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Die letzten, kritischen Worte des Präsidenten

Der Verein Nathur steht ohne Präsident da. Die Vorstandsmitglieder Stephan K. Haller und Matthias Gerber übernehmen vorläufig die Geschäfte.
Cecilia Hess-Lombriser
Der Vorstand des Naturschutzvereins in der bisherigen Besetzung: Regula Khair, Urs Britt, Franz Rudmann, Matthias Gerber, Stephan K. Haller und Rudolf Fritsche (von links). (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Der Vorstand des Naturschutzvereins in der bisherigen Besetzung: Regula Khair, Urs Britt, Franz Rudmann, Matthias Gerber, Stephan K. Haller und Rudolf Fritsche (von links). (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Der Verein Nathur Wattwil Lichtensteig Krinau will mit verschiedenen Aktivitäten Jung und Alt für die Themen Natur, Umwelt und Ökologie sensibilisieren. Er unterstützt ausserdem Gemeinden, Firmen und Privatpersonen in der Umsetzung von ökologischen Projekten und setzt eigene um. Realisiert werden konnten beispielsweise mehrere Ansiedlungen von seltenen «Glögglifröschen», der Geburtshelferkröte.

Ein grosses Anliegen sind die Nisthilfen für Mauersegler, wie an der Hauptversammlung von Freitagabend im Chössi-Theater zu erfahren war. Eine Erweiterung der Thur im Bereich des Fussballplatzes im Gebiet Schomatten in Wattwil würde der Verein ebenfalls begrüssen. Diese würde Wasservögeln bessere Lebensbedingungen bieten.

Ehrung von Präsident Franz Rudmann

Die Anliegen rund um den Arten- und Umweltschutz gehen von jetzt an im Verein ohne Präsident Franz Rudmann weiter. Er war seit der Gründung des Vereins im Jahr 1998 dabei und seit 2011 Präsident. Stephan K. Haller ehrte den Abtretenden, den ehemaligen Forst-Ingenieur und Kreisförster. «Er ist vielseitig, spielt Cello, hat ein unglaubliches Naturwissen, kennt die Zusammenhänge, ist eine treue Seele, mit ihm ist es spannend, im Wald unterwegs zu sein und dank ihm gibt es mehrere «Glögglifrosch»-Teiche.»

Anna Miotto (links) und Marlen Inderwildli spielten zu Ehren des abtretenden Präsidenten. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Anna Miotto (links) und Marlen Inderwildli spielten zu Ehren des abtretenden Präsidenten. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Ihm zu Ehren gab es einen Auftritt der zwei Cellistinnen Anna Miotto und Marlen Inderwildli des Jugendorchesters Il mosaico Wattwil. Stephan K. Haller und Matthias Gerber übernehmen vorläufig das Ruder. «Sobald das Präsidium besetzt werden kann, nehmen wir uns wieder zurück», sagte Haller, der sich schon bisher stark für den Verein engagiert hat.

Rudmann zeigte sich von der kritischen Seite

In seinem letzten Jahresbericht zeigte sich Franz Rudmann nochmals von der kritischen Seite. Er bedauert darin, dass bei Umbauten und Sanierungen vergessen wird, den Mauerseglern die Brutmöglichkeiten zu ersetzen. Der Energiewende kann er wenig Positives abgewinnen, wenn die Wasserkraft übernutzt wird und Windräder gebaut werden, die «Insekten und Vögel erschlagen».

Die Planung der Thursanierung interessiert den Verein weiterhin. «Wir haben vieles erreicht, auch wenn wir leider Rückschläge in Kauf nehmen müssen», stellte Rudmann am Ende seiner Zeit als Präsident zusammenfassend fest. «Wir hoffen, dass wir mit der Klimaveränderung über die Runden kommen.» Und – auch dies eine seiner kritischen Anmerkungen: «In vielen Gärten könnte man anders agieren, um die Vielfalt zu fördern.» Der Lichtensteiger Gemeinderat Peter Stocker dankte dem Verein im Namen seiner Gemeinde. «Mir liegt die Natur sehr am Herzen und ich will am Schluss der Versammlung Mitglied bei euch werden», bekannte er. Umgehend wurde ihm ein Anmeldeformular in die Hand gedrückt. Damit ist der Verein innerhalb eines Jahres um sechs neue auf insgesamt 88 Mitglieder gewachsen. Allerdings nahm nur ein Dutzend der Mitglieder an der Hauptversammlung statt.

Vernetzen und aufmerksam beobachten

Jerry M. Holenstein, Präsident Birdlife St.Gallen, stellte den Verband vor, dessen Basis die über 30 örtlichen Naturschutzvereine wie eben «Nathur Wattwil Lichtensteig Krinau» bilden. Die Vernetzung wirke, sagte Holenstein. Seit 1. Januar leitet Cornelia Jenny, Bronschhofen, die Geschäftsstelle von Birdlife St.Gallen. Sie ist die Ansprechperson für die Sektionen. Hanspeter Geisser, Lichtensteig, Vogelkenner und Exkursionsleiter, berichtete anhand von vielen Bildern, welche Vögel an der Thur zu sehen sind und welche nur selten Gast sind. Regelmässig seien Gänsesäger und Stockenten zu sehen. Selten hingegen Reiherenten, Zwergsäger oder die Kolbenente. «An der Wasseramsel erfreue ich mich immer wieder, wenn sie untertaucht und für ein paar Sekunden verschwunden bleibt.» An der Thur werde es vermutlich pro Kilometer ein Nest von Wasseramseln haben.

Geisser freut sich auch, wenn er Schwärme von Bergpiepern sieht, die im Winter von den Bergen herunterkommen und nach Norden ziehen. Er erzählte von Libellen, Hermelinen und Bibern und versprach, dass man einiges entdecken könne, wenn man sich Zeit nehme, zu schauen und zu hören. Auch er würde es begrüssen, wenn die Thur in der Schomatten erweitert werden würde, um Vögeln neue Brutmöglichkeiten und ideale Lebensbedingungen zu bieten.

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