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Die Milane kreisen in Ganterschwil: Gruppenausstellung bespielt ehemalige Mayer-Fabrik

Am Samstag eröffnet in der ehemaligen Kleiderfabrik Mayer und darum herum die Gruppenausstellung «Wo die Milane kreisen».
Sascha Erni
Ursula Hirsch zeigt im Freien die Installation «Tango Piazzolla». Bild: Sascha Erni

Ursula Hirsch zeigt im Freien die Installation «Tango Piazzolla». Bild: Sascha Erni

Die 24 Exponate nutzen den Raum in und vor allem auch um das Werkgebäude gekonnt, manchmal melancholisch, aber immer überraschend. Schon von weit her sieht man ihn hängen, den «Tango Piazzolla» von Ursula Hirsch. Die Zürcherin kombiniert auf dem Hügel neben der früheren Ganterschwiler Kleiderfabrik Schiffe aus Chromstahl mit luftigen Segeln. Ist es windstill, hängen sie wie Umhänge. Aber bewegt sich die Luft, scheinen die Segel zu schweben und zu tanzen.

«Tango Piazzolla» ist nur eines von vierundzwanzig Werken, das Kunstinteressierte vom 14.September bis 6.Oktober in Ganterschwil besuchen können. In einer Kooperation holten die beiden Kollektive «R57» und «porte bleue» 25 Künstlerinnen und Künstler ins untere Toggenburg.

Kunst drinnen und draussen

«Wir zeigen Werke in ganz verschiedenen Medien von Kunstschaffenden aus ganz verschiedenen Kantonen», erklärt R57-Mitglied Ruedi Staub auf dem Rundgang. Von Chur über St.Gallen, Luzern und Emmen bis Basel und Bern – tatsächlich kommen die Kreativen aus fast allen Winkeln der Schweiz. Und von Gussplastiken über Installationen bis Videoprojektionen und Ölgemälden zeigt sich «Wo die Milane kreisen» vielfältig-multimedial.

Das Ausstellungsgelände ist weitläufig, umfasst die alte Fabrikhalle, deren Hof und die umliegende Landwirtschaftszone. «Wir wollten den Künstlerinnen und Künstlern grosszügige, grossflächige Möglichkeiten bieten», sagt Nico Lazúla von R57. Die Kunstschaffenden wissen den Raum zu nutzen, wie zum Beispiel Achim Schroeteler, der mit «alles in ruhe, als ob nichts wäre» auf 15 Metern Länge Stützen und Bretter zu einer Metapher für eine Welt auf der Kippe zusammenbaut.

Besucher sollen mithelfen

Einige zeigen Werke sowohl im Inneren der Halle als auch im Apfelhain oder auf der Weide. Yvonne Christen Vagner etwa überbrückt das Innen und Aussen mit zwei Moosbeeten. Seit fünf Jahren hegt und pflegt sie ihre «Moosboards», mit Moos bewachsene Filzmatten, die auf Surfbrettern befestigt sind. Während «Moosboard II» im nahe gelegenen Teich allein gelassen werden kann, sind die Besucher angehalten, das Schwesterbrett im grossen Ausstellungsraum zwischendurch mit Wasser zu bespritzen.

Selbst die Kühe des benachbarten Bauernhofs sind mit von der Partie: In ihrem Experiment «Nexus Bos Taurus» versieht Eva Wandeler die Tiere mit Hornkugeln und GPS-Geräten. Wandeler zeichnet die Wanderungen und Beziehungsgeflechte der Kühe auf, projiziert die so entstandenen Spuren auf eine Leinwand. Eine dynamische Skulptur, die im Jetzt entsteht.

Viele Exponate beschäftigen sich direkt mit dem Titel der Gruppenausstellung. «Wo die Milane kreisen», da geht es ums Fliegen, ums Schweben – und auch ganz konkret um Vögel. Regula Weber hat fünf aus Aluminium gegossene Schwalbennester an der Fabrikhalle angebracht. Auch Eva Wandeler belässt es nicht beim Kuh-Experiment. Mit «Je reste» hat sie einen Abguss von sich erstellt, aus Sonnenblumenkernen und Speisegelatine. Ihr Abbild wird also die nächsten Wochen die Ganterschwiler Vögel füttern.

Vielfältiges Rahmenprogramm

Es gibt viel zu sehen und zu erleben beim Besuch von «Wo die Milane kreisen». So vielfältig die Kunstwerke, so vielfältig ist das Rahmenprogramm, das jeden Samstag stattfindet. An der Vernissage vom 14. September etwa gibt Cora Piantoni dem Toggenburg ein temporäres Freiluftkino, musikalisch werden Priska Walss und Susanne Petersen mit Stimme und Posaune die Aufwartung machen. Besonders gespannt sein darf man auf den 28. September. Dann wird der Bassist Marc Jenny mit der Sängerin Sonja Morgenegg improvisierend einen Klangteppich weben.

Informationen

«Wo die Milane kreisen»: Toggenburgerstrasse 28, Ganterschwil. 14. September bis 6. Oktober, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Die Exponate im Freien sind täglich zu sehen.

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