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Die Seifenfee aus dem Toggenburg

Astrid Nigg stellt in ihrer Manufaktur in Lichtensteig Seifen her. Dabei beherzigt sie auch die Natur. Mit ätherischen Ölen, Düften und Milch sorgt sie für Sauberkeit und Entspannung.
Christiana Sutter
Mit einem grossen Käsemesser zerschneidet Astrid Nigg die Seifenblöcke in einzelne Stücke.

Mit einem grossen Käsemesser zerschneidet Astrid Nigg die Seifenblöcke in einzelne Stücke.

Schon auf dem Trottoir vor dem Haus der Toggenburger Naturseifen-Manufaktur an der Wilerstrasse 138 in Lichtensteig nimmt man einen feinen Duft wahr. Rechts die Treppe hinauf, und man steht vor der Türe zu einem Dufterlebnis der besonderen Art.

Astrid Nigg öffnet die Tür, und man wird rundum von einer feinen Duftwolke umgeben. Es ist das Aroma, das man schon vor dem Haus riechen konnte. Nur intensiver. «Zitrone?» Nigg lächelt. «Es sind Lemongras und viele andere Riech- und Duftstoffe.» Ein Ofen mit einem hohen Kamin verteilt eine wohlige Wärme. Im Hintergrund läuft Musik. Beidseitig gibt es Fenster, die viel natürliches Licht in den Raum bringen. Vorne im Raum ist ein grosser Spiegel angebracht, der ihn optisch nochmals vergrössert.

Angefangen hat es im Schönenboden

Astrid Nigg, Herstellerin der Toggenburger Naturseifen. (Bild: Thomas Hary)

Astrid Nigg, Herstellerin der Toggenburger Naturseifen. (Bild: Thomas Hary)

Die 56-jährige gebürtige Ebnat-Kapp­lerin ist gelernte Friseurin und hat 2004/2005 mit der Produktion von Seifen in ihrem Haus im Schönenboden Wildhaus begonnen. Später hat sie sich als Naturkosmetikerin ausgebildet. Ab 2007 habe sie ihre Naturseifen, Badebomben und Raumsprays an Märkten feil geboten. «Irgendwie musste ich ja bekannt werden», erzählt sie. Zu Beginn waren ihre Kunden «Menschen, die sich noch an die Seife erinnern können». Heute sind es umweltbewusste Personen, «auch solche, die sich etwas Gutes tun wollen».

Nach dem Wegzug aus Wildhaus zog Nigg nach Unterwasser. Dort mietete sie sich im leerstehenden «Telefonhüsli» ein. Sie startete mit den ersten Seifenkursen. Vor nunmehr vier Jahren zog sie in das ehemalige Haus der Chrischona-Gemeinde in Lichtensteig ein. Nigg ist eine Trendsetterin. Die Toggenburger Seifenherstellerin hat sich schon immer für die Natur und umweltfreundliche Produkte interessiert. Nicht nur bei Kosmetika. Auch bei der Nahrung und anderen Produkten schaue sie auf die Herkunft und die Nachhaltigkeit, erzählt sie.

Eine Milch- und Honigseife ohne Duft

Die Herstellung der Seifen hat immer denselben Ablauf. Ausser bei den beigemischten ätherischen Ölen, die je nach Duftnote beigegeben werden. Zuerst wird die Lauge angemacht. Diese besteht entweder aus Tee oder Milch. Diese ist ein Drittel des Seifenvolumens. Da sich diese Lauge stark erhitzt, muss sie anschliessend abkühlen. Dann werden die festen Fette – Kokosfett oder Kakobutter – geschmolzen. Als nächstes folgen die Öle: Olivenöl, Rapsöl oder auch Jojobaöl. Das wertvollste wird als solches bestehen bleiben und vermischt sich nicht mit den anderen Zutaten.

In einem nächsten Schritt werden die Duftstoffe beigemischt. Diese bestimmen den Wert einer Seife. Lauge, Öle und Duftstoffe mischt man zusammen und rührt sie rund 20 Minuten. «Diese Zeit ist notwendig, da sich die Moleküle vermischen müssen», sagt Nigg. Anschliessend wird die Masse in Formen abgefüllt. Die noch flüssige Seife bleibt 24 Stunden in der Form. Nach dem Herausnehmen muss noch etwas nachgetrocknet werden, bevor die Seifenstücke mit einem grossen Käsemesser geschnitten werden. Bis die Seife gebrauchsfertig ist, muss sie mindestens sechs Wochen gelagert sein.

Es braucht ein grosses Messer, um die Seifen zu zerschneiden. (Bild: Thomas Hary)

Es braucht ein grosses Messer, um die Seifen zu zerschneiden. (Bild: Thomas Hary)

Ein Duftvorhang aus ätherischen Ölen

Die farblosen ätherischen Öle können im Körper auf verschiedene Systeme positiv einwirken. «Alle Öle sind 100 Prozent naturrein», erklärt die Seifenmacherin. «Für mich muss eine Seife duften», sagt sie. Denn hat man eine Seife in der Hand, führe sie an die Nase und rieche daran, löse diese Emotionen und Gefühle im Menschen aus.

«Es gibt auch eine Seife ohne Duft», sagt Nigg. Die Honig-Milch-Seife, die für Babys und empfindliche Haut besonders geeignet sei.

«Kleinkinder bis zwei Jahren sollte man nicht mit ätherischen Ölen in Verbindung bringen.»

Bei der Kosmetik verhält es sich so, dass alles, was man auf den Körper aufträgt oder zu sich nimmt, mit dem limbischen System des Körpers in Verbindung gebracht wird. Dieses System ist eine Funktionseinheit im Gehirn. Zum Schluss wird alles was man über die Haut oder die Nahrung zu sich nimmt, über die Nieren und die Blase ausgeschieden.

Auf den Gestellen in der Toggenburger Seifenproduktion stehen einige grosse und kleine Flaschen, gefüllt mit den unterschiedlichsten Düften, die einen in eine andere Welt versetzen und Erinnerungen und Gefühle wachrufen, aber auch die Kreativität fördern können. Es riecht intensiv nach Zitrone, Wacholder, Weihrauch, Rosenholz, Salbei, Latschenkiefer, Mandarine, Eukalyptus und vielen weiteren Aromen. Ein Duftvorhang ist dem Besucher in der Naturseifen-Manufaktur gewiss.

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