 keine fossilen Energieträger wie Öl und Gas mehr für das Heizen von Liegenschaften benötigt werden.

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