Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Gemeinde Neckertal senkt den Steuerfuss um 10 Prozentpunkte

An der Bürgerversammlung der Gemeinde Neckertal beschlossen die Stimmenden, den Steuerfuss um 10 Prozentpunkte auf 132 Prozent zu senken. Es ist der tiefste Steuersatz in der 10-jährigen Geschichte der Gemeinde.
Urs M. Hemm
Nach dem geschäftlichen folgt der gemütliche Teil: Gemeindepräsidentin Vreni Wild unterhält sich mit Bürgern am Apéro nach der Bürgerversammlung. (Bild: Urs M. Hemm)

Nach dem geschäftlichen folgt der gemütliche Teil: Gemeindepräsidentin Vreni Wild unterhält sich mit Bürgern am Apéro nach der Bürgerversammlung. (Bild: Urs M. Hemm)

Gemeindepräsidentin Vreni Wild blickte in ihrer Einführung zehn Jahre zurück, genauer gesagt auf die damalige Fusion der Gemeinden Brunnadern, Mogelsberg und St. Peterzell. «Vor der Abstimmung wurde Ihnen damals viel versprochen und Stimmen wurden laut, ob wir alles einhalten könnten. Wir konnten es und in Vielem wurden die Erwartungen sogar übertroffen», sagte sie.

Eines dieser Versprechen war, den Gemeindesteuerfuss zu senken. Betrug der Steuersatz damals 162 Prozent hatten die Stimmberechtigten an der Bürgerversammlung der Gemeinde Neckertal die Möglichkeit, diesen erneut zu senken, nämlich von derzeit 142 auf 132 Prozent. Aufgrund der voraussichtlich günstigen Ertragslage in den kommenden Jahren, sprachen sich die 86 Anwesenden in der Turnhalle Haselacker in Brunnadern einstimmig für die Steuersenkung aus.

Neues Rechnungsmodell macht es möglich

Als Gründe, warum eine Steuersenkung möglich sei, nannte Gemeindepräsidentin Wild unter anderem das neue Rechnungsmodell des Kantons, mit welchen die Gemeinden künftig Budget und Rechnung erstellen müssen. «Darin sind die Abschreibungsfristen neu geregelt, sodass die jährlichen Belastungen tiefer ausfallen als bisher, weil sie auf einen längeren Zeitraum verteilt sind», erläuterte Vreni Wild.

Des Weiteren nannte sie höhere Steuereinnahmen bei etwa gleichbleibenden Ausgaben sowie den zu erwartenden Ressourcenausgleich. «Sollte sich dabei vom Kanton aus etwas drastisch ändern, müssten wir schlimmstenfalls die Steuern wieder erhöhen. Aber in der derzeitigen komfortablen Situation wollen wir mit der Steuersenkung den Bürgern etwas zurückgeben», sagte Vreni Wild.

Der Bedarf der Schule Neckertal sowie der Schule Oberes Neckertal nimmt stetig ab. So liegen die beiden Voranschläge für das Jahr 2019 zusammen bei gut 9,8 Millionen Franken. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Minderbedarf von 275'000 Franken. Dies ist eine Entwicklung, welche sich bei einer allfälligen Fusion mit Hemberg und Oberhelfenschwil zu einer Einheitsgemeinde, noch verstärken könnte. Bei den Erläuterungen zum Konto Verkehr konnte Vreni Wild mit einer Überraschung aufwarten. Im Zuge des Postautoskandals, wo mit geschönten Rechnungen überhöhte Subventionen bezogen worden waren, erhält die Gemeinde Neckertal ein Rückzahlung von 23'000 Franken.

Für das 10-Jahr-Jubiläum der Gemeinde werden 15'000 Franken budgetiert. Deren Verwendung müsse aber noch diskutiert werden. Ein Bürger regte im Rahmen der Umfrage an, einen Teil davon in kostenlose Samariterkurse zu investieren, um Wissen aufzufrischen oder Neues zu erlernen.

Bushalt in St. Peterzell wird sicherer gemacht

Im Rahmen der geplanten Investitionen gewährten die Stimmbürger dem Gemeinderat einen Projektierungskredit in der Höhe von 60'000 Franken, um die verkehrstechnische Situation an der Bushaltestelle Dorf in St. Peterzell zu bereinigen. Zugestimmt wurde ausserdem der Ablösung des Baurechts auf Land beim «Haus am Necker» sowie dem Erwerb eines direkt anschliessenden Stücks Land als Reserve über insgesamt 280'000 Franken.

Weitere Beschlüsse der Versammlung

Neben der Senkung der Einkommenssteuern beschlossen die Stimmbürger zudem, die Grundsteuern auf 0,8 Promille des Liegenschaftswerts zu belassen. Ebenfalls unverändert bleibt die Feuerwehrabgabe auf 30 Prozent der einfachen Steuer, minimal aber auf 30 Franken, maximal bei 700 Franken. Im Bereich Abwasser werden weiterhin 100 Franken Grundgebühren erhoben. Die Schmutzwassergebühren jedoch werden von 2.60 Franken pro Kubikmeter Frischwasserbezug auf 2.20 Franken gesenkt.

Die Gemeinde Neckertal rechnet für das Jahr 2019 insgesamt mit einem Ausgabenüberschuss von rund 240'000 Franken. Die Finanzplanung bis ins Jahr 2023 zeigt jedoch auf, dass bei mehrheitlich gleichbleibenden Aufwendungen, die Ertragsseite deutlich wächst. Bereits im Jahr 2020 wir mit einem Ertragsüberschuss von knapp 440'000 Franken gerechnet. Bis ins Jahr 2023 soll der Überschuss auf bis zu 975'000 Franken anwachsen, was eine Senkung der Steuern und Gebühren rechtfertige.

Einstimmig oder nur mit vereinzelten Gegenstimmen wurden folgende Anträge von der Bürgerversammlung gutgeheissen: ein Kredit in der Höhe von 720'000 Franken für die Sanierung der Herrensägetobelbrücke zwischen St. Peterzell und Bächli, 282'000 Franken für den Neubau einer Abfallentsorgungsstelle in Brunnadern sowie ein Kredit in der Höhe von 200'000 Franken für die Neu- und Umgestaltung des Friedhofs in Mogelsberg. (uh)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.