Kommentar

Fernwärme Kirchberg: Die jetzige Generation trägt beim Bau des Fernwärmenetzes eine Verantwortung

Die Chance ist jetzt da, an der Zukunft zu bauen, da darf die Erweiterung des Fernwärmenetzes von Bazenheid nach Kirchberg nicht an einer halben Million Franken scheitern.

Beat Lanzendorfer
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Beat Lanzendorfer, Redaktor.

Beat Lanzendorfer, Redaktor.

Bild: Ralph Ribi

Die Regionalwerk Toggenburg AG (RWT) möchte ihr Fernwärmenetz ins Dorf Kirchberg ausbauen. Die Gemeinde Kirchberg, zu zwei Dritteln Besitzerin des Versorgungsunternehmens, steuert eine Anschubfinanzierung über 533'000 Franken bei, weil dem Regionalwerk das finanzielle Risiko zu gross ist. Daran ist nichts auszusetzen.

Missraten ist den Beteiligten jedoch die Kommunikation der Investition. Im «Gmeindsblatt» wurde sie als «à fonds perdu» bezeichnet. Als «verlorenes Geld» oder, genauer gesagt, nicht rückzahlungspflichtiger Betrag. Das mag technisch stimmen, weil es sich nicht um einen Kredit handelt. Der Beitrag ist aber alles andere als verloren. Er dient dazu, eine Finanzierungslücke zu stopfen und so den Netzausbau überhaupt erst zu ermöglichen.

Die Chance zum Ausbau jetzt nutzen

Die Bürger und Bürgerinnen Kirchbergs tun gut daran, den Betrag durchzuwinken. Dass die Kommunikation nicht ganz glücklich verlief, hat im Nachhinein auch Gemeindepräsident Roman Habrik festgestellt. Er hat sich für das Vergehen an der Orientierungsversammlung entschuldigt.

Viel entscheidender ist aber ohnehin: Die Gemeinde Kirchberg hat jetzt die Chance, ihr Fernwärmenetz auszubauen. Welcher Standort verfügt schon über den Luxus, innerhalb seiner Grenzen über genügend erneuerbare Energie zu verfügen, die ein solches Projekt überhaupt erst ermöglicht?

Diese Gelegenheit muss die Gemeinde nutzen. Diskussionen, ob der Betrag besser als Darlehen hätte gesprochen werden sollen, sind kleinkrämerisch und unangebracht, wie es ein Anwesender treffend formulierte. Die jetzige Generation trägt eine Verantwortung für kommende Generationen, da darf ein Zukunftsprojekt nicht an einer halben Million Franken scheitern.

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