Die Gefahr einer Schönheit: Der Saft des Riesenbärenklaus verursacht Verätzungen auf der Haut und darum wird die Pflanze entfernt

Vor kurzem standen Naturschützer aus Wildhaus an der Simmi im Einsatz: Sie entfernten den Riesenbärenklau. Eine schöne Pflanze zwar, aber wegen ihres giftigen Pflanzensafts ungeliebt.

Adi Lippuner
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Gut geschützt und mit dem richtigen Werkzeug rücken die Mitglieder des Vereins Lebenswertes oberstes Toggenburg (LoT) dem Riesenbärenklau zu Leibe.

Gut geschützt und mit dem richtigen Werkzeug rücken die Mitglieder des Vereins Lebenswertes oberstes Toggenburg (LoT) dem Riesenbärenklau zu Leibe.

Bild: Adi Lippuner

Eigentlich bietet der Riesenbärenklau, eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, einen imposanten Anblick. Doch was früher in den Hausgärten angepflanzt wurde, wird heute gezielt entfernt. Grund dafür ist der giftige Pflanzensaft, der photoreaktive Furocumarine enthält.

In Kombination mit Sonnenlicht verursacht er Hautentzündungen und je nach Konstitution des Menschen, der Kontakt mit dem Pflanzensaft hat, auch Fieber und Kreislaufstörungen. Die Verletzungen heilen nur langsam und je nach Schwere der Verätzung bleiben Narben zurück.

In den Gärten ist das Pflanzen des Riesenbärenklaus durch die Freisetzungsverordnung aus dem Jahr 2008 verboten. Die Samen haben sich aber entlang von Bachufern, Wald und Wegrändern verbreitet. Eine einzige Pflanze bildet mehrere 10’00 Samen, deshalb ist die Bekämpfung und restlose Entfernung des Riesenbärenklau eine Aufgabe, der sich die Verantwortliche des LoT (Lebenswertes oberstes Toggenburg) angenommen haben. Vereinspräsident Robert Jörin kennt ein gutes Dutzend Standorte in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann.

«Wir kontrollieren diese jedes Jahr und falls wieder eine Pflanze wächst, wird diese umgehend entfernt, bevor sie neue Samen bildet.»

Bekämpfung von Neophyten ist wichtige Aufgabe des Vereins

Das weit über zwei Meter hohe Exemplar an der Simmi, etwas unterhalb der Abwasserreinigungsanlage (ARA), wurde von Dorli Wenk entdeckt. Nach ihrer Meldung sind Robert Jörin, unterstützt von Richard Tobler, am ersten Tag ohne Sonnenschein ausgerückt, um den «Kerl» wie er scherzhaft bezeichnet wurde, zu entfernen.

«Die Bekämpfung von Neophyten, und dazu gehört auch die Herkulesstaude, wie der Riesenbärenklau auch genannt wird, ist eine wichtige Aufgabe für unseren Verein,» so der Präsident Jörin.

Die Staude wurde in kleine Teile zerschnitten und der Verbrennung zugeführt, um möglichst alle Samen zu beseitigen.

Die Staude wurde in kleine Teile zerschnitten und der Verbrennung zugeführt, um möglichst alle Samen zu beseitigen.

Bild: Adi Lippuner

Er könne bei dieser Arbeit auf rund 20 aktive Mitglieder und Unterstützer zählen. «So haben wir während der vergangene Jahre verschiedene Standorte des drüsigen Springkrauts, des Berufskrauts und der kanadischen Goldrute bearbeitet. Auch der Japanknöterich und der Riesenbärenklau seien erfolgreich bekämpft worden. Wir sind aber auf Meldungen von Seiten der Bevölkerung angewiesen, denn selbst wenn wir regelmässig unterwegs sind, alle Standorte kennen wir nicht,» so Robert Jörin.

Geht es um den Riesenbärenklau, wollen die Verantwortlichen insbesondere entlang von Wanderwegen und an Plätzen, die stark frequentiert sind dafür sorgen, dass die zwar dekorative, aber äusserst gefährliche Pflanze entfernt wird.

Mit Vorsicht und gutem Schutz ans Werk

Mit der Aktion vor einigen Tagen wurde eine weitere Herkulesstaude entfernt. Robert Jörin schütze sich mit einem Gesichtsschild, Handschuhen und Kleidern, welche den ganzen Körper bedeckte. Stück für Stück wurde die riesige Staude abgetragen, dann auf den Platz gebracht und dort in handliche Stücke zerkleinert. Letztlich landete der gegen 15 Kilo schwere Riesenbärenklau in der Verbrennung. «Nur so kann sicher gestellt werden, dass sich seine Samen nicht doch noch unkontrolliert verbreiten,» betonte Robert Jörin. Und auch die Wurzeln wurden entfernt, um erneutes Wachstum zu vermeiden.

Neophyten-Standorte in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann können Robert Jörin unter 079 718 42 08 gemeldet werden.