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Die Nesslauer «Krone» war für viele wie eine Heimat – nach 16 Jahren nehmen die Wirte Abschied

Am Sonntag, 28. April, beenden Rös und Albert Wittenwiler ihre fast 16-jährige Wirtezeit im Landgasthof Krone in Nesslau mit einem Abschiedskonzert. Eine lange, aber erfüllte Zeit geht zu Ende.
Franz Steiner
Rös und Albert Wittenwiler, hier vor dem Bild, das die Ennetbühlerin Ruth Egli gemalt hat, beenden am kommenden Sonntag nach 16 Jahren ihre Wirtetätigkeit in der «Krone» Nesslau. (Bild: Franz Steiner)

Rös und Albert Wittenwiler, hier vor dem Bild, das die Ennetbühlerin Ruth Egli gemalt hat, beenden am kommenden Sonntag nach 16 Jahren ihre Wirtetätigkeit in der «Krone» Nesslau. (Bild: Franz Steiner)

Am kommenden Sonntag geht eine Ära im markanten Gebäude, die am 1. Oktober 2003 begann, zu Ende. Die Zukunft ist offen.

Albert Wittenwiler verfolgte schon immer ein klares Ziel, mit 55 Jahren den Garagenbetrieb im glarnerischen Rüti zu verkaufen, den er 29 Jahre lang erfolgreich geführt hatte.

Albert Wittenwiler zog es zurück zu seinen Toggenburger Wurzeln

So kam der Kauf des Landgasthofs Krone in Nesslau gerade recht. Er zog mit seiner Ehefrau Rös zurück zu seinen Toggenburger Wurzeln. Da Albert viele Leute kannte, machte dies für Rös vieles einfacher. Was sie sehr beeindruckte, war am Tag der Eröffnung die sennische Auffuhr zur Viehschau, «da hat es mir den Ärmel reingezogen».

Beide sorgten für frischen Wind in der Beizenlandschaft. Auch ohne Erfahrung im Gastgewerbe funktionierten sie als Team.

Beliebter Treffpunkt ab sechs Uhr morgens

Die «Krone» wurde so zu einem beliebten Treffpunkt. Zum Essen oder nur für eine kurze Einkehr war man stets willkommen. Zudem war der Standort zwei Minuten vom Bahnhof ideal.

Die Gaststätte öffneten sie um 6 Uhr in der Früh. Jetzt dürfte das Wirtepaar erst mal die wiedergewonnene freie Zeit geniessen.

Denn eines weiss Albert Wittenwiler: «Man wird eben nicht jünger». Am Valentinstag wurde er 71 Jahre, und auch Rös hat das Pensionsalter erreicht. Im dritten Lebensabschnitt wollen sie es etwas ruhiger haben.

Schwierige Suche nach einem Interessenten

Der Landgasthof bot mit 28 Betten Übernachtungsmöglichkeiten. Für die warme Jahreszeit lud der lauschige Garten abseits der Hauptstrasse ein. Vor zweieinhalb Jahren haben die Wittenwilers ihr Lokal zum Kauf angeboten.

Doch es ist nicht neu, dass die Dorfbeizen einen schweren Stand haben – nicht erst, seit das Rauchen nach einer Volksabstimmung ab 2011 nur in Fumoirs erlaubt ist. Restaurants haben auch den Anspruch, Teil der Dorfkultur zu sein.

Restaurants waren einst Treffpunkte der örtlichen Bevölkerung

Die Rolle der Restaurants in der Gesellschaft hat sich extrem verändert. «Diese Entwicklung habe sich in den letzten Jahren sogar noch beschleunigt», sagt Albert Wittenwiler. Je länger ein Lokal geschlossen ist, umso schwieriger ist der Neuanfang. «Es gibt einfacheres, als einen Nachfolger zu finden.»

Früher waren Wirtshäuser mehr als nur Verpflegungsstätten, sie waren Treffpunkte und Unterhaltungsort der Bevölkerung. Auch mehr Vorschriften verschiedener Ämter macht das Wirten nicht einfacher. So mussten Wittenwilers den Landgasthof mit Feuermeldern aufrüsten.

Die «Krone» war ein bekanntes Volksmusiklokal

Mit dem Ende der Wittenwilers in der «Krone» geht aber auch ein Stück Volksmusikgeschichte zu Ende. Die zweimal jährlich stattfindenden Jodlersonntage - am zweiten Sonntag im Juni sowie am Bettagsonntag - mit bekannten Formationen lockte viele auswärtige Gäste nach Nesslau. Dabei konnte das Wirtepaar auf die Mitarbeit eines eingespielten Teams zählen.

Das Zelt war jeweils brechend voll und die Stimmung ausgezeichnet. Insgesamt 30 Konzerte fanden über all die Jahre statt, und auch in den Wintermonaten traten jeweils freitags bekannte Formationen aus nah und fern in Nesslau auf.

Sendung mit Nicolas Senn als Highlight

Im Säli zogen ein Alpaufzug und drei Senntumsschellen bewundernde Blicke auf sich. So machte sich die «Krone» weit über die Region als Volksmusiklokal einen Namen.

Zu den Highlights zählte vor fünf Jahren die Aufzeichnung der Sendung «Potzmusig Beizetour» mit Nicolas Senn. Und diese schönen Erinnerungen sind es, die im Gedächtnis von Albert und Rös Wittenwiler bleiben und sie an ihre Wirtetätigkeit zurückerinnern werden.

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