Die Kündigung als Chance genutzt: Trainingszentrum Fürstenland Frauen zeigt sich gestärkt in Mogelsberg

Das Trainingszentrum Fürstenland Frauen hat im Gym Resort eine neue Heimat gefunden. Seither sei die Qualität gestiegen, stellen die Eltern der jungen Turnerinnen fest.

Urs Huwyler
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Die Trainerinnen Aurelia und Marianne Steinemann freuen sich mit der geehrten ex-Internationalen Janine Thiébaud-Zürcher und Präsidentin Deborah Koster (von links). (Bild: Urs Huwyler)

Die Trainerinnen Aurelia und Marianne Steinemann freuen sich mit der geehrten ex-Internationalen Janine Thiébaud-Zürcher und Präsidentin Deborah Koster (von links). (Bild: Urs Huwyler)

Besonders spektakulär verlief sie nicht, die im Restaurant Löwen in Mogelsberg erstmals von Deborah Koster geleitete Hauptversammlung (HV) des Trainingszentrums Fürstenland Frauen (TZFF). Dazu fehlten im Beisein von Imelda Stadler, Stiftungsratspräsidentin des Regionalen Leistungszentrums Ostschweiz in Wil (RLZO), bei der Abwicklung die brisanten Themen.

Im Sommer vor zwei Jahren wurde dem seit 31 Jahren Talentförderung auf höchstem Niveau betreibenden TZFF im RLZO gekündigt. Manche glaubten, das Ende sei eingeläutet, doch nun stehen Cheftrainerin Marianne Steinemann, ihre Tochter Aurelia, das Trainerteam, Vorstand und Eltern gestärkt in der Landschaft.

Steingruber, Rutz und Zürcher

Im Herbst 2017 erfüllte sich der Verein mit dem Wechsel nach Mogelsberg den Traum von der selbstverwalteten turnerischen Heimat. Die Kündigung wurde als Chance genützt. Eltern stellten fest, dass die Qualität wieder merklich gestiegen sei. Dem gegenüber kämpft das RLZO ums Überleben. Aber die aktuelle Situation im Fürstenland war oben in Mogelsberg im offiziellen Teil kein Thema.

Dafür stand die Würdigung langjähriger Trainerinnen im Fokus. Jene von Janine Thiébaud-Zürcher durch Marianne Steinemann. Zehn Jahre hatte die Rehetoblerin aktiv geturnt, seit 15 Jahren arbeitet die Kollegin der Präsidentin Deborah Koster als Trainerin mit. Janine Thiébaud-Zürcher bleibt, wie die ebenfalls gewürdigten Silvia Thöni und Daniela Niedermann, dem Kids-Gym erhalten.

Neben Giulia Steingruber, deren Eltern Fabiola und Kurt (Ehrenmitglied) die HV besuchten, schafften in der Vergangenheit mit Janine Thiébaud-Zürcher und Jennifer Rutz weitere Turnerinnen den Sprung nach Magglingen, kamen bei Welt- und Europameisterschaften zum Einsatz.

Finanzen sorgen für einige Sorgenfalten

Sorgenfalten bereiten der TZFF-Familie die Finanzen. Deborah Kosten begründete den Antrag des Vorstandes auf eine Beitragserhöhung um 50 Franken auf 500 bis 550 Franken einleuchtend, sodass er gutgeheissen wurde. Das TZFF muss innerhalb von vier Jahren ein zinsloses Darlehen von rund 130'000 Franken zurückzahlen. Dank dieser Unterstützung liess sich 2017 das Projekt «Gym Resort» realisieren.

Intern lassen sich keine Sparübungen mehr durchführen. Die angestellten Marianne und Aurelia Steinmann arbeiten zu einem tieferen Lohn als in anderen Leistungszentren, ihre Trainer-Kolleginnen für ein «Butterbrot», der Vorstand ehrenamtlich. Aber die Leidenschaft sichert die Qualität.

Der St.Galler Turnverband strich der überregionalen Talentschmiede die Unterstützung für drei Jahre, weil sich das TZFF im Wissen um die Defizite im RLZO nicht noch einmal den dortigen Strukturen unterwerfen wollte.

Unabhängig von der Unterstützung werden im Gym Resort Turnerinnen weiterhin individuell gefördert. Auch die Enkelin von Imelda Stadler oder die Tochter von Roland Brändli, dem Ex-«Mister Salto Wattwil», trainieren in Mogelsberg.

Eidgenössisches Turnfest in Aarau als Höhepunkt

Ohne TZFF-Athletinnen geht es im Kanton nicht. An den Juniorinnen- Schweizer-Meisterschaften sicherten sich die St.Galler 3er-Teams unter anderem Gold und zweimal Silber. Von den neun eingesetzten Turnerinnen gehörten sechs dem TZFF an: Valeska Brochier, Emily Munishi (Silber P1), Lea Huber (Gold P3), Alina Knöpfel, Anna Huber, Selina Knöpfel (Silber P4A).

2019 bildete das Eidgenössische Turnfest den Saisonhöhepunkt. Anna Huber (STV Oberbüren) erturnte sich im P4A die Silbermedaille. Alina Knöpfel (TV Lütisburg) und Selina Knöpfel (STV Bütschwil) folgten als Fünfte und Sechste. Valeska Brochier (STV Wil) gewann bei den P1 Bronze, Emily Munishi (STV Wil) wurde Achte, Leonie Hollauf (STV Oberbüren) erreichte Rang 14.

60 Turnerinnen starteten im Programm 6. Svenia di Sarli (STV Bernhardzell), Elena Mattioli (STV Flawil), Sira Keller (TV Niederwil), Maria Gojevic (TV Gossau) und Nina Landolt (STV Oberbüren) klassierten sich zwischen Rang 19 und 27.

An der Juniorinnen-Schweizer-Meisterschaft durfte sich mit Valeska Brochier wieder eine P1-TZFF-Turnerin über eine Medaille (Bronze) freuen. Die Elite-Schweizer-Meisterschaft stand im Zeichen von Giulia Steingruber (TV Gossau). Bei den Amateurinnen überzeugten Svenia di Sarli mit zwei vierten Rängen und Maria Gojevic (TV Gossau) als Dreizehnte.