Die Musikgesellschaft Hemberg spielte mit Feuer und Leidenschaft

Von feurig bis melancholisch: Die Musikgesellschaft Hemberg bot ein mitreissendes Konzert.

Franz Steiner
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In Sombrero-Hüten entführte die Musikgesellschaft die Besucher nach Südamerika. Rechts zwei Solisten im Stück «Way Down Yonder In New Orleans».

In Sombrero-Hüten entführte die Musikgesellschaft die Besucher nach Südamerika. Rechts zwei Solisten im Stück «Way Down Yonder In New Orleans».

Bild: Franz Steiner

Dirigent Felix Haag hatte seine rund 30 Musikantinnen und Musikanten der Musikgesellschaft Hemberg ausgezeichnet auf das Konzert am Samstagabend vorbereitet. Mit zehn Musikstücken und einer Auswahl an unterschiedlichsten Titeln war allerbeste Unterhaltung garantiert. Präsident Christoph Brunner durfte in der bis zum letzten Platz gefüllten Drüeggli-Turnhalle Behörden, Gönner, Sponsoren und Delegationen begrüssen.

Die 211 Besucherinnen und Besucher kamen schon zum Auftakt mit dem Marsch «Castell Caerffili» in Stimmung. Was folgte, war ein bunter Querschnitt von feurigen Rhythmen bis zu Herzen gehenden Melodien. Nach dem zackig-rassigen Beginn wurde das moderne «Break The Wave», im Jahr 2010 vom Ostschweizer Daniel Zeiter geschrieben, vorgetragen. «Die Bayrische Polka» war ein richtiger Schenkelklopfer mit einem brillanten Posaunensolo von Markus Brunner.

Sehnsucht und Lebensfreude

Ein wahrer Musikgenuss und einer von vielen Höhepunkten des Programms war die Interpretation von «Das Feyr vo dr Sehnsucht», diesem bekannten Titel vom Jodlerklub Wiesenberg und Francine Jordi. Dieses Feuer und diese Leidenschaft waren durch die Musikgesellschaft spürbar. So kommt etwa der Solist in diesem Stück, Martin Anderegg, seit 40 Jahren bei Wind und Wetter von Männedorf nach Hemberg zur Musikprobe. Mit seinem Pendant Susanne Lehner am Es-Horn brachte er die Herzen im Publikum zum Schmelzen. Nach dem stimmungsvollen Stück «Böhmischer Traum», welches praktisch zu jedem Repertoire eines Musikvereins dazugehört, gönnte sich die Musikgesellschaft eine kurze Pause.

Der bunte Querschnitt ging dann weiter mit dem Michael-Jackson-Song «Black Or White». Marcel Raschle imitierte den Popstar in entsprechender schwarz-weisser Kluft. Jazzig-swinging wurde es im «Puttin’ on the Ritz». Davon gibt es mindestens 30 Coverversionen, was die Beliebtheit dieses Stücks aufzeigt.

Hüpfende Herzen

Bei «Guadalajara» hüpfte das Herz, denn die mexikanische Lebensfreude kam in diesem Titel perfekt zum Ausdruck. Mit farbigen Gewändern und Sombrero-Strohhüten einiger Mitglieder entführte die Musikgesellschaft das Publikum in die 1,6-Millionen-Stadt. Ganz andere Töne, aber nicht weniger spektakulär, wurden mit «Way Down Yonder In New Orleans» dargeboten.

Das Trio am Cornet– Urban Schweizer, Roman Güttinger und Reto Wehrle – entführten das Publikum im beschaulichen Hemberg mit ihren Soli ins pulsierende Nachtleben dieser Stadt. Mit dem beschwingten «Black And White Rag», dem Marsch «Arnhem» und der Zugabe der «Borsicka-Polka» zog die Musikgesellschaft nochmals alle Register ihres Könnens.

Zwei Originale und gelachte Tränen

Abgerundet wurde der Abend mit dem Lustspiel in zwei Akten «En urchigi Wohngmeinschaft» von Hans Wälti unter der Regie von Marcel Raschle und Werner Tischhauser. 65 Minuten führte die Szenerie an einem abgelegenen, beinahe verwahrlosten Bauernhof. In diesem hausten mit dem alten Knecht Heiri (Werner Tischhauser) und seiner Magd Susi (Andrea Aemisegger) zwei Originale. Es stand offen, wie lange sie noch bleiben könnten. Die Gemeinderätin (Andrea Raschle) nahm sich dieser Sache an. Unerwartet tauchte eine Immobilienhändlerin (Annerösli Brunner) mit einem reichen Rentner (Hansueli Grob) auf, die das Haus wieder aufpeppen wollten. Dafür war Muratori Emilio (Marcel Raschle) zuständig, und mit der Briefträgerin (Susanne Lehner) bahnte sich zudem eine Liebesgeschichte an.

Das Ensemble wusste das Theater bestens in Szene zu setzen und erhielt einen tosenden Schlussapplaus.