Die Gesangslehrerin Teresa Kressig-Chen stellt zwei Finalisten bei «The Voice of Switzerland»: «Meine Schüler verdienen ihren Erfolg»

Teresa Kressig-Chen unterrichtet Musik- und Gesang an der Musikschule Toggenburg, aber auch privat. Im Interview erzählt sie von ihren grossen Leidenschaft für die Musik und ihrem Gespür für das richtige Training ihrer Schüler.

Miguel Lo Bartolo
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Teresa Kressig-Chen gibt seit 24 Jahren Musik- und Gesangsunterricht.

Teresa Kressig-Chen gibt seit 24 Jahren Musik- und Gesangsunterricht.

Bild: PD

Die Wattwiler Musik- und Gesangslehrerin Teresa Kressig-Chen unterrichtet eine Vielzahl von Schülern – unter ihnen auch der eine oder andere, der von einer Solokarriere träumt. Zwei ihrer Talente nehmen derzeit am Gesangswettbewerb The Voice of Switzerland teil. Lorena Beadini und Remo Forrer, die es inzwischen beide in die Finalrunde geschafft haben, wissen nur Gutes über ihren Coach zu erzählen. Was aber macht Kressig-Chens Unterricht aus?

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch. Zwei Ihrer Schüler stehen in der Finalrunde von «The Voice of Switzerland». Wie fühlt man sich da als Coach?

Remo Forrer aus Hemberg, Finalist bei «The Voice of Switzerland».

Remo Forrer aus Hemberg, Finalist bei «The Voice of Switzerland».

Bild: Cecilia Hess-Lombriser

Ich bin sehr glücklich, besonders weil beide Schüler es bis in die Finalrunde geschafft haben. Ich bin extrem stolz darauf, dass Lorena und Remo die Battle- und Sing-Off-Runde gewonnen haben. Allerdings bin ich auch etwas nervös, weil beide so weit gekommen sind. Es kann schliesslich nur einen Gewinner geben. Als einige meiner jungen Gesangsschüler und -schülerinnen mich letztens fragten, wann sie bei «The Voice» mitmachen dürfen, erinnerte ich mich daran, dass Remo und Lorena mir bereits vor 5 Jahren dieselbe Frage gestellt hatten. Diesen Traum haben sie sich nun mit viel harter Arbeit und Talent verwirklicht. Lorena und Remo sind ausserdem gut befreundet. Auf meinem Instagram-Profil piano.teresa.sing kann man sich ein schönes Duett und viele Videos der beiden ansehen.

Haben Sie den Erfolg der beiden kommen sehen?

Ja, sie sind beide sehr talentiert und diszipliniert. Beide haben viel Arbeit in ihre gesangliche Entwicklung investiert, um so weit zu kommen. Sie haben immer ihr Bestes gegeben. Der Erfolg ist also aus meiner Sicht mehr als verdient.

Wie bereiten Sie die Kandidaten jeweils auf ihre nächsten Auftritte vor?

Wir konzentrieren uns im Gesangsunterricht sehr auf die Lieder, die sie dann bei «The Voice of Switzerland» zum Besten geben. Dabei ist es wichtig, die richtige Tonart zu finden und eine gute Bühnenpräsenz zu üben. Ich sage ihnen immer Folgendes: Es ist nur eine Show und es geht nicht nur ums Gewinnen, sondern auch darum, den besonderen Moment des Auftritts zu geniessen.

Beadini und Forrer sprechen in den höchsten Tönen von Ihnen. Was macht Ihr Training aus?

Lorena Beadini aus Rickenbach, Finalistin bei «The Voice of Switzerland».

Lorena Beadini aus Rickenbach, Finalistin bei «The Voice of Switzerland».

Bild: Miguel Lo Bartolo

Wir lernen, wie man eine eigene Interpretation in das Lied bringt und wie man die Intonation und Gesangstechnik verfeinert. Auch abseits der Gesangsstunde senden sie mir Videos oder Tonaufnahmen und ich gebe ihnen dazu Feedback. Dieses nehmen sie sich sehr zu Herzen. Das Resultat der Verbesserung ist dann immer besser, als ich erwartet habe. Ich geniesse es sehr, sie bei ihren Fortschritten zu begleiten. Das Publikum bei «The Voice» sieht jeweils nur wenige Minuten einer Performance. Ich kann hingegen die ganze Entwicklung,  die harte Arbeit, den Stress und die Freude beobachten. Es ist wirklich eine unglaublich spannende und erfüllende Tätigkeit.

Wie lange unterrichten Sie denn schon?

Seit 24 Jahren. Ich habe mit Gesangsunterricht angefangen, nachdem ich meinen Master in Singing Performance in Sydney abgeschlossen habe.

Und wie viele Schüler unterrichten Sie?

Einzeln unterrichte ich 21 Gesangsschülerinnen und -schüler der Musikschule Toggenburg, daneben fünf private Schüler. Hinzu kommen noch 13 Schulklassen im Fach Musik in Wattwil und Lütisburg.

Treten Sie auch auf oder überlassen Sie das Ihren Schülerinnen und Schülern?

Früher schon, als ich in Sydney lebte. Nun habe ich ein grosses Pensum mit Gesangs- und Musikunterricht. Ausserdem leite ich zwei Kinderchören. Es bleibt also wenig Zeit für eigene Auftritte. Gelegentlich bringe ich mich an Benefiz-Konzerten und im Lobpreisteam in meiner Kirche ein. Musik und Gesang zu unterrichten bedeutet sehr viel für mich. Es ist eine grosse Leidenschaft. Es erfüllt mich, meinen Schülern dabei zu helfen ihre Träume zu verwirklichen. Egal, ob diese klein oder gross sind, und egal ob die Schüler jung oder schon etwas älter sind.

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