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Die Gemeinde Kirchberg möchte den Steuerfuss um vier Prozent senken

Die politische Gemeinde muss in den kommenden Jahren Investitionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich stemmen. Trotzdem wird der Gemeinderat an der Bürgerversammlung eine Steuerentlastung beantragen.
Beat Lanzendorfer
Auf der Wiese im Vordergrund erfolgt am 6. Mai der Spatenstich für das neue Primarschulhaus an der Neugasse in Bazenheid. Im Hintergrund das Oberstufenschulhaus Flurstrasse. Hier beginnt der Aushub der Erweiterung im Juni dieses Jahres. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Auf der Wiese im Vordergrund erfolgt am 6. Mai der Spatenstich für das neue Primarschulhaus an der Neugasse in Bazenheid. Im Hintergrund das Oberstufenschulhaus Flurstrasse. Hier beginnt der Aushub der Erweiterung im Juni dieses Jahres. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Vom Reinvermögen zum Millionenschuldner. Die politische Gemeinde Kirchberg lud wie üblich dreimal zur Vorversammlung ein. Der Start erfolgte am Mittwoch in Gähwil, tags darauf war Kirchberg an der Reihe. Den Abschluss machte am Freitag Bazenheid.

Reinvermögen beträgt 466'000 Franken

Dabei war zu erfahren, dass in der Jahresrechnung statt eines budgetierten Verlustes von 379'000 Franken ein Gewinn von 4,34 Millionen Franken resultierte, was einer Besserstellung von rund 4.7 Millionen Franken entspricht.

Dies hat dazu geführt, dass die Gemeinde erstmals seit Jahren über ein Reinvermögen von rund 466'000 Franken verfügt. Gemäss Gemeindepräsident Roman Habrik, der zusammen mit Schulratspräsident Orlando Simeon die Versammlung leitete, lässt sich das Ergebnis mit markant höheren Einnahmen bei der Einkommens- und Vermögenssteuer und mit Minderausgaben der Schulen begründen.

Hohe Nachzahlungen sind eingegangen

Allein die Nachzahlungen aus Vorjahren betrugen über 1,7 Millionen Franken. Habrik verhehlt allerdings nicht, «dass wir wohl erneut zu vorsichtig budgetiert haben». Die höheren Steuereinnahmen aus Nachzahlungen würden wegen der Selbstanzeigen noch anhalten. Sorgen bereiten hingegen die Kosten der finanziellen Sozialhilfe, welche rund 506'000 Franken über dem Budget lagen.

Gemeindepräsident Roman Habrik leitete die drei Vorversammlungen in Gähwil, Kirchberg und Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Gemeindepräsident Roman Habrik leitete die drei Vorversammlungen in Gähwil, Kirchberg und Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Eine starke Kostenzunahme sei vor allem bei den Flüchtlingen zu verzeichnen. In diesem Zusammenhang soll im Sozialamt eine Stelle «Jobcoach» geschaffen werden. Sie soll eine Brücke zwischen den Klienten (vor allem aus dem Flüchtlingsbereich) und möglichen Arbeitgebern bauen.

Budget kalkuliert mit 1,7 Millionen Überschuss

Die positiven Aussichten haben den Gemeinderat dazu veranlasst, im Budget 2019 mit einem Überschuss von 1,7 Millionen Franken zu kalkulieren. Den Ausgaben von 50,283 Millionen Franken sollen Einnahmen von 51.980 Franken gegenüberstehen. Das erwähnte Reinvermögen soll sich bis Ende Jahr in eine Verschuldung von vorerst 6,634 Millionen Franken verwandeln.

Durch die Zustimmungen an der Urne zum Neubau des Primarschulhauses an der Neugasse sowie der Erweiterung der Oberstufe Flurstrasse, beides in Bazenheid, plus weiterer Projekte, werden 2019 Nettoinvestitionen im Umfang von 8,8 Millionen Franken angeschoben. Nach Abschluss dieser Projekte sollen der Sonnenhof in Kirchberg mit Primarschule und Mehrzweckhalle sowie der Kindergarten Neugasse in Bazenheid folgen. Immer vorausgesetzt, dass die dafür erforderlichen Ausführungskredite an der Urne gesprochen werden.

Die Verschuldung steigt markant an

Sämtliche Investitionsvorhaben würden die Verschuldung bis ins Jahr 2023 auf 46 Millionen Franken anwachsen lassen. «Die Gemeinde war in der Vergangenheit in der Lage, einen noch höheren Betrag zu stemmen», erklärte Habrik. Trotz dieser Aussichten wird der Gemeinderat an der Bürgerversammlung eine Steuerfusssenkung von vier Prozent auf 138 Prozent beantragen.

Dies hätte Steuerausfälle von rund einer halben Million Franken zur Folge. Ein Prozent entspreche etwa 130'000 Franken. «Wir wollen eine attraktive Gemeinde bleiben, für mögliche Neuzuzüger ist der Steuerfuss durchaus ein Kriterium», sagte Habrik. Die Steuerfusssenkung sei für mindestens vier Jahre geplant.

Wieder schwarze Zahlen im Sonnegrund

Im Finanzplan der kommenden vier Jahre sind knapp zwanzig Projekte eingestellt, die nach deren Priorität ausgeführt werden sollen. Dazu zählen die Langsamverkehr-Massnahmen, das 2. Agglomerationsprogramm, die Schlammrücklaufbehandlung der ARA Bazenheid, ein Ersatz für den Unimog des Werkhofes, Betriebs- und Gestaltungskonzepte in Gähwil und Kirchberg oder der Mischwasserkanal Spelterini-, Wiler- und Mühlaustrasse in Bazenheid. Über Letzteren erfolgen Gutachten und Antrag an der diesjährigen Bürgerversammlung.

Das Thema Bachprojekte dürfte die Gemeinde in den kommenden Jahren zudem weiterhin beschäftigen. Ebenfalls die verschiedenen Baustellen in Bazenheid, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern auch in diesem Jahr wieder viel Geduld und Verständnis verlangen werden.

Zum Schluss informierte Habrik über den sich im Gemeindebesitz befindlichen Sonnegrund, Haus für Betagte. Nach drei Jahren in der Verlustzone wies der Betrieb erstmals wieder schwarze Zahlen aus. In den kommenden Monaten sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Dabei wird ein weiterer Ausbau von Einbettzimmern ins Auge gefasst.

Die Bürgerversammlung findet am Freitag, 29. März, 19.30 Uhr, in der katholischen Pfarrkirche in Kirchberg statt.

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