Die Kleinste war (fast) die Grösste – das erste Meisterschaftstor von Eliane Werder reicht den Bütschwiler Frauen nicht zum Sieg

Bütschwil und Romanshorn trennen sich im 2.-Liga-Spitzenkampf 1:1. Der Ausgleich für die Gäste aus dem Kanton Thurgau fällt durch Demircan erst in der Nachspielzeit. Beide Teams verbleiben an der Spitze der Tabelle.

Beat Lanzendorfer
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Eliane Werder (Mitte) schoss für Bütschwil ihr erstes Tor in der Meisterschaft – zum Sieg reichte es trotzdem nicht.

Eliane Werder (Mitte) schoss für Bütschwil ihr erstes Tor in der Meisterschaft – zum Sieg reichte es trotzdem nicht.

Bild: Beat Lanzendorfer (Bütschwil, 13. September 2020)

30 Sekunden fehlten und das Glück wäre vollkommen gewesen. Die Bütschwiler Frauen führten bis zur 93. Minute mit 1:0, als Demircan der glückliche, aber nicht unverdiente Ausgleich für Romanshorn gelang. Keine Zeigerumdrehung später war Schluss.

Es war für die Einheimischen ein unglückliches Ende einer Partie, in der sie für den Sieg eindeutig zu wenig taten. Diese Aussage trifft allerdings auch auf die Gäste zu.

Mannschaften neutralisierten sich gegenseitig

Die Partie lebte von der Spannung, war aber arm an Höhepunkten. Für einen Spitzenkampf wurde den Zuschauern nicht das erwartete Spektakel geboten. Hanspeter Schlittler, Trainer der Einheimischen, zog ein ähnliches Fazit: «Es war keine guter Match, wobei ich mir nicht erklären kann, weshalb dies so war.» Die Mannschaften neutralisierten sich gegenseitig und liessen dadurch nur wenige Chancen zu.

Eine der wenigen bot sich Nicole Scherrer nach 21 Minuten. Ihr Freistoss aus zwanzig Metern prallte aber lediglich an die Latte. Kurz darauf musste die bis dahin gefährlichste Bütschwiler Offensivkraft das Spielfeld verletzt verlassen. Wenn sich die Befürchtungen bestätigen, könnte es sich um eine schwere Knieverletzung handeln.

Für den Nachwuchs ist gesorgt

War es für Scherrer ein Sonntag zum Vergessen, wird er für Eliane Werder in besserer Erinnerung bleiben. Die 15-Jährige gehört seit dieser Saison dem Kader des Frauenteams an und wäre fast zur Spielerin des Tages geworden. Sie war es, die nach 52 Minuten mit einem spektakulären Bogenball das Heimteam in Führung schoss.

Lediglich 1.55 Meter gross, war sie plötzlich die Grösste, wenn nur die verflixte Nachspielzeit nicht gewesen wäre. Mit Ella Gmür stand eine weitere 15-Jährige sogar erstmals in der Startformation – auch sie konnte überzeugen. Um den Nachwuchs braucht sich das Frauenteam vorerst keine Sorgen zu machen.

Nach der ersten Enttäuschung blickte der Trainer bereits wieder nach vorne: «Klar hätten wir den Vorsprung über die Runden bringen müssen, aber mit dem Unentschieden sind wir weiterhin vorne dabei.»

Hier ist das Matchtelegramm zu finden.