Die Panik vor dem Corona-Virus bleibt in der Bevölkerung aus

Wohin man schaut, beinahe überall ist das Corona-Virus Thema Nummer eins. Wie geht es den Toggenburgerinnen und Toggenburgern dabei? Um den Puls der Region zu fühlen, sammelte das «Toggenburger Tagblatt» Stimmen aus der Bevölkerung.

Beat Lanzendorfer
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Wegen des Corona-Virus sind Desinfektionsmittel so knapp geworden.

Wegen des Corona-Virus sind Desinfektionsmittel so knapp geworden.

Bild: Reto Martin

Die Frage lautete: Wie stark beeinflusst Sie das Corona-Virus im Alltag? In der Toggenburger Bevölkerung zeigt sich die ganze Bandbreite an Einschätzungen. Eine konkrete Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus scheint jedoch nicht sehr verbreitet zu sein.

Die Entscheidungen und Massnahmen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) werden akzeptiert und mehrheitlich für gerechtfertigt erachtet. Mehrere Umfrageteilnehmerinnen und Umfrageteilnehmer beklagen jedoch bereits einen Überfluss an Informationen zum Virus.

Romy Oswald

Kirchberg
Bild: Beat Lanzendorfer

Kirchberg

Ich informiere mich jeweils via Presse, wie der aktuelle Stand ist. Einfluss auf meinen persönlichen Alltag hat das Corona-Virus aber nicht. Meine Tochter Jennifer arbeitet in einer Arztpraxis, sie hat mir berichtet, dass bei ihnen bisher alles in gewohntem Rahmen abläuft. Wir sollten das Corona-Virus durchaus ernst nehmen, dürfen dabei aber nicht vergessen, dass wir praktisch jeden Winter ein Grippe-Virus haben.

Silvano Frei

Bazenheid
Bild: Beat Lanzendorfer

Bazenheid

Als Postbote ist das Corona-Virus auf meiner Tour natürlich das Thema Nummer 1. Ich spüre eine gewisse Verunsicherung, weil viele nicht wissen, wie es weitergeht. Etwas Respekt sollte man schon haben, zu viel Angst bringt aber auch nichts. Schade finde ich es für die vielen Vereine, die nun gezwungen sind, ihre Veranstaltung abzusagen. Mir tun in erster Linie die Menschen leid, die im Vorfeld viel Arbeit geleistet haben.

Aurel Louis

Uznach
Bild: Fabio Giger

Uznach

Ich wollte mit meiner Kollegin eine Reise nach London buchen, haben es dann aber sein lassen. Wir hatten Angst, dass die Flüge gestrichen werden. Oder noch schlimmer: Dass man uns nicht mehr in die Schweiz zurückreisen liesse. In der Schule geben uns die Lehrer die Hand nicht mehr. Und wir bekommen per E-Mail täglich Hygienemerkblätter zugestellt. Mittlerweile mag ich die nicht mehr sehen.

Michelle Nagel

Bäbikon
Bild: Beat Lanzendorfer

Bäbikon

Direkt betroffen bin ich nicht, zum Glück, das Corona-Virus beschäftigt uns aber schon. Unsere vier Kinder gehen in den Kindergarten oder zur Schule. Immer wenn sie nach Hause kommen, wissen sie wieder etwas Neues zu berichten. Beim Mittagessen wird zur Zeit fast nur noch über das Corona-Virus gesprochen. Mit einem Faltblatt wurden die Kinder in der Schule auf das Thema sensibilisiert.

Vreni Eckert

Nesslau
Bild: Fabio Giger

Nesslau

Ich bin oft mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs. Mit dabei habe ich immer etwas Desinfektionsmittel. Aber ich schmiere es nur ein, wenn ich etwas Esse und meine Hände nicht waschen kann. Jetzt während der Corona-Zeit muss man einfach doppelt so gut Acht geben. Ich wasche beispielsweise immer die Hände, nachdem ich bei mir zu Hause jemanden empfange. Angst vor dem Virus habe ich nicht, aber Respekt.

Fabian Scherrer

Bazenheid
Bild: Beat Lanzendorfer

Bazenheid

Bei uns an der Schule wird über nichts anderes mehr gesprochen. Während es die Kinder und Jugendlichen noch ziemlich lustig finden, was die vielen Kommentare auf Instagram unterstreichen, nehmen es die Lehrer sehr ernst. Händeschütteln ist verboten und die Lehrer halten die Schülerinnen und Schüler an, die Hände gründlich zu waschen, vor allem wenn wir Gegenstände anfassen, die häufig von anderen berührt werden.

Klara Wick

Müselbach
Bild: Beat Lanzendorfer

Müselbach

Ich habe Verständnis für die Massnahmen der Behörden. Um mich auf dem Laufenden zu halten, schaue ich regelmässig die Tagesschau und lese die Zeitung. Angst, mich anzustecken, habe ich aber nicht. Persönlich trifft es mich aber auch ein wenig. Ich fahre jedes Jahr mit dem Zug nach Luzern zum Gedächtnisgottesdienst meines verstorbenen Bruders. Die Fahrt in diesem Jahr am 21. März werde ich wohl schweren Herzens absagen.

Ivonne Heitz

Lichtensteig
Bild: Martin Knoepfel

Lichtensteig

Die Diskussionen über die Corona-Viren verändern mein Verhalten überhaupt nicht. Ich denke gar nicht an die Viren, ausgenommen, jemand spricht mit mir darüber. Ich habe deswegen auch keine Konservenbüchsen gekauft.

Remo Menzi

Flawil
Bild: Katja Brütsch

Flawil

Beruflich bin ich im Aussenhandel tätig. Unter anderem habe ich auch geschäftliche Verbindungen nach China. In diesem Bereich führt das Virus zu einem tiefen wirtschaftlichen Einschnitt. Die Empfehlungen des BAG befolge ich. Übertreiben möchte ich die Vorsichtsmassnahmen aber auch nicht. Ein bisschen besorgt bin ich, auch wenn wir uns in der Schweiz auf eine gute medizinische Versorgung verlassen können.