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«Vertrauen ist erschüttert»: Ärger um drohende Schliessung eines Toggenburger Restaurants

Seit bald vier Monaten ist das Restaurant Rose in Müselbach geschlossen. In den letzten Tagen machten Meldungen die Runde, dass die Türen für immer verschlossen bleiben.
Beat Lanzendorfer
Von vorne sind die Veränderungen, die am Haus vorgenommen worden sind, nicht feststellbar. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Von vorne sind die Veränderungen, die am Haus vorgenommen worden sind, nicht feststellbar. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Zerschlagenes Holz, Bauschutt, mehrere Mulden – die Umgebung des Restaurants Rose zeigt sich wenig gepflegt. Die Terrasse, die während der Sommermonate jeweils zum Verweilen eingeladen hat, ist leer und dreckig.

Kaum zu glauben, dass hier vor wenigen Monaten Menschen gesessen sind und von Maya Frischknecht und Erich Willener bewirtet wurden.

Schlechte Botschaft an der Hauptversammlung

Die Worte von Erich Willener beim Abschied im letzten Januar wirken ob des derzeitigen Anblicks wie Hohn: «Unser Ziel war es, das Restaurant als Speiselokal weiter zu geben. Das ist uns gelungen.» Die beiden Vorbesitzer hatten das Haus per 1. Februar mit der Zusage verkauft, dass die Rose nach einer Umbauphase als Restaurant weitergeführt wird. Nun macht es den Anschein, als seien die neuen Besitzer von ihren Plänen abgerückt.

Die Botschaft ereilte die Dorfbewohner am vergangenen Freitag an der Hauptversammlung des Dorfvereins. Gemäss eines Teilnehmenden verlas Dorfvereins-Präsident Simon Huber im Auftrag der beiden Besitzer eine Mitteilung. Laut dieser lasse sich das Gastro-Konzept leider nicht realisieren. Die beiden Besitzer würden die Planung anpassen. Nach einer Renovation würde aus der Liegenschaft ein Privathaus. Seither herrscht im Dorf Aufruhr. Das Gasthaus bringen viele in Verbindung mit emotionalen Ereignissen wie Hochzeit, Taufe, Erstkommunion oder andere Familienfeste. Und plötzlich soll dies alles nicht mehr möglich sein.

Simon Huber, Präsident des Dorfvereins, bestätigt auf Anfrage das Verlesen des Schreibens und gibt zu bedenken: «Der Vorstand des Dorfvereins bedauert die Entwicklung. Uns sind allerdings die Hände gebunden, weil sich die Rose in Privatbesitz befindet.»

Die Vorbesitzer sind konsterniert

Maya Frischknecht und Erich Willener, die Vorbesitzer der Rose Müselbach. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Maya Frischknecht und Erich Willener, die Vorbesitzer der Rose Müselbach. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ob dieser Meldung zeigen sich auf Anfrage auch die Vorbesitzer Erich Willener und Maya Frischknecht konsterniert. «Wir haben damals unserem Treuhänder den Auftrag erteilt, einen Käufer zu suchen, der die Rose als Speiselokal weiterführt, das haben uns die neuen Besitzer auch zugesagt.» Schriftlich wurde damals allerdings nichts fixiert. «Eine solche Vereinbarung ist gar nicht möglich, wir haben den neuen Besitzern aber vertraut und ihnen ihr Versprechen abgenommen. Im Nachhinein war das wohl etwas zu naiv. Unser Vertrauen ist erschüttert.» Nun müssen sie mitansehen, wie ihre Arbeit eines Jahrzehnts innert weniger Monate möglicherweise zerstört wird. Maya Frischknecht und Erich Willener ärgern sich auch darüber, wie mit dem Material umgegangen wird: «Geschirr und weiteres Inventar landet einfach in der Mulde, dieses Vorgehen tut uns weh.»

In der Mulde entsorgt: die Überreste des Inventars. (Bild: Beat Lanzendorfer)

In der Mulde entsorgt: die Überreste des Inventars. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Gemeinde hat keine Kenntnis von den Plänen

Erstaunt zeigt sich Gemeinderatsschreiber Magnus Brändle: «Wir haben keine Kenntnis von solchen Plänen. Die Gemeinde hat die Baubewilligung für den Einbau von raumhohen Fenstern im Erdgeschoss auf der Nordseite des Restaurant Rose erteilt. Später ist eine Projektanpassung hinzugekommen, sie betraf die Vergrösserung der Fenster. Eine Umnutzung war bei beiden Gesuchen kein Thema. Sollten die Besitzer die Pläne nun über den Haufen werfen, müsste ein Änderungsgesuch eingereicht werden.» Und weiter: «Die Gemeinde kann niemanden zwingen, das Restaurant zu erhalten. Allerdings kann die Gemeinde darauf bestehen, an der geschützten Fassade den bisherigen Zustand beizubehalten, weil das Haus ‹Zur Rose› ein erhaltenswertes Gebäude ist.»

Die beiden Besitzer der Immobilie wollten sich auf Anfrage gestern Donnerstag nicht äussern.

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